Berlin

Weihnachten an der Barnimkante

weihnachtsbaum

Klappe, 1, die erste

Das war’s, und es war gut. Weihnachten ist ja immer so eine Sache, die emotional ziemlich beladen ist. D.h., ziemlich Energie zieht und, obwohl alle Einzelheiten schön sind, ist man davon trotzdem »erschossen«. Die omnipräsenten Massenmedien und allerlei Geschäfts- und Werbungsgedöns tun ihr eigenes dazu. Weihnachten wird hochstilisiert als Fest der Liebe und des Schenkens und der Perfektionsanspruch wird allseits geschürt.Und auch wenn ein Großteil von uns dieses System durchschaut hat und wir es innerlich nicht mittragen, sind wir doch wieder ruck zuck in dieser Spirale.

Ich bin in meiner inzwischen verstorbenen Ursprungsfamilie davon nicht verschont worden. Im Gegenteil, alles musste dort perfekt sein. Vom Weihnachtsbaum, über das Essen, bis hin zum erzwungenen Freuen über die Geschenke… – weil, sonst ist man ja undankbar am Fest der Liebe. Lassen wir diese passive Aggressivität. Zumindest hat sie dazu geführt, dass sich meine Weihnachtsgefühle gut in Grenzen halten und ich nach 23 Jahren Abstinenz in diesem Jahr zum ersten Mal wieder einen Weihnachtsbaum habe, nach einem halb so großen Tisch-Bäumchen nach der gerade beendeten Studentenzeit, damals noch in Hannover. Diese Zeit kann man wohl noch toppen. Miz Kitty sagt, es sei ihr erster nach 24 Jahren.

Nicht nur der Weihnachtsbaum war Premiere, sondern auch anderes. Die Bescherung fand dieses Mal in großer, schöner Runde beim Kind (ich übernehme den Begriff aus dem →Kitty-Blog, Einzelheiten lesen Sie dort) und ihrem Freund in Pankow statt. Kitty und ich waren zudem an der Barnimkante Gastgeber für die Eltern und das Vogel-Essen am ersten Feiertag fand bei uns statt. Im Grunde genommen ist alles gut gelaufen – eben nur mit so ein paar selbst gemachten, aber nicht zu unterschätzenden Überforderungen. Nun, des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

Gerade sortiere ich allerlei Daten neben dem von Elektrokerzen illuminierten Weihnachtsbaum, für den ich übrigens zweimal Kugeln gekauft habe – da mir das erste Farbkonzept nicht gefiel; Sie wissen schon, Luxusprobleme, die Sie auch gerne haben möchten. Dieses durch allerlei Weihnachts- und Familienkram bedingte »erschlagen sein« scheint sich bei uns ja noch in Grenzen zu halten, wenn es so mit den Posts der Twitter-Timeline der letzten Tage vergleiche. Zwischen den Jahren reihen sich nun in der Weihnachts-Rekonvaleszenz-Zeit einige Blogger Treffen aneinander, bevor dann ins neue Jahr gerutscht wird.

Nächstes Jahr Weihnachten?

Genauso, nur mit weniger selbst gemachtem Aufwand für uns. Keine aufwändigen Mini-Geschenke in Nachtarbeit und auch kein aufwändig vorbereitetes Weihnachtsessen. Nächstes Jahr also mit genauso viel emotionalem Einsatz, aber deutlich weniger materiellem und körperlichem Einsatz. Motto: Unaufwändig, aber effektvoll.

 

Retrospektiv:

Weihnachten vor drei Jahren war es wesentlich kälter, so richtig mit Eis und Schnee. Ich hatte die Weihnachtstage allein verbracht und saß am zweiten Weihnachtstag im leergeräumten Zimmer – die halbe Wohnung war unmöbliert nach dem Auszug meiner Ex-Partnerin. Mit dem Notebook auf dem Schoß hockte ich vor der Heizung, schaute über die verschneite Stadt und surfte kreuz und quer im Internet. 2011 konnte nach dem Tod meiner Eltern und nach Trennung und Auszug meiner Partnerin nur besser werden. Im März 2011 traf ich auf Miz Kitty. Den Rest des Happy-Ends kennen Sie aus dem Kitty-Blog.

 

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