Gesellschaft

In den Tiefen der Blogs

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Zusammen mit Miz Kitty habe ich ein eBook herausgegeben. Wir haben uns in die Tiefen der Blogs begeben und einige Texte von Freunden und digitalen Weggefährten hervorgeholt. Perlen von 19 Bloggerinnen und Bloggern, oft mehr als 1000 Tage vor heute geschrieben. Vielen Dank dafür, dass wir sie als eBook veröffentlichen dürfen. Das eBook enthält jeweils eine kurze Vorstellung der Menschen hinter den Blogs und natürlich die von ihnen geschriebenen Texte.

Beteiligt sind Cabman, Frau Casino, docbuelle, engl, fragmente, Andreas Glumm, Heartcore, Frau Indica, Felix Schwenzel, Journelle, Kaltmamsell, Katiza, Barbara A. Lehner, Lucky, Markus Pfeifer, Modeste, Rosmarin, Sebastian Rogler und Wortschnittchen.

»In den Texten werden Gräber gegraben, Joints gebaut und Ateliers verwüstet. Liebe, Geburt und Tod kommen vor. Väter, Mütter und Großmütter treten auf. Gartenzwerge spielen eine geheimnisvolle Rolle. Man gedenkt früherer Zeiten, guten und schlechten, erfindet aus Zufall Bahnbrechendes, wandert aus oder spaziert einfach nur am Strand entlang. Das eBook vereint Blogartikel, die als Kurzgeschichten für sich stehen können und entführt die Leserinnen und Leser per Link in die Blogs, für weitere Entdeckungen.« So schreibt es Miz Kitty in der Vorstellung des eBooks für die Edition Barnimkante, und treffender könnte ich es auch nicht formulieren.

Das eBook gibt es hier zum kostenlosen Download .

Tools & Technik

eBook Quickie

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Nie war Publishing so einfach wie heute

Vor ein paar Tagen wurde ich gefragt, ob ich einmal den neuen E-Short-Service von →BoD testen möchte. Natürlich, gerne, ich war neugierig, denn ich sage ja immer, dass Publishing nie so einfach wie heute war. BoD ist Kooperationspartner dieses Blogbeitrags.

BoD — Books on Demand

BoD, Books on Demand gibt es schon ziemlich lange und ist sicher vielen bekannt durch das Print-on-Demand-Konzept. Bücher werden erst gedruckt, wenn ein Kunde sie im Online-Shop bestellt. Mit dem Aufkommen des Digitaldrucks wurde der preiswerte Druck eines Buches ab der Auflage 1 möglich, also ein Einzelstück. Warum also nicht erst drucken, wenn der Kunde bestellt? Ok, in der Anfangszeit waren diese Bücher von minderer Qualität, heute sind sie vom massenproduzierten Taschenbuch oder Hardcover nicht mehr zu unterscheiden. Jedes individuelle Fotobuch und viele Taschenbücher, die man nicht in der Buchhandlung kaufen kann, sind nach diesem Verfahren produziert.

BoD war einer der ersten großen Anbieter dieses Print on demand und bietet dazu Verlagsdienstleistungen an (ISBN, Eintrag ins  →VLB, damit das Buch von jedem Buchhändler bestellt werden kann, etc.). Heute gibt es bei BoD jedes Buch auf Wunsch auch zusätzlich als eBook.

Inzwischen ist auch der Markt aufgeteilt. BoD, epubli, und einige andere sind zu festen Größen geworden. Das Books-on-demand-Konzept – anfangs als Heilsbringer für Special-Interest-Titel und Autoren, die zuvor niemals gedruckt worden wären, gehyped – ist etabliert und Normalität geworden.

Jetzt. Endlich, digital, eBooks

Ganze Bücher am Bildschirm zu lesen, das erschien noch vor fünf Jahren als NoGo und mindestens nicht massentauglich. Klar, es gab Blogger, die längere Texte schrieben im Netz schrieben und IT-affine Nerds, die Bücher als Textdateien am Monitor oder auf den frühen Handheld-Computern wie Palm, Psion oder HP Journada lasen. Lesegenuss war es nicht, und es gab durchaus Forschungen, die nachwiesen, dass das Auge beim Lesen von Schrift auf grob aufgelösten Monitoren und Displays schneller ermüdet als beim Lesen gedruckter Schrift. Feine Serifenschriften können heute immer noch nicht so gut wie gedruckt am Monitor dargestellt werden, es sei denn, man hat ein Retina-Display. Hatten Palm, Psion, und Co noch diese grottenschlechten Displays, ist diese Retina-Auflösung heute bei mobilen Geräten Quasi-Standard. Schrift kann auch in kleinen Größen wie gedruckt dargestellt werden. Klein, gut transportabel und mit hochaufgelöstem Display hat man sie in der Hand wie einen Notizblock. Auch lange Texte lassen sich stundenlang ohne Ermüdungserscheinungen auf diesen eBook-Readern lesen, ob sie nun Kindle, Kobo oder Tolido heißen oder gar Tablet-Computer sind, mit denen man sicher auch lange Texte lesen, jedoch noch deutlich eine mehr anstellen kann. In diesem Entwicklungsprozess des mobile Computings sind sicher auch das iPhone und das iPad zwei Meilensteine.

eBooks lesen

Also lesen wir heute eBooks auf dem e-Reader, Tablet oder Smartphone. Das ist gut so für den Leser, passen doch auf das Gerät der Inhalt von ganzen Regalwänden gedruckter Bücher. Wir haben immer die ganze Sammlung dabei und die zahlreichen Taschenbücher, Anleitungen für irgendwas, Ratgeber- und Fachbücher, mit vielen Infos darin, jedoch ohne gestalterischen Wert des Buches, diese Staubfänger sind wir los. Ebenso Kataloge, die alle Jahre neu erscheinen, und die gedruckt kein Mensch mehr braucht. Um nicht missverstanden zu werden: Ein gut gestaltetes, gut und aufwendig produziertes Buch mit nachhaltigem Inhalt ziehe ich immer dem eBook vor. Aber eben diese Taschenbücher, Ratgeber, Reisebücher, etc. – braucht man die wirklich gedruckt? Ich nicht.

eBooks produzieren, verlegen, vertreiben

Die eBooks befreien nicht nur den Leser von Staubfängern im Regal, sondern sie sind für die Autoren mindestens genauso hilfreich. Vor allem für die Autoren, die Texte und Inhalte veröffentlichen möchten, bei denen eben kein Verlag sagt: Yep, her damit, damit können wir Geld verdienen, das drucken wir. So ein eBook ist schnell produziert.  Mit Bordmitteln, die jeder hat. Computer und etwas Software, letztere gratis oder zu geringem Preis zu haben (z.B. OpenOffice, Pages, Sigil, Jutoh, Calibre, etc.). Mehr braucht man nicht. Ach ja doch, – ich vergaß, KnowHow. Das ist der Punkt.

Autoren, die ihr eBook selbst veröffentlichen möchten, sind meist keine IT-Nerds und es ist mit dem KnowHow so eine Sache. Entsprechend werden werden dazu immer mehr Anleitungen geschrieben, manchmal auch von Laien für Laien – was man denn nun beachten müsse, bei Formatierung und Dateiformat und beim Einstellen in die großen Internet-Verkaufsplattformen.

Wollte früher zumindest jeder eine Handvoll Bücher gedruckt produziert haben, zum Rumzeigen, an Freunde verschenken, im Selbstverlag oder in einen Online-Shop zu verkaufen, so möchte heute jeder seine Texte und Inhalte mindestens als eBook veröffentlichen. Möchte man einen kleinen Selbstverlag aufziehen, um dann mit dem eigenen eBook in den großen Internet-Verkaufsplattformen präsent zu sein, braucht’s etwas mehr, als das reine eBook zu erstellen. Eine ISBN-Nummer muss her und man muss sich bei allen Plattformen (Online-Stores) anmelden, sich über Dateiformate und Konvertierungen schlau machen, um dann endlich das eBook jedesmal hochzuladen. Machbar, jedoch kein Kindergeburtstag. Vor allem für Menschen, die noch andere Beschäftigungen haben. Hat man einen Online-Store vergessen oder ignoriert, kommt’s natürlich blöd, dass gerade der Kollege oder Nachbar, der besonders interessiert an dem eBook ist, ein Lesegerät, einen e-Reader, hat, der nicht auf diesen Store zugreifen kann.

Dabei sind gerade dieses eBook-Konvertieren, Hochladen in die Online-Stores, Besorgen einer ISBN-Nummer, Eintrag ins VLB, etc. Vorgänge, die gut automatisiert werden können, weiß man einmal, wie es geht und hat die Manpower, so etwas IT-mäßig aufzusetzen.
Natürlich, die großen Dienstleister für die Selfpublisher-Szene haben diese Manpower und bieten ihre Dienste an. Sie stellen das hochgeladene eBook in nahezu alle Online-Stores. Da die Einrichtungsgebühr dafür meist ziemlich gering ist, bekommt der Dienstleister von jedem Verkauf einen Teil der Marge. So, wie es bei jedem Verlag üblich ist. Dafür muss sich der Autor nicht um die technischen und verlagsorganisatorischen Dinge kümmern, wie z.B. ISBN-Nummer, Registrierung bei den Online-Stores, konvertieren und hochladen, etc.

epubli bietet diese Leistungen für eBooks als auch für on-demand gedruckte Bücher an. BoD bot die eBook-Erstellung bisher jedoch nur im Zusammenhang mit einem on-demand gedruckten Buch an. Nun gibt es mit den →E-Shorts auch reine eBook-Dienstleistungen von BoD.

E-Short, der eBook-Quickie

Der Begriff E-Short kommt von BoD selbst. Damit ist ein eBook bis ca. 144000 Zeichen gemeint (80 →Normseiten). Diese Länge ergibt sich nicht durch technische Vorgaben, sondern wurde von BoD vermutlich aus wirtschaftlich-konzeptionellen Überlegungen festgelegt. Ein E-Short ist also nichts weiter als ein dünnes eBook.

E-Short, die Details

Es fällt keine Einrichtungspauschale für den Autor an. Das E-Short wird in einem Online-Editor direkt im Browser erstellt. Nachdem der Text geschrieben ist, wird er hochgeladen und der Preis für das eBook festgelegt. Alles andere erfolgt dann automatisch, – bis das eBook in fast allen wichtigen Online-Stores zum Verkauf steht. Von Amazon bis Thalia. Der Autor muss sich nur um das Schreiben und das Festlegen des Verkaufspreises kümmern. Alles andere erledigt BoD automatisch. Für diesen Service bekommt BoD 50 Prozent des Nettoverkaufspreises. Möchte man nur publizieren und nicht verkaufen, kann man auch einen Verkaufspreis von 0,00 Euro festlegen. BoD verdient daran dann gar nichts, stellt das E-Short aber als Gratis-Serviceleistung trotzdem in die Online-Stores.

50 Prozent des Netto-Verkaufspreises mögen viel erscheinen, bleiben dann doch nur 42 Cent vom eBook-Quickie – sprich E-Short –, für den der Kunde 99 Cent zahlt. Nun, dafür steht das eBook dann jedoch in allen Online-Stores, und der Aufwand für den Autor reduziert sich erheblich. Klar, dass das nicht umsonst ist. Allerdings ist entsteht auch kein Verlust oder Risiko, sollte das eBook nun gar niemand kaufen.

Getestet

Das alles machte mich etwas neugierig und ich habe vorgestern getestet, wie man ein E-Short erstellt. Ich habe dafür einen Text mit dem Tipps und Infos zum Schlösser-Hopping, einer speziellen Art des Reisens, verwendet. Aus dem soll jetzt via BoD ein kurzes eBook werden, ein E-Short als kleiner Reiseratgeber. Aus diesem Text hatte ich vor einiger Zeit mit der Software Sigil schon ein eBook erstellt. Jetzt möchte ich schauen, wie das im Online-Editor erzeugte eBook ausschaut und natürlich gerne den Effekt nutzen, dass es nachher in allen wichtigen Online-Stores steht. Da es keine Einrichtungspauschale gibt und die Zusammenarbeit mit BoD schnell gekündigt werden kann, gibt es kein Risiko. Im Moment kann ich also nur profitieren vom Service der E-Shorts. Und Ihr wollt doch bestimmt alle Schlösser-Hoppen?

Nachdem ich mir das Video zum Konzept der E-Shorts angeschaut hatte – mit sehr schöner Illustration im Retro-Style, ganz ohne glückliche Stockfoto-Gesichter, dafür jedoch mit eher mäßigem Werbetext – habe ich mich bei BoD registriert. Nach Eingabe von Autornamen, Titel, Kurzbeschreibung und Genre kann ich wählen, ob das eBook einen Kopierschutz haben soll. Dann komme ich zum Online-Editor, von BoD easyEditor genannt. Er bietet alle wichtigen Formatierungsmöglichkeiten für ein einfaches eBook. Kapitel anlegen, Text reinkopieren, formatieren, fertig. Geht es um einfache Formatierungen, wie sie in Text-eBooks meist Standard sind, dann funktioniert diese Art der eBook-Erstellung ganz gut. Der Editor bietet zudem die Möglichkeit, ein schon vorhandenes eBook als epub-Datei zu importieren. Ich habe es versucht, es funktionierte auch, nur leider wurde mein Inhaltsverzeichnis nicht korrekt importiert. Vielleicht liegt es an meinem epub, vieleicht am Editor. Ich habe den Text dann schließlich doch im Online-Editor formatiert. Schnell gemacht. Tadellos. Und vor allem schneller gemacht, als jetzt auf Fehlersuche zu gehen, warum der Import nicht korrekt funktionierte.

Im Editor gibt es eine Vorschau-Funktion, mit der man grob testen kann, wie das Ergebnis aussieht. Denn bei eBooks mit einem →reflowable Layout wird das angezeigte Ergebnis immer durch den e-Reader bestimmt.

Eine Besonderheit gibt es weiterhin. Es wird automatisch ein Kapitel ‚Impressum‘ angelegt, das den Namen des Autors mit einem Copyright-Vermerk enthält und BoD als Verlag. Dazu auch das Logo von BoD. Dieses Kapitel kann nicht gelöscht werden.

Nach Absenden bzw. Freischalten des fertigen eBooks zum Veröffentlichen muss man einem online generierten Verlagsvertrag zustimmen. Einige Rechte muss man BoD schon einräumen, jedoch ist die Vereinbarung ok., so dass man ohne Bauchgrimmen zustimmen kann. Der Verlagsvertrag hat keine feste Laufzeit und kann jederzeit mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen beendet werden.

Und jetzt?  …warte ich darauf, dass der Ratgeber zum Schlösser-Hopping in den Stores erhältlich ist. Ich schreibe auf jeden Fall etwas dazu, wenn es online ist.

Fazit

Ein E-Short zu veröffentlichen ist mit dem Online-Editor, dem sogenannten easyEditor, ein Kinderspiel und leicht wie Brötchenholen. Freilich, 80 Normseiten sind kein Roman und keine längere Erzählung. Aber Kurzgeschichten, Essays, kurze Ratgeber, längere Blog-Artikel und allerhand anderer Inhalt lässt sich gut darin unterbringen. Und, wie wäre es mit einer Fortsetzung von mehreren Teilen eines Romanes? Auch das lässt sich mit E-Shorts gut bewerkstelligen.

Da keine Einrichtungspauschale gezahlt werden muss, entstehen keine Kosten. Schön, man kann nur verdienen, in diesem System (wenn den eBook-Quickie denn jemand kauft). Ok, vielleicht könnte man mehr verdienen, wenn man das Technische und Verlagsorganisatorische selbst macht. Naja, wer viel Zeit hat… Auch BoD kann nur verdienen, wenn die eBooks verkauft werden. Bleibt zu hoffen, dass nicht bald der Girokonten-Effekt zuschlägt – anfangs waren diese Konten kostenlos, seit sie sich etabliert haben, kosten sie, und das nicht zu knapp.

Fakt ist natürlich, dass sich mit dem easyEditor keine komplexen Formatierungen realisieren lassen, wie sie bei reflowable eBooks bzw. epubs durchaus möglich wären. Ebenso lassen sich keine enhanced eBooks mit Audio- und Video-Bestandteilen damit erstellen. Für viele Inhalte ist das jedoch gar nicht erforderlich.
Sicher ist der easyEditor für Autoren mit wenig IT-Affinität eine Hilfe. Kennt man sich ganz gut aus und kann mit Sigil oder Jutoh schnell eBooks herstellen, bietet der easyEditor sicher nicht genug – auch weil man bei der online-eBook-Erstellung keine offline-Quelldaten vom erzeugten eBook bekommt und daher fest mit dem BoD-System verbandelt ist. Für die schnelle Nummer ist das meist alles nicht so wichtig. Schreiben, veröffentlichen, ab in den im Online-Store.
Würde BoD das System noch etwas aufbohren, z.B. wenn nach Vorlage erstellte Word-Dateien importiert werden könnten, dann sind die nicht so IT-affinen Autoren bestimmt richtig glücklich.

Ideen

Einige Ideen, was man in Form von E-Shorts veröffentlichen kann:

Kurzgeschichten, Essays, Berichte, Anleitungen, kurze Ratgeber, Unterrichtsmaterial, kurze Studien-Skripte, Koch- und Rezeptbücher, Seminararbeiten und Berufliches (so hat man schnell ein Veröffentlichungsverzeichnis für den CV).

Nachmachen. Auch machen. Bitte sehr.

Probiert’s einfach mal aus mit dem eBook-Quickie aka e-Short. Quickies sind doch immer gut. Eines ist natürlich klar: Testet man so ein System, fängt man nicht sofort mit seinen besten Inhalten an, die dann womöglich suboptimal formatiert und mit suboptimalem Preis in allen Online-Stores zum Verkauf stehen. Also alles erst ein oder besser zweimal testen, bevor Ihr dann die richtig guten Texte und Inhalte publiziert.

Sag ich doch

Publishing war noch nie so einfach wie heute.

 

Berlin · Gesellschaft

Berlin 1927

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Zeitreisen

Lassen Sie uns eine Zeitreise machen in die →deutsche Metropole im Jahr 1927. Fast 10 Jahre ist der erste Weltkrieg vorbei und es hat sich viel getan in Berlin. Es gibt sie hier und besonders hier, die goldenen 20er. Zumindest für alle, die es irgendwie geschafft haben, nicht zu den Kriegsverlierern zu gehören und im Berliner Tempo ganz gut mithalten können. Die Kaiserzeit mit ihren Militärparaden, Kasernen und →Exerzierfeldern hat die Hauptstadt hinter sich gelassen – und vermisst werden die alten Zeiten keineswegs. In Tempelhof gibt es schon seit 1923 einen Linienflugbetrieb und es gibt jetzt Radiosendungen vom zuvor eigens dafür gebauten →Funkturm. →Hier spricht Berlin.

Jeder, der es sich leisten kann, ist schon vor dem Weltkrieg aus den Stadtbezirken der Mitte in die westlichen gezogen. Es ist das Berlin dieser 20er Jahre, in das ich manchmal gern eine kurze Zeit eintauchen möchte. Das Berlin der →Brüder Sass und des →Karl Siebrecht. Das Berlin, in dem Kommissar →Kappe ermittelt. Mit Berliner Tempo, Doppeldeckerbussen und großflächiger Werbung für Chlorodont-Zahnpasta und für Schuhhaus Leiser. Das ungeteilte und nicht zerbombte Berlin, das sich zur Metropole entwickelt, mit deutlich mehr kultureller Vielfalt und Sexiness als jemals unter den Wilhelms und Friedrichs. Siemens, die AEG und Osram haben sich längst als führende Massenarbeitgeber etabliert und stehen technologisch an der Weltspitze. Siemens prägt einen neuen →Stadtteil nicht nur mit seinem Namen. Die Berliner S-Bahn hat gerade die →große Elektrisierung bekommen und man kann in den beige-roten Zügen stundenlang die Ringbahn-Strecke fahren, was verliebte Pärchen oder Studenten im Winter immer wieder gern nutzen.

Wer ohne Blessuren über Krieg und Inflation gekommen ist und mit welchen Geschäften auch immer ganz gut verdient, lässt sich ein Häuschen im Grunewald bauen. Wenn nicht vom berühmten Architekten, so doch vom einem Baumeister, der sich dort ein paar Stilelemente der neuen Sachlichkeit abschaut. Wer es nicht so gut machen kann, profitiert vielleicht gerade von den ehrgeizigen →Architektenprojekten der 20er oder wohnt wie eh und je in einer der zahlreichen Mietshäuser, bürgerlicher in Kreuzberg oder Schöneberg, ärmer im Wedding oder im heute gentrifizierten Altbaugürtel von Prenzlauer Berg bis Friedrichshain. In einem dieser Altbauten, die so charmant Mietskasernen genannt werden, mit Toilette im Treppenhaus oder im Hof.

Viel investiert wird nicht in diese Mietshäuser, sind sie doch in der Regel Anlageobjekte für die Haus- und Grundstückseigentümer, die oft längst woanders, manchmal aber auch selbst in einem der besseren von ihren Mietshäusern wohnen. Ehrliche Sparer haben es ohnehin nicht zu diesen Mietskasernen der Gründerzeit und Jahrhundertwende gebracht. Und mit ehrlicher – sagen wir besser bodenständiger – Arbeit wird man in den 20ern auch nicht wohlhabend, nach Inflation und Kriegszusammenbruch. Dafür muss man schon etwas spekulieren, zocken, in Aktien und Geldgeschäften machen. Manchem gelingt das oft und gut, und dann eben auch zuweilen nicht mehr gut. So wechseln sie immer mal wieder die Eigentümer, diese Mietshäuser in den viele Jahrzehnte später gentrifizierten Stadtteilen. Auch das Haus, in dem ich in 2013 – fast 90 Jahre später – lebe, hat viele Eigentümerwechsel hinter sich. Pleite, verkaufen. Dabei noch gut aussehen den Arbeitern gegenüber, zu denen man nicht gehört, den Sinnesfreuden der 20er aufgeschlossen, neu spekulieren, neues kaufen. Das funktioniert in diesen Jahren. Bis 1929. Was der schwarze Freitag und die Weltwirtschaftskrise auslöst und was danach kommt, wissen Sie selbst.

Natürlich, wer nicht (nur) in Immobilien macht, hat andere, kreative Ideen. So wie ein Herr Waldemar Keiser, Vorsitzender der Bezirksgruppe Wedding des Bundes der Berliner Haus- und Grundbesitzer. Er gibt ab 1925 Keiser’s Grundstück-Kontobuch heraus. Wie in einem Geschäftsbuch kann damit die Buchführung und, wie es im Vorwort heißt, die Übersicht über den Ertrag eines Mietshauses schnell erfolgen. Die eigentliche Idee Keisers ist wohl nicht, dafür eine Art Geschäftsbuch zu entwickeln, sondern dieses Buch in 10.000 Exemplaren kostenlos an die Mitglieder des Haus- und Grundbesitzer-Vereins zu verteilen. Dafür enthält das Buch jede Menge Werbeanzeigen von Berliner Gewerbetreibenden, auf die ein Hauseigentümer oder Eigenheimer immer mal wieder zurückgreifen muss. Wahrscheinlich ist das Buch komplett über diese Werbeanzeigen finanziert.

Nun, ein Exemplar von Keiser’s Grundstück-Kontobuch – warum der →Deppenapostroph hier verwendet wird und warum das →Fugen-s in Grundstücks-Kontobuch fehlt, erschließt sich mir nicht – ist irgendwie vor Jahren in meinen Fundus geraten. Ich hatte einiges an alten Geschäftsbüchern und -papieren gesammelt, der Gestaltung und Handschriften und manchmal auch der zeitgenössischen Anzeigen wegen. Vieles habe ich inzwischen leider weggeworfen, Keiser’s Kontobuch hingegen habe ich behalten.

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Das Buch hat ein Format von 20 mal 32 cm, also ein schlankes Hochformat, etwas größer als DIN A4. Es hat 38 Inhaltsseiten. Besonders dick ist es also nicht, aber die Idee ist ja auch, dass der Grundeigentümer jedes Jahr ein neues Buch mit neuen Werbeanzeigen verwendet. Zwischen den Inhaltsseiten ist immer (mindestens) ein rosa Blatt mit zum Teil großformatigen Werbeanzeigen eingefügt. Diese bedruckten rosa Zwischenblätter bestehen aus einem Löschpapier, so wie man es aus Schulheften kennt, zum Aufsaugen von noch nicht auf dem Papier getrockneter Tinte. Eine clevere Idee, kann man das Buch doch einfach zuklappen, sofern – wie damals üblich – mit Tinte und Stahlfeder oder mit einem der frühen Füllfederhalter geschrieben wird und die Tinte noch nicht trocken ist.

Ich finde diese alten Anzeigen nicht nur vom Inhalt, sondern auch mit Blick auf Typografie und Gestaltung interessant. Mit wenigen Ausnahmen ist das Buch komplett in Antiqua-Schrift gesetzt. Die allseitige Verwendung von Fraktur kommt erst viel später und ist in den 20er Jahren unter Geschäftemachern sowieso nur selten anzutreffen. Sie gilt, schwerer lesbar, als unmodern. Gedruckt ist das Buch ausschließlich im Hochdruck bzw. Bleisatz, was man sieht und fühlt, wenn man mit dem Finger über das Papier streicht. Allerlei zeitgenössische Schriften, Rahmen und Vignetten werden verwendet und im Beisatz kombiniert. →Aurora-Grotesk, die breite Bernhard Antiqua in mager und fett oder die fette Block. Eben das, was Buchdruckerei und Verlag Franz Dietzler in der Weddinger Gerichtsstraße 39 so an Schriften vorrätig hatte oder für dieses Buchprojekt angeschafft hatte.

Inspirierend, die Namen, die Orte, die Berufe und Gewerke. Für eine Zeitreise in das Berlin vor 86 Jahren. Bestimmungsgemäß wurde dieses Exemplar jedoch nicht verwendet. Eher so, wie man ein Werbe-Notizbuch eben verwendet. Man schreibt anfangs etwas hinein, das dem Zweck sehr wohl entspricht und notiert später irgendetwas darin, z.B. weil das Buch gerade passende Spalten oder einfach nur leere Seiten hat. Mietzahlungen sind einzig auf Seite 6 eingetragen, mit Kopierstift und darunter mit Tinte. Hier heißt es allerdings: ab 1.4.32. Aha, das Buch wurde also Jahre später verwendet. Auf den folgenden Seiten finden sich – ja, Wahlergebnisse von der →Reichspräsidentenwahl 1932. Handschriftlich notiert und wie es scheint, ungeordnet von Provinzen und Städten aus ganz Deutschland gesammelt. Die Spaltenköpfe mit D (für Düsterberg), H (für Hindenburg) sowie mit Hitler und Thälmann beschriftet. Alles scheint schnell aufgeschrieben worden zu sein, zu welchem Zweck auch immer… Spekulationen, die mir und Ihnen Stoff für eine weitere Zeitreise geben, wobei ich lieber nicht in diese Zeit reisen möchte.

Ich möchte Ihnen mein Exemplar von Keiser’s Grundstück-Kontobuch, Ausgabe 1927, nicht vorenthalten. Gescannt habe ich es, und ein PDF daraus erzeugt. Für Ihre Zeitweise ins Berlin von 1927. Einige Seiten fehlen. Vermutlich sind sie schon vor Jahrzehnten herausgerissen worden. Egal, so wie es ist, ist es Zeitreise genug.

▶ Hier geht es zum PDF

Anmerkung:

Das PDF ist ca. 20 MB groß und kann sehr gut auf dem iPad oder Tablet angesehen werden. Um ein eventuell vorhandenes Datenkontingent nicht zu belasten, empfiehlt es sich, das PDF bei WiFi-Verbindung zu laden und nicht per 3G oder LTE-Mobilfunk-Verbindung.

Gesellschaft · Reisen

Schlösser-Hopping – 10 Tipps

20130801-231301.jpgAls letzte Nachlese zum Sommerurlaub habe ich 10 Tipps zusammengestellt, damit Euer Schlösser-Hopping ganz commod wird und Ihr das Logieren und Residieren in den gräflichen Häusern ganz gespannt genießen könnt. Die Tipps könnt Ihr ▸ hier auch als eBook im epub-Format runterladen, falls Ihr den etwas längeren Text lieber mit dem eBook-Reader oder der iBooks-App lest. Das eBook habe ich übrigens komplett am iPad erstellt mit der Creative-Book-Builder-App und der App Over, mit der man sehr einfach Typo auf Fotos stellen kann und schnell ganz passable Ergebnisse erzielt.

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Gesellschaft · Reisen

Nach Madeira, oder zu den Kanaren

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Mit dem Reisebuch anno 1928 – Hier als epub

Beim Wiener Schnitzel entstehen ja bekanntlich nicht nur gute Ideen, sondern auf dem Weg dahin gibt es manchmal auch einiges Inspirierendes. So fand ich letztens, als wir auf dem Weg ins Alt Wien waren, eine Kiste mit Büchern, die nette Menschen so vor die Tür stellen, damit die Bücher vielleicht noch einen Liebhaber finden. In dieser Kiste fand ich neben einigen eher uninteressanten Taschenbüchern einen Reiseführer von 1928. »Führer für Mittelmeerfahrten, nach Madeira und zu den Kanarischen Inseln« steht auf dem Buch.

Solche Bücher habe ich früher gesammelt, baue im Moment jedoch meinen Fundus immer mehr ab. Nun, das Herz siegte an diesem Abend. Ich nahm das Reisebuch mit. Sehr interessant, auch die Anzeigen im hinteren Teil des Buches. Madeira und die Kanaren mit ihren Hotels und Etablissements in längst vergangener Epoche. Als Flugreisen und Massentourismus noch unbekannte Worte waren und der Besuch dieser schönen Inseln fast nur Besserverdienenden und Wohlhabenden vorbehalten war.

Herausgegeben wurde das Reisebuch von der Woermann-Line und der Deutschen Ostafrika-Linie. Klar, nach Madeira und auf die Kanaren reiste man damals per Schiff. Und so gibt es in dem Buch ganz selbstverständlich einige Informationen zu den Hafenstädten, die zwar weitab von Mittelmeer und Kanaren sind, in denen man aber auf dem Weg dorthin Station machte. Rotterdam, Lissabon und auch Southampton, um nur die größeren zu nennen.

ZEITREISE 1928

Natürlich frage ich mich immer bei so alten und gut benutzen Büchern, wer sie besessen und benutzt hat, wer es war, der die handschriftlichen Anmerkungen einst gemacht hat. Wie war er unterwegs, und in welcher Mission? Ein wohlhabender Privatier, ein Kaufmann, der in der Ferne Geschäfte macht? Spekulationen, aus denen ich mir Geschichten zusammenspinnen kann. Zeitreise 1928. Dampfer fuhr man damals, und die großen Passagierdampfer hatten Personal und Unterhaltungsangebot, das heute manch‘ Kreuzfahrer relativiert (das brauchte man auch z.B. bei einer Atlantiküberquerung, damit die Fahrgäste genügend Kurzweil hatten, bei 10 Tagen nur Wasser).

Damit Sie mitkommen können auf diese Zeitreise ins jahr 1928, habe ich Ihnen ein eBook von diesem Reisebuch gemacht. Ein sogenanntes »fixed-layout-ebook«. Im epub Format, das sehr schön zum Lesen mit dem iPad geeignet ist. Probieren Sie es aus. Öffnen Sie das Reisebuch in iBooks, blättern Sie, lesen Sie, schauen Sie Anzeigen aus alter Zeit… Und falls Ihr Reader nicht mit fixed-layout-ebooks kann, dann gibt es noch ein PDF.

» zum eBook (fixed-layout-epub, optimiert für iPad)
» zum PDF

SATZ UND TYPO, ANNO 1928

Bei der Produktion des eBooks habe ich mich entschieden, direkt die Scans der Seiten zu verwenden. Damit sind die Seiten 1:1 wie im Original abgebildet, bis auf die letzte Pore im Papier. Typo, Schriftsatz, Lesbarkeit, alles anno 1928. Buchdruck, Bleisatz. Mit den Schriften, die man als Druckerei hatte, und Papier sparend. Sie werden mir zustimmen, dass heute jedes Buch und jedes klassische eBook im floated-layout-Stil besser lesbar ist. Bücher waren damals teuer. Es gab nicht soo viele und man hatte nicht soo viele davon. Man konnte langsamer lesen – und musste dieses ob der Typo oft sowieso – und las damit auch bewusster.

PS: Das eBook, in dem eine Reise nach Südamerika anno 1924 beschrieben ist, und das ich vor eniger Zeit schon vorgestellt hatte, gibt es hier im epub– oder hier im mobi-Format zum Download.

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Tools & Technik

eBooks mit dem iPad erstellen

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Bücher aus Papier sind ja nicht mehr ein Synonym für Zukunft, sondern eher anachronistische Medien. Klar, es wird sie noch weiterhin geben, zumindest immer in den Bereichen, wo der haptische Effekt eine besondere Rolle spielt. Bei einem Standard-Taschenbuch, einer Broschüre oder einem Katalog kann man das sicher nicht sagen. Hier sind eBooks im Anmarsch, und zwar gewaltig. eBooks zu erstellen funktioniert relativ einfach mit InDesign, sofern man das InDesign-Dokument denn entsprechend eingerichtet und formatiert hat. Oder auch mit OpenOffice, Pages und Konsorten. Mit einer anschließenden Nachbearbeitung mit Sigil, damit man ein validiertes eBook im epub-Format erhält, das dann problemlos auf die einschlägigen Verkaufsplattformen hochgeladen werden kann. Eigentlich braucht man nur die Adobe Creative Suite und alle Tools fürs Produzieren von eBooks sind vorhanden. Business as usual, daily work.

APP-EMPFEHLUNG: CREATIVE BOOK BUILDER

Nicht missen möchte ich dazu die zahlreichen kleinen Tools und Apps, die mir ab und zu das Leben erleichtern und mit denen ich manchmal schon ganz ansprechende Ergebnisse mit dem iPad in der Badewanne erzielt habe. Eben ohne die Kanone für den Spatz, die Adobe Creative Suite, aufzufahren. Eine solche App ist der Creative Book Builder. Mit dieser App kann man bequem eBooks auf dem iPad erstellen. In der neuesten Version neben den üblichen epubs mit floating layout – die ein Anpassen von Schriftgröße etc. im eBook-Reader ermöglichen – auch sogenannte fixed-layout-eBooks. Für digitale nicht so versierte Nutzer mag die App mit ihrer Oberfläche etwas gewöhnungsbedürftig aussehen. Wer hingegen etwas iPad-erfahren ist und die eBook-typischen Bestandteile wie Bereiche, Kapitel, Übeschriften, Absätze, Listen, Bilder, Videos, etc. kennt, ist schnell drin in der Software und kann sich schrittweise seine Inhalte reinkopieren, Bilder importieren, etc. So entsteht schnell ein brauchbares eBook, manchmal auch Ergebnisse, die eine weit aufwendigere Herstellung vermuten lassen. Das erzeugte eBook kann dann auf dem eigenen iPad mit der iBooks-App geöffnet werden. Man kann es auch als eMail versenden oder es ggf. auf einen Webserver hochladen, um es dann mit anderen eBook-Readern zu nutzen.

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Neben den klassischen eBooks mit floating layout kann man fixed-layout-eBooks erzeugen, die ja gerade etwas hip sind. Diese haben festgelegte Seiten und sind – genau wie PDFs – nur bei einer Displaygröße richtig gut anzuschauen, ohne ständiges Fingerschnips-Vergrößern. Die mit dem Creative Book Builder erstellten fixed-layout-eBooks sind für die Anzeige mit dem iPad optimiert. Schaut man sie dagegen auf dem iPhone an, geht das nur per ständiger Vergrößerung, genau wie beim PDF.

WAS GEHT – UND WAS NICHT GEHT

Ganz sicher kann man mit dieser App schnell und unkompliziert aus Texten, Bildern, ggf. auch Videos ein eBook zusammenschrauben. Hat man die passenden Empfänger dafür, von denen man weiß, dass sie eBook-Reader, Tablet, Smartphone nutzen und die eBooks tatsächlich lesen, dann kann man damit natürlich etwas Eindruck schinden.

Ein schnell im Zug erstelltes fixed-layout-eBook für den iPad-affinen Kunden mag durchaus mehr Eindruck erzeugen als die Präsentationspappen und Powerpoint-Präsentation im Gepäck. Und die amerikanischen Freunde lassen sich vielleicht mit einem Fotobuch im fixed-layout-Format genauso – oder vielleicht mehr – beeindrucken, als wenn man ihnen ein gebundenes Fotobuch schickt.

Für eBooks mit langen Texten und vielen Inhalten kann man den Creative Book Builder auch verwenden, ich würde es jedoch nicht tun. Aber bitte, wer bearbeitet so umfangreiches Material mit dem iPad? Ebenso würde ich die App nicht empfehlen, wenn von vornherein klar ist, dass das damit erzeugte eBook zum Verkauf auf die üblichen Verkaufsplattformen gestellt werden muss. Dazu muss die Datei nämlich validiert werden, damit sichergestellt ist, dass die Daten hundertprozentig im ePub-Standard gespeichert sind. Zumindest in der Vorversion des Creative Book Builder habe ich einmal ein epub erzeugt, das zwar auf allen Readern, auf denen ich es gestestet habe (es waren einige, dabei alle verbreiteten) fehlerfrei angezeigt wurde, vom Validator jedoch noch als fehlerhaft befunden wurde. Ich konnte das zwar schnell am Desktop-Computer mit Sigil korrigieren, denn ich kenne mich mit HTML/CSS ganz gut aus. Für den Normalanwender, der von HTML, Sigil und Co keine Ahnung hat, ist es jedoch ziemlich ungünstig, wenn er nach der einfachen eBook-Erstellung doch noch professionelle Unterstützung braucht. Mag sein, dass die neue Version jetzt 100% valide eBooks erzeugt. Probiert es einfach selbst. den Creative Book Builder bekommt ihr zum Preis eines guten Latte Macchiato im App-Store.

FÜR SCHULKINDER

Entwickelt wurde diese App übrigens, damit Schüler ihre eigenen eBooks erzeugen können. Das klappt sicher auch z.B. in der Oberstufe des Gymnasiums. Aber wie es so ist, Kinderschokolade wird ja auch nicht nur an Kinder verkauft und für diese gemacht. Ein Handbuch zur App gibt es hier und ein Video hier.

Nachtrag:
Wenn es nur um fixed-layout-eBooks geht, probiert auch die sehr einfache App Book Creator aus. Die hat zwar nur minimale Funktionen, jedoch lassen sich damit mit etwas Gestaltungsgeschick ebenfalls ganz schnell ansprechende eBooks erzeugen

Gesellschaft · Reisen

Reise nach Südamerika – 1924

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Südamerika-Fahrt – anno 1924. Heute möchte ich Ihnen einen besonderen Reisebericht vorstellen. Neben vielen alten Büchern befindet sich in meinem Fundus ein Sammelband der Zeitschrift Der Ansporn – Zeitschrift für Vorwärtsstrebende. Der Ansporn war ein monatlich erscheinendes Magazin, in dem wirtschaftliche und berufliche Fragestellungen kurzweilig mit praktischen Tipps thematisiert wurden. Dazu gab es noch Reportagen über große Unternehmen, Persönlichkeiten und sonstige Ereignisse. Im Grunde ähnliche Themen und Stories, wie man sie heute in den Karriere-Portalen und -Blogs findet, nur eben Jahrgang 1930. In einem Heft dieses Jahres ist ein Reisebericht enthalten. Mit einem für 1500 Passagiere gebauten Dampfer geht es von Hamburg über die Kanalhäfen, Spanien und Portugal über den Atlantik. Santos, Rio de Janeiro, Montevideo, bis Buenos Aires. Reisen in der guten alten Zeit – so mit tagelang nur Wasser sehen, Animations-Programm anno 1924, etc. Wie schnörkellos ist dagegen heute ein Flug nach Rio und wie vergleichsweise uncommod.

Den Reisebericht habe ich in ein eBook im epub-Format gewandelt. Sie finden ihn

hier

und können ihn bequem auf jedem eReader, Tablet oder Smartphone lesen.

BTW: Wussten Sie schon, welchen Ursprung der englische Begriff posh hat? Hier können Sie es nachlesen.