Gesellschaft

Prost Neujahr 2014

20140101-023018.jpg

Gut reingerutscht

Silvester und der Jahreswechsel ist ja so ein Datum, mit dem viele nicht so auf Du sind – zumindest, wenn man näher nachfragt. Irgendwie sind wir es beide nicht, Miz Kitty und ich. Klar, einerseits möchte man nicht gewöhnlich vorm TV sitzen am Silvesterabend – ok, wir sitzen eher vor unseren Netz-Devices – und den Jahreswechsel wie einen ganz normalen Sonntagabend verbringen. Andererseits sind öffentliche Partys sind nicht so meins, mal abgesehen von den Kosten, die ja locker in die Hunderte gehen, so es denn etwas gediegener sein soll. Und die Super-Mega-Knaller-Party am Brandenburger Tor ist es schon gar nicht. Zu voll. Was wollt Ihr da, Berliner? Naja, ihr habt früher schon in Massen »hier« geschrien und seid schnell dabei.

Entweder also eine kleine, gemütliche Silvesterparty hier in der Wohnung an der Barnimkante, oder Freunde kommen uns zuvor. Das war so in diesem – pardon, letztem – Jahr. Freunde hatten uns zu einer sehr schönen Party in einer etwas außergewöhnlichen Location direkt vis-a-vis zum Fernsehturm eingeladen. Im Häuser-Riegel, den Sie im Bild aus dem letzten Blog-Eintrag als Lichtband sehen. Mit TV-Tower in Froschperspektive aben wir dort in sehr angenehmer Gesellschaft auf dem Balkon das neue Jahr begrüßt. Es war ziemlich viel los dort am Alex. Feuerwerk. Einen kleinen Eindruck gibt mein Handyfoto, Schlauphone macht’s möglich.

Getanzt haben wir nach Musik der achtziger und neunziger, alle im feinen Zwirn. Das Motto der Party lautete nämlich »Casino Royal«. Also schwarzer Anzug und Schleife, die Miz Kitty mir dann während der Party aufzug, oder sagt man entknotete – Sie wissen schon, damit es so aussieht wie auf dem →Filmplakat. Nach Mitternacht wurde dann zum Johann-Strauss-Walzer ins neue Jahr gedreht. Schön, dieses Jahr mit einem Walzer zu beginnen.

Ich hoffe, Sie sind auch gut in das neue Jahr 2014 reingerutscht oder ganz einfach reingekommen. Und dass es für uns alle ein gutes, vor allem gesundes, erfolgreiches und spannendes Jahr wird.

Berlin

Weihnachten an der Barnimkante

weihnachtsbaum

Klappe, 1, die erste

Das war’s, und es war gut. Weihnachten ist ja immer so eine Sache, die emotional ziemlich beladen ist. D.h., ziemlich Energie zieht und, obwohl alle Einzelheiten schön sind, ist man davon trotzdem »erschossen«. Die omnipräsenten Massenmedien und allerlei Geschäfts- und Werbungsgedöns tun ihr eigenes dazu. Weihnachten wird hochstilisiert als Fest der Liebe und des Schenkens und der Perfektionsanspruch wird allseits geschürt.Und auch wenn ein Großteil von uns dieses System durchschaut hat und wir es innerlich nicht mittragen, sind wir doch wieder ruck zuck in dieser Spirale.

Ich bin in meiner inzwischen verstorbenen Ursprungsfamilie davon nicht verschont worden. Im Gegenteil, alles musste dort perfekt sein. Vom Weihnachtsbaum, über das Essen, bis hin zum erzwungenen Freuen über die Geschenke… – weil, sonst ist man ja undankbar am Fest der Liebe. Lassen wir diese passive Aggressivität. Zumindest hat sie dazu geführt, dass sich meine Weihnachtsgefühle gut in Grenzen halten und ich nach 23 Jahren Abstinenz in diesem Jahr zum ersten Mal wieder einen Weihnachtsbaum habe, nach einem halb so großen Tisch-Bäumchen nach der gerade beendeten Studentenzeit, damals noch in Hannover. Diese Zeit kann man wohl noch toppen. Miz Kitty sagt, es sei ihr erster nach 24 Jahren.

Nicht nur der Weihnachtsbaum war Premiere, sondern auch anderes. Die Bescherung fand dieses Mal in großer, schöner Runde beim Kind (ich übernehme den Begriff aus dem →Kitty-Blog, Einzelheiten lesen Sie dort) und ihrem Freund in Pankow statt. Kitty und ich waren zudem an der Barnimkante Gastgeber für die Eltern und das Vogel-Essen am ersten Feiertag fand bei uns statt. Im Grunde genommen ist alles gut gelaufen – eben nur mit so ein paar selbst gemachten, aber nicht zu unterschätzenden Überforderungen. Nun, des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

Gerade sortiere ich allerlei Daten neben dem von Elektrokerzen illuminierten Weihnachtsbaum, für den ich übrigens zweimal Kugeln gekauft habe – da mir das erste Farbkonzept nicht gefiel; Sie wissen schon, Luxusprobleme, die Sie auch gerne haben möchten. Dieses durch allerlei Weihnachts- und Familienkram bedingte »erschlagen sein« scheint sich bei uns ja noch in Grenzen zu halten, wenn es so mit den Posts der Twitter-Timeline der letzten Tage vergleiche. Zwischen den Jahren reihen sich nun in der Weihnachts-Rekonvaleszenz-Zeit einige Blogger Treffen aneinander, bevor dann ins neue Jahr gerutscht wird.

Nächstes Jahr Weihnachten?

Genauso, nur mit weniger selbst gemachtem Aufwand für uns. Keine aufwändigen Mini-Geschenke in Nachtarbeit und auch kein aufwändig vorbereitetes Weihnachtsessen. Nächstes Jahr also mit genauso viel emotionalem Einsatz, aber deutlich weniger materiellem und körperlichem Einsatz. Motto: Unaufwändig, aber effektvoll.

 

Retrospektiv:

Weihnachten vor drei Jahren war es wesentlich kälter, so richtig mit Eis und Schnee. Ich hatte die Weihnachtstage allein verbracht und saß am zweiten Weihnachtstag im leergeräumten Zimmer – die halbe Wohnung war unmöbliert nach dem Auszug meiner Ex-Partnerin. Mit dem Notebook auf dem Schoß hockte ich vor der Heizung, schaute über die verschneite Stadt und surfte kreuz und quer im Internet. 2011 konnte nach dem Tod meiner Eltern und nach Trennung und Auszug meiner Partnerin nur besser werden. Im März 2011 traf ich auf Miz Kitty. Den Rest des Happy-Ends kennen Sie aus dem Kitty-Blog.

 

Schreibgeräte & Kontor

Gelocht und abgeheftet

20131222-184544.jpg

Manche Dinge sind ja so einfach, dass man sich fragt, warum es sie (noch) nicht gibt. In meinem Büro und an den wechselnden Arbeitsplätzen, an denen ich mich im Moment aufhalte, gibt es einen reichhaltigen Bestand an Aktenordnern. Sie wissen schon, diese Ordner mit dem runden Griffloch im Rücken, die oft auch nach ihrem Erfinder Leitz-Ordner oder in der Schweiz Bundesordner genannt werden. Allerlei Papiere sind dort gesammelt. Listen, Planungsunterlagen, Rechnungen und andere Dokumente, die oft recht kurzlebig sind und vor dem Wegsortieren nur einige Male in Augenschein genommen werden, bevor sie dann abgeheftet für unbestimmte Zeit in diesen Aktenordnern oder Ringbüchern verschwinden.

Vor dem Abheften steht jedoch der Vorgang des Lochens. Dafür gibt es schon auf dem Schreibtisch des Erstklässlers einen Papierlocher. Ein simples Gerät, dass an jedem Arbeitsplatz herumschwirrt. Immer wieder ergibt es sich jedoch, wenn ich unterwegs oder mit Aktenordnern im Besprechungsraum und nicht im Büro bin, dass dort gerade kein Locher zur Hand ist.

Für diese Zwecke gibt es zwar praktische Locher aus Kunststoff, mit denen man zumindest ein Blatt lochen kann und die man – flach wie sie sind – auch gleich mit in den Ordner einheften kann. Dieses für jeden einzelnen Ordner zu tun, wäre jedoch etwas viel Aufwand.

Die Lösung ist so einfach und simpel.

Seit einiger Zeit loche ich bei allen neuen Aktenordnern einfach den Deckel seitlich. So, dass bei aufgeklapptem Ordner einfach ein Blatt auf die Innenseite des Deckels gelegt werden kann, die linke untere Blattecke auf die linke untere Ecke des Ordnerdeckels. Beides wird festgehalten und der Ordnerdeckel kurz angehoben. Die Löcher im Ordnerdeckel kann man durch das Blatt etwas sehen. Genau dort wird jetz mit dem spitzen Kugelschreiber das Blatt zweimal durchstochen. Und schon hat man zwei zwar etwas »rough« anmutende, jedoch wohlgeformte Löcher im passenden Abstand – ganz ohne Locher.

Blatt auf die linke untere Ecke des Deckels, festhalten, anheben, schauen, wo die Löcher durchscheinen. Stich, Stich, fertig. Gelocht. Bereit zum Abheften. Kein fliegendes Blatt mehr. So einfach, dass ich überlege, warum die Hersteller der Aktenordner nicht serienmäßig dort zwei Löcher einstanzen, für das schnelle Behelfslochen.

Nachmachen empfohlen

Lochen Sie einfach mit einem kräftigen Locher, wie man ihn in guten Büros findet, den Ordnerdeckel wie abgebildet. Bitte nicht direkt in der Mitte des Ordnerdeckels lochen, sondern einfach die Anlegeschiene des Lochers auf DIN A4 einstellen und lochen. Die löcher sind dann im Ordnerdeckel etwas aus der Mitte versetzt, wenn man jedoch ein Blatt auf die linke untere Ecke legt und zweimal durchsticht, sind die Löcher im Blatt mittig.

Tools & Technik

Weihnachtslieder-App

weihnachtslieder-app

Mit dem Smartphone in der Hand Weihnachtslieder singen.

———————————————

UPDATE 28. November 2015:

Einiges hat sich in den letzten 2 Jahren getan. Das iPhone hat mit dem Modell 6 und 6s ein größeres Display bekommen und in der 6-plus-Version sogar ein noch größeres. Android-Smartphones gibt es fast nur noch in der 5″-Klasse oder größer. Alle Displaygrößen sind jetzt also richtig gut geeignet, um darauf Inhalte anzuzeigen, so auch für kurze Notenzeilen und Liedtexte. Daher habe ich ein Relaunch der Weihnachtslieder-App veröffentlicht, mit mehr Liedern und besserer Darstellung der Notenzeilen. Lesen Sie hier! 

———————————————

Und hier weiter mit dem ursprünglichen Blog-Beitrag von 2013:

Jetzt ganz einfach mit meiner Web-App. Einfach den Link im mobilen Browser öffnen oder den QR-Code fotografieren.

xmas.barnimkante.com

Es gibt bestimmte Dinge, bei denen selbst Nerds und Menschen, denen das Smartphone ihr liebstes Gerät ist, diametral unterschiedlicher Meinung sind. Dazu gehört z.B. der obligatorische Adventskranz und das Singen von Weihnachtsliedern. Die einen mögen es, die anderen nicht. Zu denen, die Weihnachtslieder mögen, gehören natürlich Musiker und Sänger und auch meist Menschen mit Kindern. Und für richtige Familienmenschen gehört das gemeinsame Musizieren oft seit Kinderzeiten sowieso dazu.
Zu denen, die mit alldem wenig anfangen können, gehörte ich vor vielen Jahren als technoider IT-Nerd auch, wurde dann jedoch von meiner ersten länger längeren Freundin wachgeküsst, was Sachen wie gemeinsames Singen angeht.

Heute beobachte ich immer wieder so manche Menschen, denen zum Adventssingen nur vermeintliche Synonyme wie »spießig« und »albern« einfallen. Kommen sie dann als junge Eltern zu Advents-Events der Kita, machen sie notgedrungen bemüht mit, weil der Nachwuchs fröhlich mit den anderen Kindern Weihnachtslieder trällert – freilich ohne eine richtige Beziehung dazu zu bekommen.

Gemeinsames Singen ist jedoch eine sehr schöne Erfahrung, und Adventssingen gehört zur Weihnachtszeit dazu, genau wie Glühwein und Weihnachtsmarkt. Fast jeder kennt zumindest die Titel der bekannten Weihnachtslieder aus Kindertagen.

Damit keiner sagt, er könne nicht mitsingen, weil er ja weder Text noch Melodie kennt, habe ich eine Web-App mit 32 GEMA-freien Weihnachtsliedern zusammengestellt. Ein digitales Liederbuch sozusagen. Damit können Smartphone-Addicted-People mit dem Smartphone in der Hand singen. Ganz klassische Weihnachtslieder, wie in Kindertagen. Eine schöne Vorstellung, gemeinsam draußen am dunklen Winternachmittag bei Glühwein mit dem beleuchteten Smartphone in der Hand Weihnachtslieder zu singen.

Die Web-App

Eine Web-App ist ja nichts anderes, als eine Website, die für Browser von Smartphones und mobilen Geräten optimiert ist. Die zugehörigen Dateien können im Application Cache des mobilen Browsers gespeichert werden (mit einer Manifest-Datei), so dass die App genau wie native Apps komplett offline nutzbar ist, z.B. im Flugmodus, oder wenn gerade kein WLAN oder Mobilfunknetz vorhanden ist. Weiterhin können Web-Apps – und damit auch die Weihnachtslieder-App – auf dem Homescreen eines iPhones abgelegt werden und können dann wie eine ganz normale App benutzt werden.

Die Weihnachtslieder-App besteht aus einer einzigen HTML-Datei. So ist sie zusätzlich offline verfügbar, so lange sie im mobilen Browser geöffnet ist. Man muss sie also nicht einmal auf dem Homebildschirm ablegen – was sich jedoch trotzdem sehr empfiehlt, falls das Browserfenster einmal aus Versehen geschlossen wird.

Link im mobilen Browser aufrufen oder QR-Code fotografieren — warten bis Web-App komplett geladen ist — auf Homebildschirm sichern — und gemeinsam Spaß haben.

Draußen muss nicht in jedes iPhone kompliziert den Link neu eingeben werden, sondern es reicht, wenn die App auf einem Smartphone vorhanden ist. Einfach von Smartphone zu Smartphone den QR-Code fotografieren, und schnell kommt ein kleiner Chor zustande.

Viel Spaß beim Singen.

PS: Für die Nutzung der Web-App kommt dieser Beitrag der @netznotizen etwas spät, da der dritte Advent ja bereits vergangen ist und dieses in der Regel der Sonntag für das Adventssingen ist. Daher erfolgte das Release der Web-App bereits am letzten Freitag via Twitter und Facebook und hat inzwischen ganz gut die Menschen erreicht, deren Smartphone ihr ständiger Begleiter ist. Schön wären jetzt natürlich noch ein paar Fotos vom gemeinsamen Weihnachtslieder singen, jeder mit dem Smartphone in der Hand.

Gesellschaft · Schreibgeräte & Kontor

Spickzettel digital

20131203-203849.jpg

Schnell ein PDF erstellen, das auf dem Smartphone gut aussieht

»Betrug« sagen die einen dazu, »legitim« die anderen, denn es könnte ja jeder so machen. Kennen tun wir sie alle, die Spickzettel, die wir uns als Schüler oder Studenten geschrieben haben, um während der Klausur vom Blackout verwischtes Wissen schnell nachlegen zu können. Oder auf Wissen, dass absolut nicht in den Kopf wollte, schnell zugreifen zu können.

Gut geschriebene Spickzettel haben meine Schulkarriere gefördert, wobei ich freilich nicht die technischen Mittel hatte, wie sie heute jeder Schüler und Student hat. Damals waren wir quasi »auf Stift und Papier« gesetzt. Ich hatte es ganz gut perfektioniert, komplett Oktavhefte vollzuschreiben und in den Schaft meiner weiten, halb hohen Stiefel zu stecken. Zusätzlich passte noch die ein oder andere Kopie in den Stiefelschaft, auf DIN A6 gefaltet. So gerüstet, trat ich dann zu den längeren schriftlichen Prüfungen an, bei denen man ein bis zweimal rausgehen, d.h. die Toilette aufsuchen durfte. Währenddessen wurde der Spickzettel ausgepackt. Bei allen wichtigen Prüfungen war ich also sommers wie winters mit gutem Schuhwerk dabei, auch wenn an heißen Tagen Sandalen deutlich passender waren als irgendwelche Winterstiefel. Für Spickzettel, die nicht direkt im Klausurraum verwendet werden sollen, halte ich mein altes »Stiefel-System« immer noch für ideal. Ganz nach dem Motto: »Der Spickzettel muss am Mann sein.«

Nun, die Situation hat sich ziemlich geändert. Den Stiefel braucht kein Prüfling mehr, weil jedes Smartphone inzwischen ganze Büchersammlungen enthalten kann, mehr als man jemals bis zur Promotion lesen kann. Trotzdem sind sie sinnvoll wie eh und je, diese selbstgemachten Spickzettel. Lernt man doch oft erst durch das Strukturieren und Zusammenfassen des Stoffs. Warum das ganze nicht gleich Smartphone-optimiert tun? Ein Smartphone passt in jede Hosentasche, man kann im Sommer in Sandalen zur Prüfung – und ein digitaler Smartphone-Spickzettel ist sehr einfach herzustellen.

Man muss nur aus PDF erzeugen, zum Beispiel aus einer Word-Datei oder OpenOffice-Datei. Dann sendet man sich das PDF per Email aufs Smartphone, speichert es, fertig. Einmal auf dem Handy gespeichert, ist es allzeit verfügbar, freilich auch offline. Und sollte das Spickzettel-PDF viele Seiten umfassen, ist es wie jedes PDF selbstverständlich durchsuchbar, damit man schnell die passende Stelle findet.

Wie erstellt man nun genau so einen PDF Spickzettel?

Beginnen Sie mit einem leeren DIN-A4-Dokument und setzen Sie alle Ränder auf 1 cm. Damit man das PDF später wie ein eBook oder wie eine App lesen kann, ohne ständig mit Fingerschnips zu vergrößern, bietet es sich an, die Schrift richtig groß zu einzustellen, so dass sie später auf dem Handy-Display gut lesbar ist. Bewährt hat sich z.B. 48pt für Überschriften und 36pt für den Text. Unter normalen Verhältnissen eine eine viel zu große Schrift, für die Anzeige auf dem Handy jedoch gerade passend, wie das Foto zeigt. Bequem kann man so per Fingerwisch von Seite zu Seite blättern, ohne ständig vergrößern zu müssen.

Ist der Spickzettel, der viele Seiten umfassen und ein kleines selbst geschriebenes Buch sein könnte, fertig, wird das Dokument als PDF gespeichert. Mit dem Apple-Mac funktioniert das standardmäßig und für den PC gibt es eine Menge Tools, um aus jedem beliebigen Dokument ein PDF zu erzeugen. Man schickt sich das PDF dann selbst per Email zu, öffnet die Email auf dem Handy und speichert es dort. Der digitale Spickzettel ist an Ort und Stelle.

Wer sich einigermaßen mit MS-Word auskennt und einen komplexeren Spickzettel bzw. mit vielen Seiten gestalten möchte, kann ein Inhaltsverzeichnis mit Links innerhalb des Dokuments aufbauen, bzw. auch Links zu anderen Seiten einfügen. Das Ergebnis kommt einer App dann schnell ziemlich nahe.

Zum Anschauen des PDF-Spickzettels ist eine Reader-App auf dem Smartphone erforderlich. Bewährt und ein Muss für iPhone-Besitzer ist die Gratis-App »iBooks« von Apple, mit der eBooks und PDFs gelesen und im virtuellen Bücherregal verwaltet werden können. Für Android-Smartphones gibt es die Adobe-Reader-App und zahlreiche weitere Apps, die PDFs darstellen können.

Moralkeule Betrug

Verständlicherweise möchten Lehrkräfte, Dozenten und Prüfer nicht, dass in schriftlichen Arbeiten andere als die erlaubten Hilfsmittel verwendet werden. Offiziell heißt so etwas »Täuschungsversuch« und jedem ist das Ergebnis in Entdeckungsfall klar – das sofortige Ende der Prüfung und eine ungenügende Bewertung. Mit etwas Überhöhung wird manchmal auch von »Betrug« gesprochen. Ich zweifle, ob dieses Wort angemessen ist. Eher nicht, denn es handelt sich nicht um einen Straftatbestand nach StGB. Man »betrügt« vielleicht das System an sich oder bestenfalls Prüfer und Prüfungskommission, weil man eine Leistung mit zusätzlichen Hilfsmitteln erbringt, die man ohne diese hätte nicht in der gleichen Form erbringen können und ihnen vortäuscht, man würde diese Leistung mit den erlaubten Hilfsmitteln erbringen. Ein Schaden entsteht freilich nicht.

Ziemlich ärgerlich fand ich es als Schüler immer, wenn die Moralkeule geschwungen wurde, und vollmundig verkündet wurde, man würde durch Spickzettel und unerlaubte Hilfsmittel die anderen Schüler bzw. die anderen Teilnehmer einer Klausur betrügen. Weil man sich ja einen Vorteil verschaffe. Das ist falsch. Einerseits, weil diese Moralkeule davon ausgeht und suggeriert, alle anderen würden keine unerlaubten Hilfsmittel benutzen. Andererseits, weil jeder die gleichen Möglichkeiten hat, es ebenso zu tun – und wer die Möglichkeiten nicht nutzt, ist selbst schuld, wie überall im Leben. Also nichts mit »Betrug an den Mitschülern«. Keiner wird hier persönlich betrogen und hat einen Schaden davon.

Für Nerds und Fortgeschrittene

Wer mag, kann die Smartphone-Spickzettel natürlich noch weiter treiben und sich ein echtes eBook mit Sigil, Pages, OpenOffice oder sogar mit iBooks-Author erstellen. Das setzt jedoch etwas Nerdtum voraus – und man muss aufpassen, nicht in die Falle zu tappen und die Technik über den Content zu stellen. Was hilft die schönste selbst programmierte Spickzettel-App in der Klausur, wenn man so viel Zeit in Programmierung und Design investiert und die Inhalte und das Lernen zu kurz kommen? Nichts.

Spickzettel für alle

Auch für die, die nicht mehr studieren, mag ein digitaler PDF-Spickzettel, in dem einfach per Fingerwisch von Seite zu Seite geblättert werden kann, recht sinnvoll sein. Zum Beispiel für einen Vortragstext und die schnell mit dem Smartphone gehaltene Präsentation. Wird es ein echter Klausur-Spickzettel, dann kann er noch mit ein paar Fotos aus dem Lehrbuch angereichert werden.

Für Sie und den Nachwuchs viel Spaß beim Spickzettelbauen.

Schreibgeräte & Kontor

Einen Verlängerten bitte

bleistift-verlangerung

Gut und gerne schreibe ich mit Bleistift. Auch dieser Blogbeitrag ist mit Bleistift geschrieben, bevor ich ihn mit →Siri ins SchlauPhone diktiert habe. So gibt es eine gut gefüllte Box nur mit allerlei Bleistiften im Regal meines Büros. Vermutlich mehr, als ich in diesem Leben noch verbrauchen kann, wenn man bedenkt, wieviel man mit einem Bleistift schreiben kann.

Mit keinem Schreibgerät kann ich so schnell schreiben, wie mit einem Holzbleistift. So schaute ich letztens wieder in die Bleistiftbox und fand unter anderem die hier fotografierte Verlängerung. Ein Fundstück, simpel und bestimmt viele Jahrzehnte alt. »Zigarren-Spezial-Geschäft« steht darauf. Man beachte, kein normales Zigarrengeschäft, sondern ein Spezialgeschäft. Mein Fundstück kommt aus der Berliner →Ebertystraße 22. Zwei Häuser weiter habe ich vor vielen Jahren mal eine Wohnung besichtigt. Ob es ein Werbegeschenk war, oder ob man die Verlängerung für wenig Geld kaufen musste, weiß ich freilich nicht. Zigarrenläden verkauften ja auch oft einfache Papiersachen, Schreibblöcke, Hefte, etc.

Ich schätze, die Verlängerung ist aus der Vorkriegszeit. Es kann jedoch auch sein, dass sie erst in den Fünfzigern oder Sechzigern hergestellt wurde. Das Modell ist so zeitlos und simpel, das es durchaus noch heute Absatz finden würde. Genau das richtige für die Ikea-Bleistifte, Sie wissen schon, die alle immer mitnehmen… Verglichen mit einem normalen Holzbleistift ist der Durchmesser deutlich dicker, so dass sich ein noch besseres Schreibgefühl ergibt.

Der Bleistift wurde übrigens mit diesem →Budget-Kurbelanspitzer so schön schlank gespitzt, mit leicht konkavem Konus. Vielleicht ist dieses Berliner Fundstück aber auch nur ein Mittel zum Zweck, um einmal einen schlank gespitzten Bleistift zu fotografieren – so wie ich es mir im Blog des →Lexikalikers immer gerne anschaue.