Tools & Technik

Alternative zur Swarm-App

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Swarm. Gelöscht. Kredit verspielt. Die Alternative.

Ziemlich geärgert habe ich mich gestern über den Fakt, dass ein einfaches Einchecken mit der Foursquare-App nicht mehr funktioniert. Statt dessen muss jetzt die Swarm-App unbedingt verwendet werden, wenn man mit dem iPhone oder iPad per Foursquare irgendwo einchecken möchte.

Nun, Foursquare nutze ich ab und zu und gerne. Nur die Swarm-App und ich, wir werden keine Freunde. Dieses hat eine Geschichte. Foursquare nutze ich nämlich schon relativ lange. Sehen und gesehen werden, schauen, wo andere eingecheckt haben und eigene Tipps und Fotos hinterlassen, das mag ich ganz gerne. Dann kam Swarm, und während andere noch zögerten, war ich längst ein early user. Was Swarm nun genau sollte, war mir nicht ganz klar, jedoch ist das Interface ganz gut gestaltet, die Bilder der Foursquare-Freunde (was für ein Wort) sind größer, die orange Farbe ansprechend und die Schrift schön groß, was meinen Augen gut bekommt.

Swarm, ein Aufsatz für Foursquare, mit ein paar Funktionen mehr, so dachte ich. Ich nutzte also Swarm, während meine realen Freunde weiterhin nur die Foursquare-App nutzten. Bis zu diesem Nachmittag, an dem ich feststellte, dass Swarm mich die ganze Zeit geortet hatte, in einem Stadtteil und an Orten, wo ich nie und nimmer eingecheckt hätte. Ich achte nämlich sehr wohl darauf, wo ich einchecke und wo nicht, denn ich möchte kein komplettes Mobilitätsprofil hinterlassen, schon gar nicht freiwillig. Schlimm genug, wenn es per NSA, Apple, oder durch irgendeinen Chip in meinem mobile device sowieso passiert, jedoch durch eine freiwillig im guten Glauben installierte App möchte ich das nicht initiieren. Swarm lief also im Hintergrund und ortete mich. Ok, die App war nicht immer abgeschaltet. Egal, so etwas brauche ich nicht. Mag sein, dass irgendwer sich gerne automatisch orten lässt. Ich nicht. Kann das nicht so funktionieren, dass man das manuell einschalten und eben nicht abschalten muss? Kann es, sollte es, muss es.

Swarm gelöscht, fertig. Immerhin, das Einchecken an Orten funktionierte weiterhin mit der normalen Foursquare-App. Zwar wurde einem stets vorgeschlagen, Swarm zu installieren, jedoch konnte das mit einem kleinen »Mach ich später«-Button umgangen werden. Bis vorgestern Abend. Dieser kleine Button fehlt seit gestern. Einchecken kann jetzt nur via Swarm-App erfolgen.

Nun, es gibt eine Alternative. Checkie heißt die App mit dem schlichten Interface, mit der man schnörkellos und ohne Foto bei Foursquare einchecken kann. Ich kenne sie seit langem, aus Zeiten meines iPhone 3GS, als mir die Foursquare-App zuletzt zu langsam wurde. Richtig gemocht habe ich dieses schlichte, fast vergessene Tool damals und habe es gestern schnell auf das neue iPhone geladen. Der Api funktioniert noch und man kann schnell und problemlos einchecken – ohne Swarm. Freilich, die Hand lege ich nicht dafür ins Feuer, dass die Checkin-Daten nicht sonstwohin übertragen werden, aber das Tool ortet wohl zumindest nicht dauerhaft und automatisch.

Probiert es aus. Wer Swarm nicht mag, der hat in Checkie vielleicht eine gute Alternative. Wo eure »Foursquare-Freunde« eingecheckt haben, erfahrt Ihr ja weiterhin per Foursquare-App.

=> Zur Checkie-App

Gesellschaft

Wir sind Weltmeister

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Jubel und Feuerwerk über der Hauptstadt. Die Christus-Statue in Rio ist schwarz-rot-gold angeleuchtet. Der Berliner Fernsehturm gehört der Telekom. Frau Merkel trägt einen roten Blazer. Argentinien stellt den Papst. Deutschland ist Fußball-Weltmeister.

Berlin · Gesellschaft

Geschwommen

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Längs durch den Schlachtensee.

Schwimmen sie mehr, das tut Ihnen gut! Gestern bin ich längs durch den Berliner →Schlachtensee geschwommen, 2,6 km Entspannung geradeaus. Eigentlich waren Miz Kitty und ich verabredet, um etwas raus zu fahren und dabei vielleicht schwimmen zu gehen. Nun, die Miz hatte eine anstrengende Woche und war am Freitag Abend schon auswärts, in Brandenburg, schwimmen. Sie wollte nicht schon wieder ins Wasser. Also nutzte ich die Gelegenheit. Ich wollte wieder einmal richtig lang schwimmen (für meine Verhältnisse zumindest) und bevorzuge es, durch Seen komplett hindurch zu schwimmen. Dann habe ich ein Ziel, kann mir nachher auf der Landkarte schön die Strecke anschauen, habe das Gefühl, etwas geschafft zu haben und kann abends damit glänzen, indem ich erzähle, ich wäre durch den und den See ganz hindurch geschwommen, längs, versteht sich, die längere Strecke. Irgendwie schafft mir dieses Durchqueren ganzer Gewässer ein klein wenig mehr Glücksgefühl als einfach in die Mitte zu schwimmen und zurück.

So eine Seequerung ist jedoch immer etwas mit logistischen Problemen verbunden. Man kommt an anderer Stelle aus dem Wasser, als dort, wo man eingestiegen ist und muss irgendwie zum Auto zurück. Da Kitty gestern nicht schwimmen wollte, hat sie mich am westlichen Ende des Berliner Schlachtensees rausgelassen und ist mit dem Auto zum östlichen Ende gefahren, dort wo sich das Restaurant Fischerhütte befindet. Ich habe derweil die 2,6 km längs durch den See geschwommen. Herrlich.

Jetzt werden Sie sagen, der will auch noch im blog damit glänzen, dass er längs durch den See schwimmen kann. Ja, mag sein, ein nein wäre vielleicht gelogen. Vor allem möchte ich jedoch eines: Sie motivieren, es mir gleich zu tun. Wenn Sie längs nicht schaffen, schwimmen Sie quer durch, aber schwimmen Sie mal richtig lang am Stück geradeaus. Das wird Ihnen gut tun.

Und ich, ich wiederhole das bei nächster Gelegenheit – und freue mich außerdem riesig auf das →Elbschwimmen in Dresden, im August.

Wir sehen uns, schwimmend, ok?

Berlin

Kauperts Straßenführer durch Berlin

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War das nun Osten oder Westen?

Miz Kitty hat das Stricken wiederentdeckt und so kam es, dass sie vorgestern in einem Handarbeitsgeschäft in der Karl-Kunger-Straße war. Im →Liljedal Werkhus, im Dreieck zwischen Kreuzberg, Neukölln und Alt-Treptow. Wir sprachen gestern Abend über diese Gegend und die →Karl-Kunger-Straße. Ich schaute mir die Straße auf dem iPad an und meinte, dass das früher Osten war. Nicht, weil ich damals schon mal dort gewesen wäre, sondern eher aus dem ungefähren Wissen des Grenzverlaufes. Kitty hingegen meinte, die Karl-Kunger-Straße sei geteilt gewesen und ein Teil hätte im Westen gelegen.

Nun, Fragen, die eigentlich keiner braucht, 25 Jahre post Deutsch-deutscher-Vereinigung. Trotzdem natürlich interessant. Sicher, den genauen Grenzverlauf findet man im Netz, nur eben nicht so einfach, wie man diese Straße auf jeder Karten-App oder bei Google-Maps findet. Jedenfalls konnten wir den genauen Grenzverlauf in der Nähe der Karl-Kunger-Straße nicht sofort im Netz finden. Ein alter Stadtplan aus den fünfziger Jahren, auf dem die Sektorengrenze und Ost- wie auch West-Teil der Hauptstadt zusammen abgebildet sind, half nicht weiter. Wir fanden die Karl-Kunger-Straße nicht. Ok, wenn das Netz nicht hilft, dann helfen die Fundstücke, die ich immer mal wieder aufgesammelt habe, z.B. ein alter Band von →Kauperts Straßenführer durch Berlin, in dem früher auch vermerkt war, ob eine Straße im Ost-Teil oder West-Teil Berlins war.

Also zum Regal und gleich beide Ausgaben von Kauperts Straßenführer herausgezogen, die in meinem Besitz sind. Und natürlich die Karl-Kunger-Straße gesucht. Die eine Ausgabe ist von 1961 und die andere von 1985. Im ersten Kauperts, dem von 1961, ist die Karl-Kunger-Straße nicht gelistet. Mmh, also in der Ausgabe von 1985 nachgeschaut. Sie enthält alle Straßen in Ost- und West-Berlin, jeweils mit dem Zusatz O oder W. Schnell habe ich sie hier gefunden, die die Karl-Kunger-Straße. Der Zusatz O verrät, dass sie früher im Osten lag. Weiter gibt es die Information, dass die Straße bis 1962 den Namen »Graetzstraße« hatte. Eine typische Straßenumbenennung im Ostteil der Hauptstadt, wie so oft nach einem →Widerstandskämpfer. Die Karl-Kunger-Straße ist also die Ex-Graetzstraße, deswegen konnten wir sie auf dem alten Stadtplan und im Kauperts von 1961 nicht finden. Die Graetzstraße freilich gibt es dort, im Ost-Sektor eingezeichnet.

Für genau solche Fragen, »War diese und jene Straße nun damals im Osten oder Westen?« oder auch »Welche Postleitzahl hatten die denn damals dort?« hebe ich manchmal diese alten Verzeichnisse auf. Nicht, dass ich sie regelrecht sammle, wohl aber werfe ich sie nicht weg und nehme sie mit, bevor sie jemand wegwirft. Beide Kauperts-Straßenführer sind mir auf diese Art »zugeflogen« Hier liegen sie im Regal, zusammen mit Reiseführern und Büchern, die nice-to-have, aber weniger wichtig sind und von denen ich mich nicht trennen mag.

Dem Kauperts von 1961 kommt noch eine besondere Bedeutung zu. Das war das Jahr des Mauerbaus. Und als ich dieses ca. DIN A6 große Handbuch gestern aus dem Regal zog und aufklappte, fand ich in der hinteren Umschlagtasche einige geviertelte, mit Schreibmaschine beschriebene Blätter eingesteckt. Da hat tatsächlich jemand das Straßenverzeichnis ergänzt und Straßenumbenennungen sowie neue Straßen auf gelbliche Blätter aufgeschrieben. Zum Teil sind sie aus sehr dünnem Papier, auf das man mit dazwischen gelegtem →Kohlepapier mit der Schreibmaschine Durchschläge, ähnlich Kopien, schreiben konnte (richtig angestellt, waren durchaus sechs Durchschläge möglich, bis die Schreibmaschinenschrift auf dem hintersten Blatt kaum noch lesbar war). Dieses dünne Papier kennen Sie bestimmt noch, wenn Sie in der Zeit aufgewachsen sind, als nicht jedes Büro einen Scanner oder Fotokopierer hatte.

Bitte, wer macht so etwas? Wer ergänzt ein als Buch gebundenes Straßenverzeichnis per Schreibmaschine, dazu noch mit Durchschlägen. Die Antwort ist sicher, dass dieses Exemplar des Straßenführers, das heute in meinem Besitz ist, in einer Polizeidienststelle verwendet wurde. Das verrät der Stempel auf dem Titelblatt. Polizisten haben damit also gearbeitet, Straßen gesucht, Auskunft erteilt, Menschen den Weg gezeigt, etc. Und vermutlich hat man in der Dienststelle mehrere dieser Kauperts-Handbücher gehabt. Da macht die Ergänzung mit Schreibmaschine und Kohlepapier durchaus Sinn, Anfang der sechziger Jahre, damals, als Stadtpläne noch nicht überall herumlagen und man diese verlässlichen Verzeichnisse brauchte, pflegte und ergänzte.

Der taschenbuchgroße, erst graue, später blaue, Kauperts-Straßenführer gehörte lange Zeit in jeder Verwaltungsdienststelle und in jedem größeren Büro mit zum Inventar und auch die Polizei hat anscheinend damit gearbeitet. Schnell konnte man die Postleitzahl einer Straße herausfinden, in welchem Stadtteil sie liegt und wo man sie im Stadtplan finden konnte. Infos, die wir heute ganz simpel via Google oder mit den Landkarten- und Stadtplan-Apps der Smartphones ermitteln können. Damals war man darauf angewiesen, dafür ein Verzeichnis zu haben. Genauso, wie man ein Telefonbuch brauchte und das vom Nachbarbezirk und vielleicht auch noch vom übernächsten Bezirk aufhob, um die Informationen im Haus zu haben.

Wer diese Verzeichnisse nicht hatte und auch keinen Zugang dazu (weil z.B. nicht im Büro arbeitend oder nicht so aufgestellt, sich so ein Verzeichnis zu kaufen), der hatte eben z.B. im konkreten Fall nicht den Zugang zum Wissen über die Berliner Straßen. Noch gut erinnere ich mich an die achtziger und auch frühen neunziger Jahre. Viele Handbücher, Verzeichnisse, Kataloge, Presseinformationen, etc. habe ich gesammelt, um möglichst viele Informationen, Adressen von Ansprechpartnern, etc. parat zu haben. Das ist mit iPhon, iPad und Internet-Flatrate endgültig Vergangenheit. Sehr froh bin ich darüber. Fast alle Infos lassen sich heute schnell auf den Bildschirm zaubern. Auch eben diese banalen Infos, ob irgendeine Straße im Osten oder im Westen lag, seit wann es sie gibt und wie sie früher hieß – auch wenn das im Einzelfall mit dem alten Straßenführer in Buchform noch schneller geht.

Kauperts Straßenführer gibt es selbstverständlich immer noch. Heute zeitgemäß als Website (Link s.o.), optimiert für Smartphones und Tablets. Ganz unkompliziert und gratis kann man hier über jeder Berliner Straße eine Menge mehr Informationen erfahren, als die alten Handbücher enthielten. Von allgemeinen Infos bis hin zu den für diese Straße geltenden Zuständigkeiten, sei es nun Jobcenter, Familiengericht, Polizeiabschnitt oder Grundbuchamt. Außerdem erfährt man hier interessantes über die Geschichte jeder Berliner Straße, seit wann es sie gibt, nach wem sie benannt wurde und manchmal einiges mehr. Sehr schön, dieses Wissen schnell und gratis zur Verfügung zu haben. Und freilich, für Menschen, die noch nicht im Internet angekommen sind, gibt es den Kauperts Straßenführer durch Berlin auch in 2014 noch als →gebundenes Buch. Eindrücke der Umschläge des Kauperts im Wandel der Zeit finden gibt es auf den →Internetseiten des Herausgebers. →Hier, leider nur als Flash-Dokument und nicht am iPad anzuschauen.

Nicht vorenthalten möchte ich Ihnen einige Fotos meiner beiden Ausgaben des Berliner Straßenführers. Außerdem habe ich einige der mit Schreibmaschine geschriebenen Einlagen fotografiert, die ich im älteren Handbuch fand. Unter anderem ist hier ein Merkblatt dabei, das Hinweise zur Einreise in den Sowjetsektor enthält, dazu Adressen, wo West-Berliner einen Passierschein beantragen können. Ein Zeitdokument, vermutlich aus irgendeiner Polizeidienststelle, vielleicht zusammengestellt zur Auskunft. Ich schätze, das Dokument stammt aus den Jahren 1964 oder 1965, denn die Grenze war nach dem Mauerbau erst einmal ziemlich lange dicht und das →Passierscheinabkommen wurde im Dezember 1963 vereinbart.


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Auf der Suche nach der Karl-Kunger-Straße in Kauperts Straßenführer von 1961.


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…und hier in der Ausgabe von 1985.


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Berlin

Blick in den Westen

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Nach Tempelhof.

Heute möchte ich Ihnen noch einmal den Blick aus meiner Wohnung am Zionskirchplatz zeigen. Dieses mal mit Teleobjektiv aufgenommen. Gewiss, es gibt schlechtere Ausblicke in Berlin. Eine Skyline sieht man hier, in der schon einige Berliner Sehenswürdigkeiten versammelt sind. Allen voran der Fernsehturm am Alexanderplatz, dazu das Rote Rathaus, den Berliner Dom, und so einiges anderes noch. Eines fasziniert mich jedoch besonders. Ich schrieb schon einmal darüber. Es ist es ist die Funkstation am alten Flughafen Tempelhof. Dieses weiße, kugelförmige Gebilde, das auf vier Stelzen steht und weithin sichtbar ist.

Schaue ich an der Kuppel des Berliner Doms vorbei, kann ich sie sehen, diese inzwischen nutzlos gewordene Funkstation, sogar mit bloßem Auge und ganz ohne Fernglas oder Teleobjektiv. Für mich ist diese kugelförmige Funkstation etwas Besonderes. Man schaut hier von Mitte, vom Zionskirchplatz, nach Tempelhof, vom Osten in den Westen. Früher, lange bevor ich nach Berlin zog, als diese Stadt noch einzigartig geteilt war, muss es hier aus diesem Fenster so eine Art Blick in den freien Westen gegeben haben. Freilich, auch im Jahr 25 nach der deutsch-deutschen Vereinigung ist dieser Blick noch etwas ganz besonderes. Eben, weil mit viel Historie und Emotionalität verbunden.

Solange ich hier wohne, seit 2005, und schon weit länger sind Baukräne ein typischer Teil der Berliner Skyline. Gebaut wurde immer, seit der Wende erst recht. Und wenn es im letzten Jahr der Komplex mit Edelwohnungen in der Zehdenicker Straße war, der einen riesigen und weithin sichtbaren Baukran beanspruchte. Seit geraumer Zeit sind sie nach Mitte gezogen, die Baukräne, und ich habe die ernsthafte Befürchtung, dass mir dieser historische Blick auf die Funkstation Tempelhof bald zugebaut wird.

Durch etwas, was ich einmal selbst befürwortet habe, den Neubau des Berliner Stadtschlosses. Bitte, soll ich die Funkstation mit dem Stadtschloss tauschen?

Nicht wirklich. Oder, es bleibt zu hoffen, dass das ganze nicht so hoch gebaut wird und mir doch noch ein Blick seitlich auf die Funkstation bleibt. Ein bisschen wünsche ich mir manchmal, dass diese Baustelle dort ein kleines BER wird. Irgendetwas halbhohes, Steckengebliebenes, was mir den Blick darüber ermöglicht. Nach Tempelhof, dorthin, wo früher die Flugzeuge starteten und die Menschen in den Westen ausflogen, in die alte Bundesrepublik. Nicht immer in eine bessere Welt, aber eine mit mehr Freiheiten. Ok, Sie werden sagen, das ist doch alles Schnee von gestern und ich soll doch ins DDR-Museum oder sonstwo hingehen, hätte doch längst durch Heirat meine eigene deutsch-deutsche Vereinigung vollzogen und müsste nicht mehr auf dieses Funkstation-Relikt schauen.

Doch, ich will ihn behalten und weiter haben, diesen historischen Blick in den freien Westen.

Gesellschaft

Nationale Party

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Die nationale Partystimmung und das Totschlag-Argument der Spielverderber

Lange haben die Deutschen gebraucht, bis sie in internationalen Wettbewerben – sei es nun Olympiade, EM oder WM – einigermaßen die eigenen Athleten und Länder-Teams angemessen unterstützen konnten und sich vor allem ganz freimütig dazu bekennen konnten, wie wichtig ihnen die deutschen Sportler sind. Internationale Großsportereignisse wurden zwar in den letzten Jahrzehnten immer gut wahrgenommen, regelrecht abtrainiert wurde uns Deutschen jedoch das Interesse an gerade den deutschen Sportlern und Teams.

Sich zu Deutschland zu bekennen, sich über speziell deutsche EM-, WM- oder Olympia-Erfolge zu freuen und vielleicht noch etwas schadenfroh über die Fehler der anderen Teams zu sein, das kam für die linksalternativen Lehrkräfte aus der zweiten Hälfte meiner Schulzeit so ziemlich gleich hinter Nazi sein oder Verherrlichung des dritten Reiches. Systematisch sollte jede Sympathie für Deutschland und zu allen nationalen Dingen unterbleiben. Diese Ideologie hat bei mir damals schon nicht gefruchtet, bei vielen meiner Generation freilich doch. Klar, Bälle mit Autogrammen der Nationalspieler, Repliken von Trikots und allerlei Schnickschnack rund um die Nationalelf gab es damals auch, nur beteuerte man allseits, es käme auf guten Fussball und eben gar nicht darauf an, dass Deutschland gewinnt.

Da es nun mal Staaten mit unterschiedlichen Sprachen, Menschen und Mentalitaten gibt, ist es doch sicher das Normalste, die Menschen am ehesten zu unterstützen, die einem mental an nächsten liegen, unabhängig davon, wie gut die nun Fußball spielen. Genauso, wie man die eigene Familie, die Menschen aus dem eigenen Haus, aus der Firma, in der man arbeitet, aus dem eigenen Verein oder aus dem eigenen Dorf mehr und öffentlichkeitswirksamer unterstützt, als die Menschen, die in allem genauso gut und menschlich genauso integer oder gar besser sind, mit denen man jedoch nicht so viele kulturelle und andere Gemeinsamkeiten hat.

Seit der WM 2006 scheint dieses besondere Interesse am »eigenen Stall« – sich zu Deutschland zu bekennen und dieses auch deutlich zu zeigen – wieder gesellschaftlich »erlaubt« zu sein, d.h. von weiten Teilen der Bevölkerung gebilligt zu sein.

Seither gibt es bei jeder EM und WM die nationale Party, mit schwarz-rot-goldenen Fahnen und Fähnchen und den obligatorischen drei Streifen in diesen Farben auf Stirn, Wange und Oberarm. Gewiss nicht meins, allerdings eher, weil diese drei Farben nicht meine sind und ich mir nichts ins Gesicht male. Schön jedoch, anlässlich der aktuellen WM ein milieuübergreifendes, nationales Partyereignis zu haben. Andernorts übrigens das Normalste der Welt. Positiv identitätsstiftend und zudem ein nicht zu vernachlässigender Wirtschaftsfaktor. Fragen Sie mal die Gastronomen nebenan oder die Dienstleister, die die zahlreichen schwarz-rot-golden applizierten Accessoires produzieren. Und wer zur Zeit privat nicht positiv gestimmt ist, kann im Moment von der öffentlichen Partystimmung profitieren.

»Der Freitag« lässt es nicht. Und die »Süddeutsche« tat es schon nach der letzten EM. Mahnend erheben sie den Zeigefinger und schwingen sich zum Spielverderber auf. Das nationale Bekenntnis und Mitfiebern mit dem deutschen Team legen ihre Autoren als Nationalismus aus. Negativ, versteht sich. Ein Bielefelder Wissenschaftler wird zitiert. Er hat wie auch immer herausgefunden, dass Menschen durch diesen – meines Erachtens nach mitreißenden und motivierenden – patriotischen Partykult im WM-Deutschland fremdenfeindlicher werden. Ein Totschlag-Argument. Genau das kann man immer anführen, und damit kann man so ziemlich alles madig und kaputt machen. Es zieht immer, denn das will nun wirklich keiner in Deutschland sein: fremdenfeindlich.

Bitte, wenn es schon als fremdenfeindlich gilt, dass einem das eigene Länder-Team näher ist als andere, mit vielleicht genauso guten Spielern, die fachlich und menschlich genauso viel drauf oder mehr drauf haben, aber uns eben kulturell und mental ferner liegen, dann muss dieser Begriff einmal neu definiert werden. Nun, weder Journalisten noch Bielefelder Forscher sind das Zentrum der Welt. Genießen wir also die nationale Party, das Mitfiebern mit dem deutschen Team und public viewing im großen und kleinen Kreis.

Auch wenn mich die Berliner Fan-Meile so gar nicht anspricht, so nehme ich die deutschlandweite WM-Stimmung doch sehr positiv wahr und schätze das gepflegte public viewing im kleinen Kreis sehr – selbstverständlich mit Fußball-Fachsimpelei und schwarz-rot-goldenen Häppchen (z.B. mit dunkler Weintraube, einem Stück Melone und Käse). Dazu ein guter deutscher Winzersekt oder ein Bier.

Links:

Der Freitag:
https://www.freitag.de/autoren/felix-werdermann/warum-die-fussball-wm-nationalistisch-ist

Süddeutsche:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/studie-zur-fussballweltmeisterschaft-fussballtaumel-und-fremdenfeindlichkeit-1.893255

Tools & Technik

eBook Quickie

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Nie war Publishing so einfach wie heute

Vor ein paar Tagen wurde ich gefragt, ob ich einmal den neuen E-Short-Service von →BoD testen möchte. Natürlich, gerne, ich war neugierig, denn ich sage ja immer, dass Publishing nie so einfach wie heute war. BoD ist Kooperationspartner dieses Blogbeitrags.

BoD — Books on Demand

BoD, Books on Demand gibt es schon ziemlich lange und ist sicher vielen bekannt durch das Print-on-Demand-Konzept. Bücher werden erst gedruckt, wenn ein Kunde sie im Online-Shop bestellt. Mit dem Aufkommen des Digitaldrucks wurde der preiswerte Druck eines Buches ab der Auflage 1 möglich, also ein Einzelstück. Warum also nicht erst drucken, wenn der Kunde bestellt? Ok, in der Anfangszeit waren diese Bücher von minderer Qualität, heute sind sie vom massenproduzierten Taschenbuch oder Hardcover nicht mehr zu unterscheiden. Jedes individuelle Fotobuch und viele Taschenbücher, die man nicht in der Buchhandlung kaufen kann, sind nach diesem Verfahren produziert.

BoD war einer der ersten großen Anbieter dieses Print on demand und bietet dazu Verlagsdienstleistungen an (ISBN, Eintrag ins  →VLB, damit das Buch von jedem Buchhändler bestellt werden kann, etc.). Heute gibt es bei BoD jedes Buch auf Wunsch auch zusätzlich als eBook.

Inzwischen ist auch der Markt aufgeteilt. BoD, epubli, und einige andere sind zu festen Größen geworden. Das Books-on-demand-Konzept – anfangs als Heilsbringer für Special-Interest-Titel und Autoren, die zuvor niemals gedruckt worden wären, gehyped – ist etabliert und Normalität geworden.

Jetzt. Endlich, digital, eBooks

Ganze Bücher am Bildschirm zu lesen, das erschien noch vor fünf Jahren als NoGo und mindestens nicht massentauglich. Klar, es gab Blogger, die längere Texte schrieben im Netz schrieben und IT-affine Nerds, die Bücher als Textdateien am Monitor oder auf den frühen Handheld-Computern wie Palm, Psion oder HP Journada lasen. Lesegenuss war es nicht, und es gab durchaus Forschungen, die nachwiesen, dass das Auge beim Lesen von Schrift auf grob aufgelösten Monitoren und Displays schneller ermüdet als beim Lesen gedruckter Schrift. Feine Serifenschriften können heute immer noch nicht so gut wie gedruckt am Monitor dargestellt werden, es sei denn, man hat ein Retina-Display. Hatten Palm, Psion, und Co noch diese grottenschlechten Displays, ist diese Retina-Auflösung heute bei mobilen Geräten Quasi-Standard. Schrift kann auch in kleinen Größen wie gedruckt dargestellt werden. Klein, gut transportabel und mit hochaufgelöstem Display hat man sie in der Hand wie einen Notizblock. Auch lange Texte lassen sich stundenlang ohne Ermüdungserscheinungen auf diesen eBook-Readern lesen, ob sie nun Kindle, Kobo oder Tolido heißen oder gar Tablet-Computer sind, mit denen man sicher auch lange Texte lesen, jedoch noch deutlich eine mehr anstellen kann. In diesem Entwicklungsprozess des mobile Computings sind sicher auch das iPhone und das iPad zwei Meilensteine.

eBooks lesen

Also lesen wir heute eBooks auf dem e-Reader, Tablet oder Smartphone. Das ist gut so für den Leser, passen doch auf das Gerät der Inhalt von ganzen Regalwänden gedruckter Bücher. Wir haben immer die ganze Sammlung dabei und die zahlreichen Taschenbücher, Anleitungen für irgendwas, Ratgeber- und Fachbücher, mit vielen Infos darin, jedoch ohne gestalterischen Wert des Buches, diese Staubfänger sind wir los. Ebenso Kataloge, die alle Jahre neu erscheinen, und die gedruckt kein Mensch mehr braucht. Um nicht missverstanden zu werden: Ein gut gestaltetes, gut und aufwendig produziertes Buch mit nachhaltigem Inhalt ziehe ich immer dem eBook vor. Aber eben diese Taschenbücher, Ratgeber, Reisebücher, etc. – braucht man die wirklich gedruckt? Ich nicht.

eBooks produzieren, verlegen, vertreiben

Die eBooks befreien nicht nur den Leser von Staubfängern im Regal, sondern sie sind für die Autoren mindestens genauso hilfreich. Vor allem für die Autoren, die Texte und Inhalte veröffentlichen möchten, bei denen eben kein Verlag sagt: Yep, her damit, damit können wir Geld verdienen, das drucken wir. So ein eBook ist schnell produziert.  Mit Bordmitteln, die jeder hat. Computer und etwas Software, letztere gratis oder zu geringem Preis zu haben (z.B. OpenOffice, Pages, Sigil, Jutoh, Calibre, etc.). Mehr braucht man nicht. Ach ja doch, – ich vergaß, KnowHow. Das ist der Punkt.

Autoren, die ihr eBook selbst veröffentlichen möchten, sind meist keine IT-Nerds und es ist mit dem KnowHow so eine Sache. Entsprechend werden werden dazu immer mehr Anleitungen geschrieben, manchmal auch von Laien für Laien – was man denn nun beachten müsse, bei Formatierung und Dateiformat und beim Einstellen in die großen Internet-Verkaufsplattformen.

Wollte früher zumindest jeder eine Handvoll Bücher gedruckt produziert haben, zum Rumzeigen, an Freunde verschenken, im Selbstverlag oder in einen Online-Shop zu verkaufen, so möchte heute jeder seine Texte und Inhalte mindestens als eBook veröffentlichen. Möchte man einen kleinen Selbstverlag aufziehen, um dann mit dem eigenen eBook in den großen Internet-Verkaufsplattformen präsent zu sein, braucht’s etwas mehr, als das reine eBook zu erstellen. Eine ISBN-Nummer muss her und man muss sich bei allen Plattformen (Online-Stores) anmelden, sich über Dateiformate und Konvertierungen schlau machen, um dann endlich das eBook jedesmal hochzuladen. Machbar, jedoch kein Kindergeburtstag. Vor allem für Menschen, die noch andere Beschäftigungen haben. Hat man einen Online-Store vergessen oder ignoriert, kommt’s natürlich blöd, dass gerade der Kollege oder Nachbar, der besonders interessiert an dem eBook ist, ein Lesegerät, einen e-Reader, hat, der nicht auf diesen Store zugreifen kann.

Dabei sind gerade dieses eBook-Konvertieren, Hochladen in die Online-Stores, Besorgen einer ISBN-Nummer, Eintrag ins VLB, etc. Vorgänge, die gut automatisiert werden können, weiß man einmal, wie es geht und hat die Manpower, so etwas IT-mäßig aufzusetzen.
Natürlich, die großen Dienstleister für die Selfpublisher-Szene haben diese Manpower und bieten ihre Dienste an. Sie stellen das hochgeladene eBook in nahezu alle Online-Stores. Da die Einrichtungsgebühr dafür meist ziemlich gering ist, bekommt der Dienstleister von jedem Verkauf einen Teil der Marge. So, wie es bei jedem Verlag üblich ist. Dafür muss sich der Autor nicht um die technischen und verlagsorganisatorischen Dinge kümmern, wie z.B. ISBN-Nummer, Registrierung bei den Online-Stores, konvertieren und hochladen, etc.

epubli bietet diese Leistungen für eBooks als auch für on-demand gedruckte Bücher an. BoD bot die eBook-Erstellung bisher jedoch nur im Zusammenhang mit einem on-demand gedruckten Buch an. Nun gibt es mit den →E-Shorts auch reine eBook-Dienstleistungen von BoD.

E-Short, der eBook-Quickie

Der Begriff E-Short kommt von BoD selbst. Damit ist ein eBook bis ca. 144000 Zeichen gemeint (80 →Normseiten). Diese Länge ergibt sich nicht durch technische Vorgaben, sondern wurde von BoD vermutlich aus wirtschaftlich-konzeptionellen Überlegungen festgelegt. Ein E-Short ist also nichts weiter als ein dünnes eBook.

E-Short, die Details

Es fällt keine Einrichtungspauschale für den Autor an. Das E-Short wird in einem Online-Editor direkt im Browser erstellt. Nachdem der Text geschrieben ist, wird er hochgeladen und der Preis für das eBook festgelegt. Alles andere erfolgt dann automatisch, – bis das eBook in fast allen wichtigen Online-Stores zum Verkauf steht. Von Amazon bis Thalia. Der Autor muss sich nur um das Schreiben und das Festlegen des Verkaufspreises kümmern. Alles andere erledigt BoD automatisch. Für diesen Service bekommt BoD 50 Prozent des Nettoverkaufspreises. Möchte man nur publizieren und nicht verkaufen, kann man auch einen Verkaufspreis von 0,00 Euro festlegen. BoD verdient daran dann gar nichts, stellt das E-Short aber als Gratis-Serviceleistung trotzdem in die Online-Stores.

50 Prozent des Netto-Verkaufspreises mögen viel erscheinen, bleiben dann doch nur 42 Cent vom eBook-Quickie – sprich E-Short –, für den der Kunde 99 Cent zahlt. Nun, dafür steht das eBook dann jedoch in allen Online-Stores, und der Aufwand für den Autor reduziert sich erheblich. Klar, dass das nicht umsonst ist. Allerdings ist entsteht auch kein Verlust oder Risiko, sollte das eBook nun gar niemand kaufen.

Getestet

Das alles machte mich etwas neugierig und ich habe vorgestern getestet, wie man ein E-Short erstellt. Ich habe dafür einen Text mit dem Tipps und Infos zum Schlösser-Hopping, einer speziellen Art des Reisens, verwendet. Aus dem soll jetzt via BoD ein kurzes eBook werden, ein E-Short als kleiner Reiseratgeber. Aus diesem Text hatte ich vor einiger Zeit mit der Software Sigil schon ein eBook erstellt. Jetzt möchte ich schauen, wie das im Online-Editor erzeugte eBook ausschaut und natürlich gerne den Effekt nutzen, dass es nachher in allen wichtigen Online-Stores steht. Da es keine Einrichtungspauschale gibt und die Zusammenarbeit mit BoD schnell gekündigt werden kann, gibt es kein Risiko. Im Moment kann ich also nur profitieren vom Service der E-Shorts. Und Ihr wollt doch bestimmt alle Schlösser-Hoppen?

Nachdem ich mir das Video zum Konzept der E-Shorts angeschaut hatte – mit sehr schöner Illustration im Retro-Style, ganz ohne glückliche Stockfoto-Gesichter, dafür jedoch mit eher mäßigem Werbetext – habe ich mich bei BoD registriert. Nach Eingabe von Autornamen, Titel, Kurzbeschreibung und Genre kann ich wählen, ob das eBook einen Kopierschutz haben soll. Dann komme ich zum Online-Editor, von BoD easyEditor genannt. Er bietet alle wichtigen Formatierungsmöglichkeiten für ein einfaches eBook. Kapitel anlegen, Text reinkopieren, formatieren, fertig. Geht es um einfache Formatierungen, wie sie in Text-eBooks meist Standard sind, dann funktioniert diese Art der eBook-Erstellung ganz gut. Der Editor bietet zudem die Möglichkeit, ein schon vorhandenes eBook als epub-Datei zu importieren. Ich habe es versucht, es funktionierte auch, nur leider wurde mein Inhaltsverzeichnis nicht korrekt importiert. Vielleicht liegt es an meinem epub, vieleicht am Editor. Ich habe den Text dann schließlich doch im Online-Editor formatiert. Schnell gemacht. Tadellos. Und vor allem schneller gemacht, als jetzt auf Fehlersuche zu gehen, warum der Import nicht korrekt funktionierte.

Im Editor gibt es eine Vorschau-Funktion, mit der man grob testen kann, wie das Ergebnis aussieht. Denn bei eBooks mit einem →reflowable Layout wird das angezeigte Ergebnis immer durch den e-Reader bestimmt.

Eine Besonderheit gibt es weiterhin. Es wird automatisch ein Kapitel ‚Impressum‘ angelegt, das den Namen des Autors mit einem Copyright-Vermerk enthält und BoD als Verlag. Dazu auch das Logo von BoD. Dieses Kapitel kann nicht gelöscht werden.

Nach Absenden bzw. Freischalten des fertigen eBooks zum Veröffentlichen muss man einem online generierten Verlagsvertrag zustimmen. Einige Rechte muss man BoD schon einräumen, jedoch ist die Vereinbarung ok., so dass man ohne Bauchgrimmen zustimmen kann. Der Verlagsvertrag hat keine feste Laufzeit und kann jederzeit mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen beendet werden.

Und jetzt?  …warte ich darauf, dass der Ratgeber zum Schlösser-Hopping in den Stores erhältlich ist. Ich schreibe auf jeden Fall etwas dazu, wenn es online ist.

Fazit

Ein E-Short zu veröffentlichen ist mit dem Online-Editor, dem sogenannten easyEditor, ein Kinderspiel und leicht wie Brötchenholen. Freilich, 80 Normseiten sind kein Roman und keine längere Erzählung. Aber Kurzgeschichten, Essays, kurze Ratgeber, längere Blog-Artikel und allerhand anderer Inhalt lässt sich gut darin unterbringen. Und, wie wäre es mit einer Fortsetzung von mehreren Teilen eines Romanes? Auch das lässt sich mit E-Shorts gut bewerkstelligen.

Da keine Einrichtungspauschale gezahlt werden muss, entstehen keine Kosten. Schön, man kann nur verdienen, in diesem System (wenn den eBook-Quickie denn jemand kauft). Ok, vielleicht könnte man mehr verdienen, wenn man das Technische und Verlagsorganisatorische selbst macht. Naja, wer viel Zeit hat… Auch BoD kann nur verdienen, wenn die eBooks verkauft werden. Bleibt zu hoffen, dass nicht bald der Girokonten-Effekt zuschlägt – anfangs waren diese Konten kostenlos, seit sie sich etabliert haben, kosten sie, und das nicht zu knapp.

Fakt ist natürlich, dass sich mit dem easyEditor keine komplexen Formatierungen realisieren lassen, wie sie bei reflowable eBooks bzw. epubs durchaus möglich wären. Ebenso lassen sich keine enhanced eBooks mit Audio- und Video-Bestandteilen damit erstellen. Für viele Inhalte ist das jedoch gar nicht erforderlich.
Sicher ist der easyEditor für Autoren mit wenig IT-Affinität eine Hilfe. Kennt man sich ganz gut aus und kann mit Sigil oder Jutoh schnell eBooks herstellen, bietet der easyEditor sicher nicht genug – auch weil man bei der online-eBook-Erstellung keine offline-Quelldaten vom erzeugten eBook bekommt und daher fest mit dem BoD-System verbandelt ist. Für die schnelle Nummer ist das meist alles nicht so wichtig. Schreiben, veröffentlichen, ab in den im Online-Store.
Würde BoD das System noch etwas aufbohren, z.B. wenn nach Vorlage erstellte Word-Dateien importiert werden könnten, dann sind die nicht so IT-affinen Autoren bestimmt richtig glücklich.

Ideen

Einige Ideen, was man in Form von E-Shorts veröffentlichen kann:

Kurzgeschichten, Essays, Berichte, Anleitungen, kurze Ratgeber, Unterrichtsmaterial, kurze Studien-Skripte, Koch- und Rezeptbücher, Seminararbeiten und Berufliches (so hat man schnell ein Veröffentlichungsverzeichnis für den CV).

Nachmachen. Auch machen. Bitte sehr.

Probiert’s einfach mal aus mit dem eBook-Quickie aka e-Short. Quickies sind doch immer gut. Eines ist natürlich klar: Testet man so ein System, fängt man nicht sofort mit seinen besten Inhalten an, die dann womöglich suboptimal formatiert und mit suboptimalem Preis in allen Online-Stores zum Verkauf stehen. Also alles erst ein oder besser zweimal testen, bevor Ihr dann die richtig guten Texte und Inhalte publiziert.

Sag ich doch

Publishing war noch nie so einfach wie heute.

 

Tools & Technik

Kommod den Weg finden mit Komoot

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Komoot – Die Navi-App für Radtour und Wanderung

Der Sommer kommt und die Fahrradtour lockt. Was früher die umständlich aufzufaltende Fahrradkarte war, ist heute die Kombination aus Smartphone und einer guten Navigations-App, kurz auch Navi-App genannt. Davon gibt es diverse und ich möchte Euch heute eine vorstellen, die mir besonders gefällt.

Komoot heißt die App einer Potsdamer Softwareschmiede, mit der sich ganz kommode die Radtour oder Wanderung planen lässt. Ein Routenplaner sucht den besten Weg aus, wobei man einstellen kann, ob man Wanderer (Fußgänger) ist, eher der gemütlich radelnde Zeitgenosse, der Radwege bevorzugt oder der Rennradfahrer, der auf schnelle Asphaltstrecken angewiesen ist. Entsprechend dieser Voreinstellungen stellt die Komoot-App die Route zusammen. Dabei können durchaus unterschiedliche Strecken herauskommen. Komoot ist jedoch nicht nur ein komfortabler Routenplaner, sondern eine richtige Navi-App – wahlweise mit Sprachausgabe, wie im Auto.

Das iPhone oder Android-Smartphone in der Lenkerhaltung befestigt, Komoot-App laden, Route eingeben und los geht’s. Natürlich mit Tacho-Funktion, Anzeige der gefahrenen und der noch zu absolvierenden Zeit und Kilometer. Schnickschnack-Funktionen, die keiner braucht, aber trotzdem ganz schön sind, fehlen in der App freilich nicht. So kann man zum Beispiel Fotos auf den Strecken machen, die via Geolcation direkt mit dem Ort verknüpft werden, an dem man sich gerade befindet. Die Bilder kann man dann direkt aus der App in den Social-Media-Networks posten und teilen. Die App gibt es für iOS und Android kostenlos.

Also: Räder startklar machen, Komoot laden und los!