Design & Typo

Déjà-vu – Cella

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Immer öfter passiert es mir in letzter Zeit, dass ich gerade irgendwo spazieren gehe und eine meiner Schriften sehe. Vor einiger Zeit habe ich ja einige Schreibmaschinenschriften digitalisiert und einige dann gibt es als Computer-Font zum Gratis-Download beim sehr bekannten Internet-Portal dafont.com. Vorgestern kam ich in der Passage des Quartiers 206 beim Berliner Store von Napapijri vorbei und zwei Pappaufsteller im Schaufenster fielen mir ins Auge. Darauf jeweils eine Typo, ganz klar in meiner Cella gesetzt. Cella hab ich diese vorzerstörte Schreibmaschinenschrift damals genannt, nach der gleichnamigen Robotron-Schreibmaschine aus Zella-Mehlis. Selbst wenn nur ein paar Buchstaben auf den Aufstellern sind und es inzwischen viele ähnliche Schreibmaschinenschriften mit mit unsauberer predestroyed-Anmutung gibt, ich erkenne sie natürlich sofort, so ähnlich wir man Kinder und Partner an ganz wenigen Details erkennt. Hier sind zwei Handyfotos von beiden Aufstellern. Wer die Cella haben möchte, hier gibt es den Font zum Download: www.dafont.com/cella.font

Design & Typo · Tools & Technik

Fontstruktivismus

Kennt Ihr das auch? Cooling down nach einem harten Arbeitstag oder nach einer anstrengenden Besprechung seid Ihr zu nichts Richtigem mehr fähig, löst Sudoku und surft irgendwie wahllos durch die virtuellen Web-Welten. Oder Ihr sitzt gerade am Flughafen, Notebook auf dem Schoß und wartet, dass euer Rückflug nun endlich aufgerufen wird und hoppt kurzweilig durch die virtuellen Welten, auch zu so richtigen Dingen nicht wirklich offen und fähig. Ok, die einen lösen Sudoku, die nächsten spielen Karten mit ihrem Computer, wieder andere surfen nur stumpfsinnig im Internet. Ich mache etwas Fontstruktives mit Fontstruct.

Fontstruct ist eine Flash-Anwendung (die natürlich in jedem Browser funktioniert, dazu noch ausgesprochen stabil), mit der man schnell und unkompliziert online Buchstaben und Formen aus verschiedenen geometrischen Grundformen zeichnen kann. Die geometrischen Grundformen sind hinsichtlich Form und Größe vorgegeben. Das ganze lässt sich dann als Schriftdatei im eigenen Fontstruct-Account speichern. Entweder so, dass man nur selbst darauf Zugriff hat, oder dass der erzeugte Font öffentlich zum Download auf der Fontstruct-Site zur Verfügung steht. Verglichen mit Illustrator und Fontlab gibt es hier ganz klar eingeschränkte Kreativität, weswegen das Tool sich nicht wirklich als Font-Editor für beliebige Buchstaben-Formen eignet. Wohl aber sehr gut für Buchstaben, die nur durch Kombination verschiedener Grundformen entstehen, dazu auch gut für Muster, Border- und Symbol-Fonts, etc., die man sich mit Fontstruct unkompliziert zusammenklicken kann.

Gestern war wieder mal so ein »Fontstruct-Tag«, an dem ich nach intensiver Arbeit nichts richtiges mehr gebacken bekam, mich bei Fontstruct einloggte und beim einfachen Zusammenklicken der vorgegebenen Grundformen zunehmend entspannter wurde. Herausgekommen ist dann nach zahlreichen Minuten ein Ergebnis, mit dem ich ganz gut zufrieden bin. Eingeflossen ist sicher die Idee des Linienrasters im Druck und die Idee, eine geomerische Struktur zu entwickeln, in der man Buchstaben erst bei ausreichendem Betrachtungssabstand entdeckt.

Fontstruct? Besser als Sudoku, PC-Kartenspiel und sinnfreies Kreuz- und Quersurfen. Meine Empfehlung: Anmelden und Ausprobieren! Was Ihr nicht machen solltet? Mit Fontstruct die üblichen, bekannten Buchstabenformen nachzubauen versuchen. Dazu ist es das falsche Tool.

Gerne könnt Ihr natürlich meinen Font F25 Fontstruction 157 verwenden, z.B. für eine Wandbeschriftung, 5o cm hoch, per Schneideplotter aus Folie geschnitten und aufgeklebt? Bei dieser Größe erkennt der Betrachter tatsächlich erst bei großem Abstand die in der Struktur enthaltenen Zeichen. Und wer den Text auf dem Bild nicht erkennt, steht einfach auf und bewegt sich zwei bis drei Meter vom Monitor weg.

www.fontstruct.com

http://fontstruct.fontshop.com/fontstructions/show/203804

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Design & Typo

10 Dinge, die Sie nicht tun sollten …

Freitag entdeckte ich zufällig die proportionale Schreibmaschinenschrift F25 Executive , die ich vor einiger Zeit digitalisiert habe, im TV auf Sat 1. Kesslers Knigge heißt die Sendung. Comedy, zum Teil ganz lustig…

Die in Oldschool-Typewriter-Anmutung gestalteten Zwischentitel (10 Dinge, die Sie nicht tun sollten…) sind mit der F25 Executive geschrieben, die Nummern der Einzelszenen und der Serientitel auf der Sat 1 -Website ebenso. Irgendwie hat der Gestalter der Zwischentitel genau das Design getroffen, für das ich die Schrift auch gerne einsetze.

http://www.sat1.de/comedy_show/kesslers-knigge/

http://www.youtube.com/results?search_type=&search_query=Kesslers+Knigge&aq=f
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