Berlin · Design & Typo · Reisen

Hochformat. Bewegtbild. Mehr davon!

In eigener Sache

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Video-Blogs und Podcasts gibt es schon ziemlich lange. Zu diesen Medien und vor allem zu YouTube hatte ich jedoch nie den richtigen Schlüssel. Soll ich mich jetzt vor die Kamera stellen und irgendwas erzählen, dachte ich zumindest. Why? Und sollen mir Menschen neben Instagram und Twitter auch noch auf YouTube folgen? Da kann ich die Dinge doch viel eleganter aufschreiben und bebildern. Das stimmt auch prinzipiell, denn ich bin selbst kein Freund von Videos, da ich schneller lesen kann, als die meisten Videos das gesprochene Wort abspielen. Aber es stimmt nur prinzipiell. Geht es um Kurzweil und Bildinhalte, haben Videos klare Vorteile und im Trend liegen sie sowieso. Snapchat und Instagram Stories kamen, fixten auch mich an, und ich gewöhnte mich schnell an die Videoaufnahme und an das sich vor der Kamera zeigen. Snapchat und Instagram Stories sind im Grunde ein zeitversetztes Live-TV. Das ist spannend, weil es frei macht. Ist die Live-Aufnahme nicht so ganz gelungen, egal, in 24 Stunden ist die Story systembedingt gelöscht. Nichts, was das Internet nicht mehr vergessen wird. Sehr schön, dieses Live-TV. Einige inszenieren damit quasi ihre Mini-Live-TV-Show und sind täglich 5 Minuten und mehr auf Sendung. Und wehe, du schaust nicht rein, dann hast du was gefühlt wichtiges verpasst. Die Folge der Omnipräsenz ist natürlich oft, dass sich einige Macher mit einem Hard Cut sang- und klanglos zurückziehen, weil ihnen ihre eigene Snapchat-/Instagram-Omnipräsenz zu viel wird.
Schön und gut, soweit wollte ich es nie treiben; ich bin wenig präsent, aber doch nachhaltig immer mal wieder. Das bedeutet, dass ich nicht jeden Kaffee zeige, den ich mir gerade koche. Die entstandenen Kurzvideos sind für mich selbst oft eine ganz gute Erinnerung, was so war und was uns gerade so beschäftigte. Keine umfassende Soap, aber doch so ein bißchen Einblick hinter die Kulissen. Genau dieses möchte ich konservieren und da es hier nicht so recht in die netznotizen passt, habe ich einen YouTube-Kanal und eine Playlist erstellt, mit der die Videos nacheinander nonstop abgespielt werden können (und innerhalb der Playlist auch bequem zum nächsten gewechselt werden kann).

Damit zwischenzeitlich mal kurze Erklärungen in Textform geschrieben werden können und RSS-Feed-Leser regelmäßig auf dem Laufenden bleiben, gibt es dazu ein neues Blog, auf Blogspot gehostet und vom Design her ganz ansprechend und responsiv. Dort kann man die Videos nacheinander durchgehen und die starten, die man ansehen möchte. Wer gagegen bevorzugt YouTube-Kanäle abonniert, kann meinen Kanal (s.o.) natürlich dort abonnieren.

Also, viel Spaß mit den Kurzvideos. Hier:

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Berlin · Gesellschaft

Eckkneipe

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Eckkneipen waren früher etwas typisch städtisches und vor allem deutsches. Gab es auf den Dörfern Krüge, oft mit Pferdeausspannen, Gaststätten und Erbgerichte oder später, für die früh motorisierte Mittelschicht,  Ausflugsgaststätten, so fand man in den größeren Städten die im proletarischen Umfeld entstandenen Eckkneipen fast an jeder Straßenkreuzung. Dort, wo Menschen sich nach der Arbeit trafen und aufgrund beengter Wohnverhältnisse der eigenen Kurzweil und Kommunikation wegen den geringen Arbeitslohn gleich umsetzten.

In meinen urbanen Stationen, Bielefeld (… doch, gibt es schon), Hannover und Hamburg gab es zwar schon jede Menge an Studenten- und linken Szenekneipen, aber sie waren noch da, diese Eckkneipen. Zu meiner Zeit in der Hamburger Schanze war Büdels Bierdeckel quasi nebenan und Hellas Biereck nicht weit. Nun, das Biereck ist längst weggentrifiziert, der Bierdeckel zog um, und ob es ihn heute noch gibt, weiß ich nicht. Meine Kneipen waren es nie, ich fand sie als Institution jedoch  interessant.

In Berlin gab diese Eckkneipen natürlich auch. Der ganze Prenzlauer Berg und Wedding war voll von diesen proletarischen Treffpunkten der späten  Industrialisierung. Vor vielen Jahrzehnten, vor Weltkrieg, Sozialismus und Wende.

Sozialismus, Gentrifizierung und Hipstertum haben jedoch ihre Spuren hinterlassen. Die klassische Eckkneipe, mit dem Eingang an der Hausecke, dem  rotbraunen, an einer Messingstange im Halbrund gleitenden Wollvorhang direkt hinter der Tür, der oft wie eine schwerlich durchdringbare Schleuse anmutet, jedoch die Berliner Kälte gut abhält, diese Eckkneipen mit einem langem Tresen und der moderne Therapien ersetzenden Wirtin, mit unlackierten Tischen, für diejenigen, die intimer ihre Molle trinken möchten, diese Berliner Treffpunkte gibt es nahezu nicht mehr in den angesagten Vierteln der Gentrifizierung. Warum auch, die Zeiten haben sich geändert und wir, die wir dort wohnen, sind andere Menschen mit veganen oder sonstwie anderen Interessen.

Eine Eckkneipe, deren Publikum gewiss auch nicht mehr viel mit der alten Eckkneipenkultur zu tun hat, deren Lage und Interieur mich jedoch immer sehr daran erinnern, ist das Hackbarth´s an der Ecke Auguststraße/Joachimstraße. Heute ist hier eine angenehme Raucherkneipe mit nicht allzu sehr hipsteresken, jedoch eben Berlin-Mitte-Publikum. Dafür ist das Interieur so, wie es schon vor 40, 60 oder 90 Jahren ausgesehen haben könnte. Nicht alt und gammlig, aber eben zeitlos Eckkneipe. Eine angenehme Mischung aus nicht allzu exaltiertem Publikum und traditioneller Eckkneipe. Mit ocker-braun gemalten Wänden, gelblichem Licht und natürlich dem beschriebenen Wollvorhang.

Ein nach innen, ins Haus gerichteter, gemütlicher Treffpunkt, der zumindest in der kalten Jahreszeit etwas Heimelichkeit ausstrahlt. So etwas typisch deutsches, befand meine italienische Freundin vor guten 25 Jahren und verwendete immer die Worte in una Kneipe, weil es eben diese Institution, in der man vorzugsweise abends gemütlich sitzt und trinkt, in Italien so nicht gäbe. Die italienische Bar sei nämlich etwas gaanz anderes. Nun, auch das mag sich im letzten Vierteljahrhundert geändert haben.

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Funkausstellung

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IFA15-Review:

Konsumenten-Messe.

Im Moment habe ich ganz gut Zeit, die ich zur Regenerierung nutzen muss. So habe ich am letzten Mittwoch früh erst einmal den ärztlichen Rat bekommen, mich nicht mehr über bestimmte Menschen aus Reinickendorf zu ärgern, sollen die doch andere mobben und denen das Leben schwer machen. Anschließend bin ich Richtung Funkturm gefahren, womit nicht der Berliner Fernsehturm, auch TV Tower genannt, gemeint ist, sondern das alte Stahlstrebengestell aus den 20er Jahren, eben „der“ Berliner Funkturm im Westen der Stadt. Jährlich findet hier die Internationale Funkausstellung, kurz IFA genannt, statt.

Am meisten Bedeutung hatte die IFA wohl als Kind für mich. Damals lebte ich in Westdeutschland und Berlin war so weit weg. Es gab nur öffentlich-rechtliches Fernsehen und ich erinnere mich ganz gut, dass die Sondersendungen von der IFA immer etwas ganz Besonderes waren. Soviel Technik zusammen, das war schon imposant für ein Provinzkind. Wie gerne wäre ich dort einmal hingefahren, aber in meiner Familie gab es so gar keine Kontakte nach Berlin – der Weg durch die Zone erschien unkommod bis gefährlich, etc. Also kannte ich die IFA nur aus dem Fernsehen. Später, nach der Wende, bin ich zwei Mal aus Hamburg zur IFA gefahren, aber die Medien hatten längst Einzug in meine berufliche Tätigkeit gehalten und die Technik dahinter hatte ihren Glanz für mich verloren. Vor fünf oder sechs Jahren war ich zu einer Veranstaltung auf der IFA eingeladen. Damals fand ich die Atmosphäre unangenehm, etwas prollig und mit viel zu vielen Besuchern, denen ins Gesicht geschrieben stand, dass sie allenfalls Konsumenten sind – so, wie diese großen, bildungsfernen Kinder, die keinen Satz richtig sprechen können, aber die IT-Checker sein wollen.

Am letzen Mittwoch wollte ich einfach nur einmal schauen, ob die Atmosphäre noch genauso ist. Zudem interessieren mich gerade bestimmte Trends bzgl. Smartphones und mobile computing (die ich natürlich genauso im Internet mitbekomme, jedoch mit IFA-Besuch dann doppelt). Kurz: Es war wie vor ein paar Jahren. Technik galore, nichts für mich innovativ Neues. Viel Technik-Gedöns, das sich ganz klar an die jüngere Unterschicht bzw. untere Mittelschicht richtet, an die Konsumenten-Milieus. An Menschen, die digitale Angebote konsumieren, aber eben kaum in der Lage sind, diese digitalen Angebote und Geräte als Kreateure zu nutzen, zum Erschaffen neuer digitaler Angebote – z.B. in Form von längeren Texte, Videos, eBooks, etc. Konsumenten-Kram auf einer Konsumenten-Messe, für die Zielgruppe, deren Kreations-Kompetenz nach dem Hochladen eines Fotos bei Facebook oder nach einem Zweisatz-Kommentar erschöpft ist. Dazu freilich zielgrppenadäquat angelegte Messestände, Präsentationen und Mitmach-Events.

Mein IFA15-Tag zusammengefasst:

  • Gadgets und Geräte galore. Ganze »Straßen« an Smartphones und Kaffeemaschinen waren aufgebaut. Ersetzen Sie jetzt Smartphone oder Kaffeemaschine durch irgendein Elektrogerät, Lockenstab oder Intimrasierer inklusive. Passt schon.
  • Viele blonde Hostessen, allesamt freundlich und zuvorkommend (zumindest mir als mittelaltem Mann in Geschäftskleidung gegenüber), allerdings ohne irgendeine Kenntnis der Dinge, Marken, Geräte, Angebote, Unternehmen, die sie gerade in ihrem Schüler- oder Studentenjob vertreten.
  • Wenig fachlich kompetente Ansprechpartner in allen Bereichen.
  • TV-Geräte von billig bis teuer mit den gleichen Falschfarbenbildern wie im MediaMarkt.
  • TV-Studios mit Livesendungen (hier die Koch-Tipps, nebenan die Näh-Tipps, dazwischen ein Smalltalk-Interview mit der jungen, blonden Schauspielerin, und Pittiplatsch und Schnatterinchen watscheln in Überlebensgröße durch die Gänge. Gähn. – Wobei, so langweilig wie diese TV-Live-Sendungen sind, sie sind gut für die persönliche Pause auf der IFA, gibt es hier doch einen Stuhl, auf dem man auch auch länger verweilen darf.
  • Kaffee und Smalltalk über das jeweilige Angebot des Messestandes. Mehrere Kaffee-Einladungen waren ganz sicher auf meine geschäftsmäßige Kleidung (Anzug) zurückzuführen, mit der man sich auf einer Publikumsmesse immer noch vom Mainstream – oder soll ich Mob sagen? – abhebt. Absoluter Tipp: Gehen Sie immer in Geschäftskleidung auf Messen, Sie werden ganz anders wahrgenommen und bekommen ganz sicher das ein oder andere mehr angeboten, vor allem wenn der Mainstream dort in Freizeitdress oder kariertem Hemd herumläuft.
  • Werbegeschenke, zielgruppenadäquat. Schlüsselbänder und Kugelschreiber, allesamt nicht sammelwürdig, jedoch mit zwei Ausnahmen: einen schönen Stoffbeutel von Bang & Olufsen und Taschenanhänger vom Handytaschen-Hersteller Golla habe ich mitgebracht.
  • Ein Publikum, das zur etablierten Konsumentenmesse passt: wenige Fachbesucher zwischen allerlei Menschen, Paaren, Familien, die vermuten lassen, dass sie sich diesen Tag gönnen und zur IFA gehen. Dazwischen 60plus-Paare, für die die IFA offensichtlich noch den Glanz vergangener Jahrzehnte hat, meist in der Konstellation: gut gekleideter beiger Checker erklärt seiner ebenso gut gekleideten Gattin, wie etwas funktioniert. Ersetzen Sie »etwas« durch Smartphone, Kühlschrank oder Waschmaschine. Außerdem Schulklassen mit jungen Technik-Nerds oder Unterschichts-Berufschülern, alle so, wie man sich digitale Konsumenten, die eben keine Kreateure sind, vorstellt.
  • Jede Menge Events, die auf diese Konsumenten-Zielgruppen zugeschnitten sind, also meist simpel sind. Nach dem Motto: wer die Seite, auf der ein bestimmtes Produkt im Katalog abgebildet ist, am schnellsten findet, gewinnt irgend ein kleines Gadget … Gähn.

Nächstes Jahr werde ich die IFA vielleicht wieder besuchen, sofern es etwas ganz Konkretes zu erkunden gibt oder ich von irgend jemand eingeladen werde. Ansonsten reicht die Atmospäre erst einmal für ein paar Jahre ;)

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Reinickendorf

Sehr geärgert 

Leider komme ich heute nicht zum sonntäglichen Blogbeitrag. Das ist schade, und es liegt an einer Institution in Reinickendorf, über die ich mich sehr geärgert habe. Meinem Wohlbefinden tat das an diesem Wochenende ziemlich Abbruch. Bestimmt schreibe ich irgendwann einmal ein Buch darüber, so vieles, wie es da zu berichten gibt. Vielleicht sind Sie jetzt neugierig, um wen und was es sich handelt und was diese Plakette damit zu tun hat? – Wer und was kann ich Ihnen nicht sagen, sonst würde ich Interna ausplaudern. Und die Plakette hat nun ganz und gar nichts damit zu tun. Sie zeigt nur das Wappen des Nordberliner Stadtteils, ich habe sie früher mal bei einem Volkslauf (Mercedes-Benz-Halbmarathon) bekommen.

 

. · Berlin

Der Charme der Nebenstraße

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Heute ist der 21. Juni, der längste Tag des Jahres. So richtig Sommergefühle habe ich in diesem Jahr noch nicht. Woher auch, der Winter war mild, der Frühling lang und angenehm und diese pappheißen Tage, die es hier in Berlin oft schon im Mai gibt, wenn der Winter lang und kalt war, blieben in diesem Jahr aus. Trotzdem ist es sehr angenehm und vielleicht in diesem Jar sogar viel angenehmer als das übliche Berliner Klima. Man kann draußen sitzen, nur ist eben kein T-Shirt Wetter.

Wie immer am 21. Juni ist heute wieder in die Fête de la Musique. Vor Jahren, als ich hier her zog, war auch der Platz vor der Zionskirche eine richtige Festival-Location während der Fête . Inzwischen wechselten die Kirchenmänner – oder besser gesagt -frauen – und heute ist es hier ruhiger. Dafür gibt es an der Kastanienallee allerlei gute und schlechte Livemusik und im Mauerpark große Bühnen. Diese Open-Air-Veranstaltung sind allesamt im Moment nicht unseres. So verließen wir eben, das Lokal, in dem wir Sonntagabends manchal essen, fluchtartig. Zwei Häuser weiter spielte eine Band, die ich weder von ihrer Lautstärke noch von  der musikalischen Darbietung während des Essens ertragen mochte. Also eine Straße witer, zum Inder in die Oderberger Straße. Freilich, die Musik lies auch nicht dort nicht lange auf sich warten, inklusive der Menschenströme, die vom Mauerpark kamen oder dahin liefen.

Inzwischen habe ich es mir jedoch dort bequem gemacht, wo die Massen nicht hinkommen. Vorm Rebkeller in der Zionskirchestraße. In den warmen Monaten kann man vor dem kleinen Souterrain-Weinlokal auf der Straße sitzen. Nicht spektakulär, aber mit dem Charme der Nebenstraßen rund um den Zionskirchplatz. Hier genieße ich gerade einen spanischen Rosé, lasse langsam das Wochenende ausklingen und lasse die Fête de la Musique eben Fête de la Musique sein.

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Magazine am Rosenthaler Platz

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Soda, Books & Magazines.

Gut gestaltete, außergewöhnliche Magazine mit ungewöhnlichem Inhalt ziehen mich immer wieder an. Diese Magazine und Bücher bekommt man nicht an jeder Ecke und auch hier in der Hauptstadt nur in ein paar Läden. Do you read me ist einer dieser inzwischen weithin bekannten Orte, wo es solch ausgefallene Bücher und Magazine mit meist internationaler Herkunft gibt. Manch Berlin-Besucher macht einen Stop bei Do you read me, wenn er wieder einmal in Berlin ist und wenn ich in der Auguststraße bin, komme ich um diesen kleinen Laden nicht drum herum. In Magazinen stöbern, das ist es. Berlin-Mitte-Inspiration pur.

Freilich, ich kaufe diese Magazine recht selten. Meist reicht es mir, sie ausgiebig im Laden durchzublättern. Es ist ihr dieses Stöbern, dieses einmal in der Hand halten, dieses Entdecken neuer Ideen, das mich reizt. Zudem inspiriert mich das Layout und die Buchgestaltung oft. Gut, davon verdient kein Buchhändler. Nur leider habe ich begrenzt Platz und auch nicht immer so locker 20 Euro oder 30 Euro für ein Magazin oder Buch übrig. Es ist eher das Durchblättern, kombiniert mit Speed-Reading im Buchladen, das ich so mag.

Hier zuhause nehmen die Magazine nur Zentimeter für Zentimeter Raum und Luft weg. Und die Inspiration ist längs in meimem Kopf, wenn ich sie einmal gesehen und in der Hand gehalten habe Magazine, in denen ich länger lesen möchte, kaufe ich – sofern das geht – gerne digital. Dann habe ich sie immer auf dem iPad dabei und kann sie lesen, wann ich möchte. Zum Beispiel irgendwo im Grünen, dort, wo es kein Internet gibt. Gedruckte Magazine würden derweil zu Hause im Regal liegen. Es sind also diese Magazin- und Buchläden, die mich mehr triggern, als die Magazine selbst zu besitzen.

Am Rosenthaler Platz, am Beginn des Weinbergwegs, gibt es jetzt den neuen Soda Book & Magazine Store, in dem man allerlei internationale und interessante Design-, Kunst-, Lifestyle-Magazine und -Bücher kaufen kann. Oft komme ich nicht umhin, hinein zu schauen und etwas zu stöbern. Und ich habe auch schon einiges gekauft.

Betont übersichtlich ist der Laden, mit einem begrenzten, aber wie ich finde gutem Angebot. Falls Sie auch internationale Magazine und Bücher aus dem Kunst-, Design-, und Lifestyle Bereich mögen, dann lohnt es sich bestimmt, einmal bei Soda am Rosenthaler Platz, am Anfang des Weinbergwegs vorbei zu schauen.

. · Berlin

Da läuft ein Schwein…

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… aus dem Kochbuchladen.

Wie Sie am Straßenbelag erkennen, handelt es sich um eine Straße im ehemaligen Berliner Ostteil. Inzwischen gentrifiziert kommt die Straßensanierung wohl nicht richtig mit, oder wer weiß, vielleicht gibt es für diese Mischung aus uneben verlegten Uralt-Gehwegplatten und Kopfsteinpflaster inzwischen Denkmalschutz? Es ist die Zehdenicker Straße in der Nähe vom Rosenthaler Platz. Schon von weitem blitzte mir vor ein paar Tagen dieses Schwein entgegen. Wüsste ich nicht, dass in diesem Haus das einzige Kochbuch-Antiquariat ist, das ich in Berlin kenne (und vermutlich ist es wirklich das einzige in der Hauptstadt), dann hätte ich mich ob des aus der Ferne ziemlich echt anmutenden Schweinchens in der Berliner Wohnstraße ziemlich gewundert. So war es jedoch klar, das Schwein gehört zu dem Buchladen.

Hier gibt es nicht nur antiquarische Kochbücher, sondern auch allerlei alten Schnickschnack rund ums Kochen und die Ernährung, eben auch dieses gefälschte Getier, das in seiner ersten Verwendung vielleicht einmal die Geschäftsräume eines Fleischers zierte.
Ein gutes Fotomotiv ist es allemal, vor allem ion Kombination mit dem alten Straßenpflaster.

Und ganz am Rande sorgt dieser Schweinchendummy gerade dafür, das ich Ihnen den Tipp gebe, einmal die Bibliotheca Culinaria in der Zehdenicker Straße zu besuchen, wenn alte Kochbücher Ihr Thema sind oder Sie ganz konkret ein lange vergriffenes Kochbuch suchen. Mein Thema ist dieses nicht, weswegen ich noch nie in diesem Souteraingeschäft war. Allerdings schaue ich mir immer die Auslage auf den Tischen vor demhaus an, da Buchgestaltung im Wandel der Zeit ja eines meiner Themen ist. Dazu entdeckt man so manche historisch interessante Einzelheit, zum Beispiel die Ernährungstipps vergangener Tage.

. · Berlin

Preußischer Spiritus

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In dieser 4-Millionen-Hauptstadt Berlin gibt es immer wieder interessante Orte, an die ich mehr oder weniger erst durch Zufall komme. Einer dieser Orte ist die Preußische Spirituosen-Manufaktur an der Seestraße im Berliner Wedding. Mit einer guten Handvoll anderer Blogger und Bloggerinnen nahmen Miz Kitty und ich dort gestern an einer Führung teil. Die Spirituosen-Manufaktur tritt quasi die Nachfolge der ehemaligen Lehr-und Versuchsanstalt für Spirituosen-Herstellung an, in der in frühen Zeiten sogar Kaiser Wilhelm I ein und ausging. Heute werden hier edle Tropfen in kleiner Auflage produziert, mit Wissen von heute und Gerätschaft vergangener Tage. Wer dem geistigem, psychogene Zustände induzierendem Getränk nicht abgeneigt ist und zudem den Charme eines Labors mag, der fühlt sich hier wohl. Neben der Verkostung unterschiedlichster Brände und Liköre wurden wir in die Geheimnisse eingewiesen, wie der Schnaps sein Aroma und damit seine Einzigartigkeit erhält. Wir durften einiges verkosten und an Aromen schnuppern. Und freilich gibt es jetzt zwei edle Flaschen in unserer Hausbar mehr (nein, nicht die im unteren Bild, zwei andere, edlere).
Falls Sie mit einer Gruppe in Berlin sind und die üblichen alten Steine, Museen und Ost-West-Hinterlassenschaften schon zur Genüge gesehen haben oder eben uninteressant finden, dann lohnt es sich bestimmt, eine Führung in der Preußischen Spirituosenmanufaktur zu organisieren.

Link: psmberlin.de
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