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Rundschrift

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Gesehen hat sie jeder schon mal, die sogenannte Rundschrift. Gibt es doch immerhin einen weit verbreiteten Computer-Font, der diese Art zu Schreiben imitiert. Friedrich Soennecken, Gründer und Namensgeber der noch heute existierenden Marke für Bürobedarf hat im ausklingenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert diese Art zu schreiben popularisiert, die gemeinhin als Lettre Ronde bekannt ist und auf den französischen Schreibmeister Louis Barbedor zurückgeht und in der Form wie Soennecken sie propagierte nahe an der Rundschrift der Schreibmeister des 18. Jahrhunderts wie z.B. Nicolas Gando ist.

Die gewöhnlichen Schreibgeräte der frühen Gründezeit bestanden aus Stahlfeder, Federhalter, und Tintenbehältnis. Verwendet wurden seinerzeit sogenannte Spitzfedern, auch Schwellzugfedern genannt. Wie bei der englischen Schreibschrift wird die Strichstärke durch mehr oder weniger sanften Druck auf die Feder moduliert. Wird nahezu kein Druck ausgeübt, ergeben sich zarteste Haarlinien während sich bei massiver Kraftausübung die Hälften der Spitzfeder spreizen, was zu eine in dickerem Strich führt. Gut ausgeübt, entsteht eine schöne englische Schreibschrift oder auch eine mit flinker Hand geschriebene und schön anmutende Deutsche Kurrentschrift.

Wer jedoch schreibunerfahren ist und dieses gefühlvolle Modulieren einer Stahlfeder nicht beherrscht, hat ein Problem. Papierzerstörung, mit der spitzen Feder ins Papier gestochen, Spritzer auf Kleidung und Interieur sowie massive Tintenkleckse, die das Geschriebene unbrauchbar werden lassen, sind die Folge. Soennecken hatte nun die Idee, eine Schrift zu entwickeln, die sich mit einer Breitfeder – auch Bandzugfeder oder Rundschriftfeder genannt – gut schreiben lässt. Die abgeflachte Feder kann dabei ganz commod in einer Position gehalten werden und muss nicht während des Schreibens zur Realisierung von feinen Haarstrichen um ihre Längsachse geschwenkt werden, so wie es z.B. das kalligraphische Schreiben einer Antiqua erfordert. Das kommt dem wenig geübten Schreiber natürlich sehr entgegen.

Die geraden Formen der Soenneckschen Rundschrift sind schnell zu erlernen. Die einfache Federhaltung lässt relativ schnell anmutige Ergebnisse entstehen. Soennecken verkaufte dazu die geeigneten Schreibfedern.

Der Erfolg und die große Verbreitung der Rundschrift ist sicher nicht nur im Konzept und den passenden Federn begründet, sondern wohl in den ebenfalls von Soennecken herausgegebenen Schreiblernheften, verfasst vom geheimen Regierungsrat Professor Franz Reuleaux.

Diese Hefte wurden in so hoher Auflage ve

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Neben dieser, etwas auf Eleganz getrimmter Computerschrift „Linoscript“ die dann ja dochg mehr Schwellzug-Charakter hat, habe ich nach Musterzeichnungen der Prteussischen Eisenbahnverwaltung, dier durchgängig in der Rundschrift beschriftet waren meine Amptmann Scvript gezeichnet. diese kann auf http://www.peter-wiegel.de/Amptmann.html kostenfrei heruntergeladen werden (auch als Webfont-Kit

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