Gesellschaft, Schreibgeräte & Kontor

Die Lesezeichen der Juristin

lesezeichen

Schräg knicken – schnell finden.

Wie man ganz ohne eingelegte Papierschnipsel oder Post-it-Zettel schnell zu einem Lesezeichen kommt. Einfach ein Blatt schräg nach innen falten, so dass eine Ecke gut über den Rand hinaus ragt, zuklappen, fertig. Das nächste Lesezeichen macht man dann etwas versetzt. Die Ecke am Buchrand ergibt sich dann ebenfalls etwas versetzt. Ein simples Verfahren, das man jedoch selten sieht.

Bevor ich diesen Beitrag schrieb, habe ich einige Personen gefragt, ob und wo ihnen diese Art des Lesezeichens zuerst begegnet ist. Nirgendwo, war unisono die Antwort, bzw. man würde es nur durch mich kennen. Jemand bemerkte, ein Blatt würde er auch nie so komplett falten. Das Buch würde dadurch ja beschädigt. Genau das dachte ich auch, als ich dieses Lesezeichen zum ersten Mal bei einer Hamburger Juristin sah, der Hausanwältin meiner früheren Geschäftspartnerin. Sie hatte allerlei Akten dabei, in denen sie sich wichtige Stellen so markiert hatte. Genial fand ich das damals, weil es ganz ohne eingelegtes Lesezeichen oder Post-it funktioniert. Seitdem markiere ich mir wichtige Stellen so. Dort, wo eine Beschädigung nicht so wichtig ist, z.B. im Tageskalender, in Notizbüchern oder in Aktenordnern.

Irgendwie passt es, dass ich diese Art des Lesezeichens zuerst bei einer Juristin sah. Juristerei ist schließlich ein Arbeitsbereich, wo eben nur Content zählt. Völlig egal, ob da ein Aktenblatt einen Knick mittendurch hat. Keinerlei Rechtsbeziehung beeinflusst sich dadurch. Einem guten Buch würde ich diesen Knick mittendurch freilich niemals antun. Für Magazine, Kataloge, Handbücher und Verzeichnisse aller Art, die im nächsten Jahr im Austausch gegen ein neues Exemplar im Altpapier verschwunden sind, möchte ich diese Lesezeichen jedoch nicht missen.

Knicken Sie schräg, finden Sie schnell.

 

Ich möchte von Ihnen gerne wissen, wo Sie diese Art Lesezeichen zuerst gesehen haben? Schreiben Sie mir bitte kurz auf.

 

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für die Anmerkung. Dann ist die Art des Lesezeichens also doch bei Juristen üblich.

  2. Bei meiner anwaltlichen Tätigkeit. In grauer Vorzeit habe ich das von meinem ersten Chef übernommen. Erst gestern wurde ich von einer Richterin mit den Worten „Ach, Sie verwenden auch den Hamburger Knick“ darauf angesprochen. Bis dahin war mir nicht bekannt, dass es dafür überhaupt eine Bezeichnung gibt. Beim googlen bin ich dann eben auf Ihre Seite gestoßen ;-)

  3. Vielen Dank für die Anmerkung und für den Begriff „Hamburger Knick”.

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