Zeit ist ja so etwas Abstraktes wie elektrischer Strom und nicht sichtbar. Sehr wohl erkennbar sind dagegen die Auswirkungen. Freilich hofft man, dass diese eher wohlwollender Natur sind, dass eben die Zeit für einen arbeitet. Manchmal möchte man die Zeit auch anhalten. Nicht statisch anhalten, aber so, wie in einer Zeitschleife, die sich immer wiederholt und nach dem einem Ablauf zum Startzeitpunkt zurückspringt, um nun wieder und wieder abzulaufen. So ein ganz bißchen wie Zeitschleife war das letzte Wochenende. Wir heißen es uns gutgehen. Mit Blick auf das Riesengebirge, Champagner und im edlen Ambiente. Warum? Es gab etwas zu feiern, so wie jedes Jahr um diese Zeit.
Gesellschaft
Bücher aussetzen und mitnehmen
Das Quartier hier um den Berliner Zionskirchplatz vereint durchaus Hipsterness, Gesetztheit und Besserverdienendentum gleichermaßen. Diese Mischung eben, die für die Gentrifizierung typisch ist. Vieles finde ich hier jedoch immer wieder ganz angenehm. Die Atmosphäre ist freundlich und entspannt, das Viertel bietet zahlreiche Impulse und der Gammel hält sich in Grenzen. Zwar gibt es auch hier ab und zu Müll auf den Straßen, aber zum Beispiel mit Kreuzberg oder Friedrichshain verglichen ist es hier deutlich weniger.
Dafür gibt es hier eine andere, schöne Tradition, die eigentlich keine ist, die ich jedoch als solche empfinde, habe ich sie doch erst mit dem Einzug in dieses Haus kennengelernt: Dinge, die man selbst nicht mehr braucht, die jedoch noch gut sind und noch funktionieren, werden oft vor die Tür gestellt und finden so schnell wieder einen neuen Liebhaber oder Besitzer. Wohl bemerkt, kein Trash, keine verkeimten Textilien, alten Matratzen oder abgewohnte Möbel, kein Zeugs, das andernorts auf diese Art als Müll schnell entsorgt wird. Aber eben Dinge, die man selbst nicht mehr braucht, die andere jedoch vielleicht noch brauchen oder sogar sammeln. So finde ich ab und zu Bücher in den Eingängen und auf den Fenstersimsen der Kellerfenster und habe selbst schon das eine oder andere überflüssige Stück oder doppelt vorhandene Exemplar rausgestellt. Gute Stücke finden dann binnen kurzer Zeit einen neuen Besitzer.
Eben fand ich in der Zionskirchstraße diese drei ausgesetzten Bücher. Neben einem quadratischen Foto-Bildband im roten Leineneinband lagen dort zwei Brüder aus dem Galileo-Verlag: „Grundkurs Typografie und Layout“ und „Illustrator CS2“. Beide Bücher kenne ich. Außer dem Fotoband nahm ich das erstere mit. Seit langem habe ich es bereits im Regal stehen, nicht für mich selbst, sondern als Ansichtsexemplar für die Teilnehmer meiner Kurse, die dieses Buch ganz gut gebrauchen können. So werde ich das aufgesammelte Buch wohl verschenken oder verlosen, damit es wieder in gute Hände kommt, zu jemandem der es gut gebrauchen kann. Ein Buch zu Illustrator CS2 braucht dagegen heute kein Mensch mehr, ist das Programm doch heute in einer um 5 größeren Versionsnummer aktuell – womit einmal mehr deutlich wird, wie kurzlebig Computerbücher sind.
Lauf der Sympathie

Vor einigen Jahren bin ich ziemlich viel gelaufen. Nicht übermäßig, aber doch regelmäßig habe ich im Grunewald trainiert und in den Sommermonaten an dem ein oder anderen Volkslauf oder Halbmarathon teilgenommen. Leider ist das vorbei. Irgendwie bin ich aus dem Laufen rausgekommen, alles hat eben so seine Zeit.
Nach mehreren Jahren habe ich am letzten Sonntag nun wieder am Lauf der Sympathie teilgenommen. Dieser Volkslauf findet jedes Jahr in der zweiten Märzhälfte statt. 10 km geht es von Falkensee, kurz hinter der Berliner Stadtgrenze, nach Berlin-Spandau. Früher sagte ich immer Anlaufen dazu, so wie die Segler Ansegeln sagen, wenn sie das erste Mal nach der Winterpause ihre Boote zu Wasser lassen. Freilich, 10 km sind für mich im Moment doch recht anstrengend, aber es hat Spaß gemacht, und interessanter als den Sonntagmorgen in Bett und Badewanne zu verbringen war es zudem. Dafür gibt es ja noch andere Sonntage. Wie bei jedem Volkslauf bekam jeder eine Medaille, mit der zwar keiner so richtig weiß, was er damit tun soll, die alle jedoch trotzdem immer gerne nehmen. Für’s Foto, zum Hinhängen, den Kindern geben oder als Schlüsselanhänger.
Interessant ist am Lauf der Sympathie sicher die Geschichte. Wenige Monate nach der deutsch-deutschen Grenzöffnung beschließen ein West- und ein Ost-Sportverein einen gemeinsamen, grenzüberschreitenden Volkslauf zu organisieren. Damals noch von der DDR (Falkensee) nach West-Berlin (Spandau). Das war 1990. Ein Jahr später gab es die DDR schon nicht mehr. Der Lauf der Sympathie wurde über die Jahre jedoch ein regelrechter Renner. In diesem Jahr war es bereits der 26. Lauf der Sympathie, inzwischen ein etabliertes Laufereignis in der Berliner Laufszene. Ich denke, ich bin bei Nummer 27 im nächsten Jahr wieder dabei.
Barcamp
An diesem Wochenende war ich zum ersten Mal auf einem Barcamp. Vor einigen Jahren hätte ich diesen Begriff sicher für ein Seminar gehalten, in dem man Barmixen lernt oder Cocktails verkostet. Nun, ein Barcamp ist etwas ganz anderes. Es ist quasi eine Tagung ohne Programm. Das entsteht nämlich erst während der Veranstaltung. Die Grundidee eines Barcamp ist, dass jeder in einem Bereich ein Experte ist, mit welcher Tiefe auch immer. Entsprechend kann jeder eine Session anbieten. In der Regel entsteht so eine gute Themenmischung.
Das Barcamp Berlin an diesem Wochenende war ein sogenanntes offenes Barcamp. Im Gegensatz zum einem thematischen Barcamp steht ein offenes Barcamp nicht unter einem Thema. Daher gab es sehr unterschiedliche Sessions, von Pilzzucht auf Kaffeesatz über Responsive Content und Usability bis hin zur Erfahrung in Singlebörsen. Einiges an Ideen und Inspiration habe ich bekommen, zum Teil direkt aus den Gesprächen in den Sessions und in den Pausen, zum Teil auch durch Beobachtung der Teilnehmer und der Prozesse in den Sessions. Wie in der Eröffnungsrede empfohlen wurde, müsste ich jetzt einige dieser Ideen in den nächsten 48 Stunden etwas voranbringen. Mal schauen, was sich bis Dienstag tut …
90plus für 45plus
Schmale Tische machen kirre.
Die optimale Bestager-Tischbreite: Gerade sitze ich mit Miz Kitty beim besten Sushi-Imbiss am Berliner Zionskirchplatz. Es gibt an diesem Platz nur einen einzigen Sushi-Imbiss. Der ist jedoch so gut, dass er sich tatsächlich mit anderen messen könnte und sehr wahrscheinlich der Beste wäre. Allerdings ist es freilich eher ein Imbiss als ein Restaurant. 24 Plätze gibt es hier in einem nicht allzu großen Raum. Schmale 2er-Tische, allesamt an einer Seite an eine Wand grenzend, aus hellem Holz, mit simplen, aus drei Brettern schön geformten, kastenartigen Hockern davor und meist als Ensemble für vier Personen zusammen gestellt. Die Tische sind ziemlich schmal, zwei mal 24 cm und dann noch ca. 7 cm mehr, das habe ich gerade mit meinem iPad abgemessen. 55 cm also.
Schön, da kommt man sich näher. Nur, Miz Kitty und ich, wir sind ein Ehepaar, wir sind uns schon nahe. Heute sitzt sie, wie es sich für ein Ehe- und Liebespaar gehört, wie immer mir gegenüber. Wir wollen uns schließlich in die Augen schauen. Dann rückt sie auf den Platz diagonal von mir gegenüber. Sie sähe mich nur unscharf, sagt sie, das mache etwas kirre, dieser Tisch sei einfach zu schmal und die Brille ist in der Wohnung. Das kann ich gut verstehen. Ich kenne es, ich sehe nämlich vieles nahe inzwischen unscharf. Wtf, schmale Tische, die einen kirre machen aufgrund zu früh einsetzender Altersweitsichtigkeit.
Wir haben etwas überlegt und gerechnet: 90 bis 100 cm ist wohl die optimale Tischbreite für Menschen ab 45. Dann sieht man sein Gegenüber bei normalem Altersabbau noch ohne Brille schön scharf. Also aufgepasst, Ihr Möbeldesigner für hochwertiges Best-Ager-Equipment und Ihr Dating-Café-Betreiber für die zweite Lebenshälfte. So müssen Eure Tische sein.
Ich selbst bin ja bin konsequenter Lesebrillenverweigerer. Zumindest möchte ich diesen Moment noch etwas hinauszögern. Dafür gibt es doch die Bedienungshilfen des Apple-iOS. Zum Beispiel die extra große Schrift inklusive der netten Bemerkungen wie: „Diese Schrift ist ja wirklich für Blinde.“ Damit haben die Mitmenschen doch gute Möglichkeiten, ein Gespräch anzufangen, ohne übers Wetter reden zu müssen. Falls ich etwas gar nicht mehr scharf erkennen kann, hilft weiterhin die Smartphone-/iPhone-Kamera. Abfotografieren und mit Fingerschnips vergrößern schafft mir eine scharfe Detailsicht. Oder die Kamera einschalten, vorher vergrößern, mit der einen Hand festhalten und mit der anderen machen – und gleichzeitig die Vergrößerung am iPhone-Display betrachten. Mein Tipp für den Fall, dass Sie auch von natürlicher Weitsichtigkeit und nachlassender Sehkraft betroffen sind.
Ok, wenn ich dann über 50 bin, gönne ich mir irgendwann auch eine Lesebrille. Alternativ-rund oder ein – vermutlich eher – ein rahmenloses Modell mit halben Gläsern zum Drüberschauen und der Anmutung von „Ich-bin-ja-Designer-und-besserverdienend“. Aber bis dahin ist es noch lange hin. Vorher gibt es vielleicht heimlich eine Billigversion im Flughafenshop oder Drogeriediscounter.
Ach ja, und jetzt möchten Sie wissen, wie der beste Sushi-Imbiss am Platz heißt? Es ist Hangi Sushi. Gerne gehen wir hier hin, Sushi oder eine scharfe Suppe essen und für mich dazu ein Weizen. Lecker und freundlich ist es hier. Testen Sie es gern.
Die bewusste Zufälligkeit
Darüber musste ich im Kunstunterricht ein Referat halten. Obwohl mir der Kunstunterricht recht viel Spaß machte und ich dort immer ganz gut Erfolg hatte, gelang mir dieses Referat nur mittelmäßig. Mich interessierte damals der praktisch-bildende Bereich des Kunstunterrichts mehr als theoretische Betrachtungen und reden über Kunst. Das Thema hat mich jedoch seinerzeit angefixt und die bewusste Zufälligkeit spielt immer mal wieder eine Rolle bei mir.
Vorgestern hatte ich die Aufgabe, in alter Kanzleischrift ein fiktives, historisches Dokument zu erstellen. Also ein passendes Schreibgerät gesucht und bis die Tinte richtig fließt, muss natürlich etwas probiert werden. Sie kennen das bestimmt von ihrem Füllfederhalter. Bis er richtig schreibt, dauert es etwas. Wenn man die Tinte schnell in die Spitze treiben will, nimmt man den Stift und macht eine ruckartige, von sich weg weisende Handbewegung. Die Schreibflüssigkeit bewegt sich so schnell zentrifugal Richtung Feder. Damit man nicht in die Gegend kleckst, wickelt man zuvor gewöhnlich ein Papiertaschentuch oder einen alten Lappen um die Feder. Letzteres hatte ich vorgestern nicht zur Hand, und nahm statt dessen einfach ein Blatt Papier. Mit ruckartiger trieb die Tinte zur Feder – und kleckste freilich auch ins Papier. Ein schneller Vorgang. Die Tinte floss gut, und ich konnte loslegen. Dem Blatt Papier, das ich um die Spitze gewickelt hatte, schenkte ich keine Beachtung und legte es zerknüllt in den Altpapierkasten. Der besseren Ordnung wegen – geknülltes Papier trägt ziemlich auf und macht sich in der Rundablage nicht gut – faltete ich es vorhin auseinander und glättete es. Ein filigran-skurriles Geflecht aus Rinnsalen und Klecksen sprang mir ins Auge. Da war sie wieder, die Zufälligkeit. Zu schade, dieses wegzuwerfen. Also gescannt, etwas nachbearbeitet, in ein Format gebracht. Digitaler Rahmen drum. Die Zufälligkeit der Tinten-Rinnsale, bewusst arrangiert und in Szene gesetzt. Mindestens ein individuelles Bild für’s Blog und für Facebook ergibt es doch.
Freilich, wem es Symmetrien angetan haben, kann auch nach Rohrschach klecksen und knicken und zu tieferen Erkenntnissen kommen – oder einfach am nächsten Silvester Blei gießen.
Soziale Fallbacks
Ein Plädoyer für Sozialarbeiter, Beistände und Betreuer.
Warum es sich lohnt, sie zu unterstützen.
In Smalltalk-Gesprächen kommt man oft auf dieses und jenes und manche Themen wiederholen sich mit mäßiger Regelmäßigkeit. Eines davon ist Hartz 4 und die Arbeitsagentur. Je nachdem, mit wem man gerade spricht, wird dann über die Mitarbeiter dort geklagt oder über deren Klienten, die Leistungsempfänger. Zuweilen richtet sich der Fokus auch auf deren Beistände oder Betreuer, seien es nun professionelle Sozialarbeiter bzw. Rechtsbeistände oder ehrenamtliche Unterstützer. Mit der letzten Gruppe möchte ich mich in diesem Text befassen. Diese Helfer unterstützen ihre Mitmenschen, die Klienten bzw. Leistungsempfänger und versuchen zumeist, das maximal Mögliche an Unterstützung für sie herauszuholen, oft mit berechtigten, manchmal auch mit weniger berechtigten Forderungen.
Freilich, das macht die Arbeit der Mitarbeiter von Ämtern und staatlichen Organisationen oft anstrengender und aufwendiger, müssen sie sich jetzt doch nicht nur dem bittstellenden Klienten gegenüber rechtfertigen, sondern auf Augenhöhe auch dem Helfer gegenüber, der Rechtslage und Interna manchmal sehr gut kennt. Oft wird in Frage gestellt, ob es denn sein muss, denjenigen, die aus unseren sauer verdienten Steuern ihre Hilfen zum Lebensunterhalt beziehen, noch einen Beistand zur Seite zu stellen, der ebenfalls mindestens indirekt auch aus diesen Steuern finanziert wird. (Falls er bei einem privaten Träger arbeitet, ist er durch die öffentliche Förderung dieses Trägers indirekt aus Steuergeldern finanziert). Zu viel des Guten, sagt sich mancher, es kann doch nicht sein, dass der hilfebedürftige Leistungsempfänger ein Korrektiv auf Augenhöhe mitbringt, wodurch das natürliche Gefälle zum Antrags- und Bittsteller nivelliert bzw. aufgehoben wird. Freilich, so reden Menschen, die noch nie selbst in der Situation waren, ernsthaft angeschlagen zu sein, finanziell, gesundheitlich, mental oder sonst wie. Nun, selbst erlebt habe ich es im Finanziellen auch noch nicht, dreimal klopf auf Holz, ich habe Glück gehabt. Aber ich war auch schon bei Krisendiensten, die mir akut halfen, und um deren Existenz ich froh war. Und habe sie schon öfter gesehen, die kotzenden Pferde, – so dass ich niemals nie sage, wenn die Frage im Raum steht, ob und wie man so tief sinken kann. Der freie Fall ist schneller, als man gemeinhin denkt.
Daher finde ich es gut, dass es Helfer, Rechtsbeistände und Sozialarbeiter gibt, die ganz bewusst auf der Seite derer stehen, die ohne unser aller Zuwendungen – sprich ohne staatliche Unterstützung – nicht auskommen, und für die es erst einmal zweitrangig ist, wie die individuelle Notlage entstanden ist. Auch, wenn das manchem Amtsmitarbeiter ab und zu etwas Mehrarbeit und Kopfschmerzen bereitet. Auch, wenn dadurch vielleicht alles etwas mehr kostet, weil der Leistungsempfänger Leistungen erhält, zu deren Beantragung er allein nie fähig gewesen wäre.
Gut, dass es diese Fallbacks an Beratungseinrichtungen, Helfern, Betreuern, Sozialarbeitern und Rechtsbeiständen gibt. Dass wir auf sie zurückgreifen können, wenn wir nicht mehr so können, wie es notwendig ist, wenn wir bereits im freien Fall sind oder eben kurz davor.
Was möchte ich Ihnen mit diesem Beitrag sagen?
Erstens möchte ich Sie darauf stoßen, über diese Fallbacks und ihre Sinnhaftigkeit einmal nachzudenken. Die Nützlichkeit von Krankenhäusern, Feuerwehren und gesetzlicher Sozialversicherung kennt jeder schnell. Denken Sie einmal über die anderen, darüber hinaus vorhandenen Fallbacks nach, die sich bereitwillig auf unsere Seite stellen, wenn es uns schlecht geht, ohne sofort danach zu fragen, ob wir den Zustand selbst verursacht haben und ohne uns vorzuhalten, welche Belastung unsere Notlage denn für die Allgemeinheit ist.
Zweitens möchte ich Sie zum Absteigen vom hohen Ross auffordern. Falls Sie das überhaupt betrifft und Sie noch in dieser Höhe reiten, nicht längst abgestiegen sind oder nie geritten sind. Das Pferd stolpert schnell, im Dreck liegen Sie. Und welche Fallbacks haben Sie dann, wenn alles richtig doof kommt? Die Fallbacks, die es in dieser Gesellschaft (noch) gibt, lohnt es sich zu pflegen und zu unterstützen.
Neujahrslauf
Die ersten vier Tage des neuen Jahres 2015 sind schon rum. Mit einigen Freunden sind wir hier in ganz kleinen Kreis ins neue Jahr gerutscht. Klein und fein, abseits von irgendwelchen Partys mit Geknalle und großem Bahnhof, so mögen wir es. Am Neujahrstag habe ich dann etwas getan, dass ich schon einige Jahre nicht mehr gemacht habe. Ich habe – zusammen mit 4125 anderen Läufern – am Berliner Neujahrslauf teilgenommen. Um 12 Uhr ging es am Brandenburger Tor im großen Pulk los, Unter den Linden entlang bis zur Spandauer Straße, dann rund um den Berliner Dom und wieder zurück zum zum Brandenburger Tor. Insgesamt 4 km, naja, wenn man das Hinlaufen von der Straßenbahn zum Start mit berücksichtigt, sind es km; ich war nämlich etwas spät.
Mit Volksläufen habe ich einige Jahre ausgesetzt und habe es jetzt wirklich genossen, in der Menge mitzulaufen. Vor allem die Strecke zum Brandenburger Tor zurück. Erinnerungen an meine acht Berliner Marathonläufe, wo genau diese 2 km die letzten bis ins Ziel sind. Eine gute Entscheidung war es, den Neujahrsmittag nicht komplett zu verschlafen, sondern mit der Menge durchs historische Berlin zu traben. Ein Hach-Erlebnis. Damit ist mein Vorsatz für 2015 erst spontan am Neujahrstag entstanden. Ich möchte wie in alten Zeiten wieder mehr laufen und auch an Volkslauf-Veranstaltungen teilnehmen – auch, weil Miss Kitty sagt, ich sähe danach immer ganz entspannt und glücklich aus.
BTW: Heute bekam ich eine E-Mail über die Ankündigung des 26. Laufs der Sympathie, von Falkensee nach Spandau. Seit 1990 gibt es diesen Volkslauf vom Ex-Ost-Ort (Falkensee) zum Ex-West-Ort (Spandau). Aus Gründen der gegenseitigen Sympathie beider Sportvereine. Organisiert wird der Lauf nämlich vom VfV Spandau und vom TSV Falkensee. In diesem Jahr findet er wie immer am dritten März-Sonntag (15. März) statt. Einige Jahre war dieser 10-km-Lauf für mich der Beginn der Laufsaison. Anlaufen sagte ich immer dazu, eben so wie Ansegeln oder Angrillen. Ganz klar, in diesem Jahr möchte ich wieder dabei sein. Mit etwas kreuz und quer ist die Strecke 10 km lang, wobei auch kürzere Distanzen möglich sind (ab 2,5 km). Ist das nicht auch etwas für Sie? 10 km schafft mit etwas Training jeder, die Zeit ist sowieso egal. Alle braven Mädchen (und Jungs) schaffen die 5-km-Strecke in jedem Fall. – Dann lassen Sie uns doch einen Bloggerlauf machen. Also, wir sehen uns. Im März, in Falkensee.


