Gesellschaft

D-AIZL – Squawking 7700

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Himmelfahrtstag I.

Im letzten Beitrag schrieb ich schon, dass ich es am sogenannten Herrentag ganz langsam angehen ließ. Gegen Mittag las ich in meine Twitter-Timeline und erlebte so einen Luftnotfall live mit. Ein nur wenige Minuten alter Tweet von →@airlivenet meldete, das Flugzeug des Lufthansa-Flugs LH 1802, ein Airbus A320-214, Kennzeichen D-AIZL, hätte Emergency, →Transponder-Code 7700, gesendet.

Was ist denn das? Wenn man das so liest, kommt kein gutes Gefühl auf und man denkt zwangsläufig, was dort jetzt in der Luft wohl gerade passiert. Ich öffnete meine →flightradar24-App am iPad, suchte das Flugzeug und fand es auch schnell. Es flog auf der (in der App blau vorgezeichneten) Route von München (MUC) nach Madrid (MAD). Nur ganz kurze Zeit später meldete @airlivenet via Twitter, D-AIZL würde im Toulouse landen.

Also wieder auf flightradar24 nachgeschaut, und ich sehe gerade noch, wie der Flieger von seiner blauen Linie abweicht und im Winkel Richtung Toulouse abbiegt. Nach Hin- und Herwechseln zwischen den Apps fand ich das Flugzeug nicht mehr. Schon ein komisches Gefühl, wenn man zufällig erfährt, dass dort jetzt im Moment ein Linienflugzeug Emergency 7700 sendet, auch wenn man bis vor 10 Minuten noch nicht einmal wusste, dass es einen Flug LH1802 gibt und man persönlich nichts damit zu tun hat. Was ist da los? Hat da einer einen Herzkasper gekriegt das Flugzeug fliegt den schnellst zu erreichenden Flughafen an. Oder hat das Flugzeug ein technisches Problem und in Toulouse ist höchste Alarmstimmung, der komplette Flughafen gesperrt, die Flughafenfeuerwehr in Bereitschaft und man bereitet alles vor, um ein Problemflugzeug sicher herunterzubringen, so ähnlich wie man es aus dem Kino kennt.

Bevor ich diesen Gedanken zu Ende denken konnte, meldete @airlivenet via Twitter schon, LH 1802 sei in Toulouse gelandet. Also kein dramatisches, technisches Problem. Aufatmen. Trotzdem natürlich der Gedanke daran, welcher Stress dort oben in den letzten zwanzig Minuten gewesen sein muss. Bei den Fluggästen und beim Begleitpersonal. Kurze Zeit später tickerte es dann über die Timeline, es ein medizinischer Notfall gewesen. Also nichts wirklich schlimmes. Für den einen, den es betrifft, natürlich schon. Aber kein Gefühl von Lebensbedrohung für Cabin Crew und Fluggäste. Es gibt ja immer wieder Herzanfälle und Zusammenbrüche, manchmal auch Todesfälle – so eben auch im Flugzeug. Statistisch normal bei den Menschenmassen, die dort in der Luft unterwegs sind. Miterleben möchte ich es als Fluggast allerdings nicht.

 

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