Berlin · Design & Typo

Magazine am Rosenthaler Platz

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Soda, Books & Magazines.

Gut gestaltete, außergewöhnliche Magazine mit ungewöhnlichem Inhalt ziehen mich immer wieder an. Diese Magazine und Bücher bekommt man nicht an jeder Ecke und auch hier in der Hauptstadt nur in ein paar Läden. Do you read me ist einer dieser inzwischen weithin bekannten Orte, wo es solch ausgefallene Bücher und Magazine mit meist internationaler Herkunft gibt. Manch Berlin-Besucher macht einen Stop bei Do you read me, wenn er wieder einmal in Berlin ist und wenn ich in der Auguststraße bin, komme ich um diesen kleinen Laden nicht drum herum. In Magazinen stöbern, das ist es. Berlin-Mitte-Inspiration pur.

Freilich, ich kaufe diese Magazine recht selten. Meist reicht es mir, sie ausgiebig im Laden durchzublättern. Es ist ihr dieses Stöbern, dieses einmal in der Hand halten, dieses Entdecken neuer Ideen, das mich reizt. Zudem inspiriert mich das Layout und die Buchgestaltung oft. Gut, davon verdient kein Buchhändler. Nur leider habe ich begrenzt Platz und auch nicht immer so locker 20 Euro oder 30 Euro für ein Magazin oder Buch übrig. Es ist eher das Durchblättern, kombiniert mit Speed-Reading im Buchladen, das ich so mag.

Hier zuhause nehmen die Magazine nur Zentimeter für Zentimeter Raum und Luft weg. Und die Inspiration ist längs in meimem Kopf, wenn ich sie einmal gesehen und in der Hand gehalten habe Magazine, in denen ich länger lesen möchte, kaufe ich – sofern das geht – gerne digital. Dann habe ich sie immer auf dem iPad dabei und kann sie lesen, wann ich möchte. Zum Beispiel irgendwo im Grünen, dort, wo es kein Internet gibt. Gedruckte Magazine würden derweil zu Hause im Regal liegen. Es sind also diese Magazin- und Buchläden, die mich mehr triggern, als die Magazine selbst zu besitzen.

Am Rosenthaler Platz, am Beginn des Weinbergwegs, gibt es jetzt den neuen Soda Book & Magazine Store, in dem man allerlei internationale und interessante Design-, Kunst-, Lifestyle-Magazine und -Bücher kaufen kann. Oft komme ich nicht umhin, hinein zu schauen und etwas zu stöbern. Und ich habe auch schon einiges gekauft.

Betont übersichtlich ist der Laden, mit einem begrenzten, aber wie ich finde gutem Angebot. Falls Sie auch internationale Magazine und Bücher aus dem Kunst-, Design-, und Lifestyle Bereich mögen, dann lohnt es sich bestimmt, einmal bei Soda am Rosenthaler Platz, am Anfang des Weinbergwegs vorbei zu schauen.

Berlin

Da läuft ein Schwein…

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… aus dem Kochbuchladen.

Wie Sie am Straßenbelag erkennen, handelt es sich um eine Straße im ehemaligen Berliner Ostteil. Inzwischen gentrifiziert kommt die Straßensanierung wohl nicht richtig mit, oder wer weiß, vielleicht gibt es für diese Mischung aus uneben verlegten Uralt-Gehwegplatten und Kopfsteinpflaster inzwischen Denkmalschutz? Es ist die Zehdenicker Straße in der Nähe vom Rosenthaler Platz. Schon von weitem blitzte mir vor ein paar Tagen dieses Schwein entgegen. Wüsste ich nicht, dass in diesem Haus das einzige Kochbuch-Antiquariat ist, das ich in Berlin kenne (und vermutlich ist es wirklich das einzige in der Hauptstadt), dann hätte ich mich ob des aus der Ferne ziemlich echt anmutenden Schweinchens in der Berliner Wohnstraße ziemlich gewundert. So war es jedoch klar, das Schwein gehört zu dem Buchladen.

Hier gibt es nicht nur antiquarische Kochbücher, sondern auch allerlei alten Schnickschnack rund ums Kochen und die Ernährung, eben auch dieses gefälschte Getier, das in seiner ersten Verwendung vielleicht einmal die Geschäftsräume eines Fleischers zierte.
Ein gutes Fotomotiv ist es allemal, vor allem ion Kombination mit dem alten Straßenpflaster.

Und ganz am Rande sorgt dieser Schweinchendummy gerade dafür, das ich Ihnen den Tipp gebe, einmal die Bibliotheca Culinaria in der Zehdenicker Straße zu besuchen, wenn alte Kochbücher Ihr Thema sind oder Sie ganz konkret ein lange vergriffenes Kochbuch suchen. Mein Thema ist dieses nicht, weswegen ich noch nie in diesem Souteraingeschäft war. Allerdings schaue ich mir immer die Auslage auf den Tischen vor demhaus an, da Buchgestaltung im Wandel der Zeit ja eines meiner Themen ist. Dazu entdeckt man so manche historisch interessante Einzelheit, zum Beispiel die Ernährungstipps vergangener Tage.

Gesellschaft

Bücher aussetzen und mitnehmen

 Das Quartier hier um den Berliner Zionskirchplatz vereint durchaus Hipsterness, Gesetztheit und Besserverdienendentum gleichermaßen. Diese Mischung eben, die für die Gentrifizierung typisch ist. Vieles finde ich hier jedoch immer wieder ganz angenehm. Die Atmosphäre ist freundlich und entspannt, das Viertel bietet zahlreiche Impulse und der Gammel hält sich in Grenzen. Zwar gibt es auch hier ab und zu Müll auf den Straßen, aber zum Beispiel mit Kreuzberg oder Friedrichshain verglichen ist es hier deutlich weniger. 

Dafür gibt es hier eine andere, schöne Tradition, die eigentlich keine ist, die ich jedoch als solche empfinde, habe ich sie doch erst mit dem Einzug in dieses Haus kennengelernt: Dinge, die man selbst nicht mehr braucht, die jedoch noch gut sind und noch funktionieren, werden oft vor die Tür gestellt und finden so schnell wieder einen neuen Liebhaber oder Besitzer. Wohl bemerkt, kein Trash, keine verkeimten Textilien, alten Matratzen oder abgewohnte Möbel, kein Zeugs, das andernorts auf diese Art als Müll schnell entsorgt wird. Aber eben Dinge, die man selbst nicht mehr braucht, die andere jedoch vielleicht noch brauchen oder sogar sammeln. So finde ich ab und zu Bücher in den Eingängen und auf den Fenstersimsen der Kellerfenster und habe selbst schon das eine oder andere überflüssige Stück oder doppelt vorhandene Exemplar rausgestellt. Gute Stücke finden dann binnen kurzer Zeit einen neuen Besitzer. 

Eben fand ich in der Zionskirchstraße diese drei ausgesetzten Bücher. Neben einem quadratischen Foto-Bildband im roten Leineneinband lagen dort zwei Brüder aus dem Galileo-Verlag:  „Grundkurs Typografie und Layout“ und „Illustrator CS2“. Beide Bücher kenne ich. Außer dem Fotoband nahm ich das erstere mit. Seit langem habe ich es bereits im Regal stehen, nicht für mich selbst, sondern als Ansichtsexemplar für die Teilnehmer meiner Kurse, die dieses Buch ganz gut gebrauchen können. So werde ich das aufgesammelte Buch wohl verschenken oder verlosen, damit es wieder in gute Hände kommt, zu jemandem der es gut gebrauchen kann. Ein Buch zu Illustrator CS2 braucht dagegen heute kein Mensch mehr, ist das Programm doch heute in einer um 5 größeren Versionsnummer aktuell – womit einmal mehr deutlich wird, wie kurzlebig Computerbücher sind.