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Foto-Transfer zwischen verschiedenen Betriebssystemen

phototransfer

Bilder zwischen den Apple, Android und Windows übertragen. 

Heute stelle ich eine App vor, mit der man schnell und unkompliziert Fotos zwischen Geräten mit iOS-, Android-, MacOS- und Windows-Geräten übertragen kann.

Zehntausende von Digitalfotos haben sich in den letzten Jahren bei mir angesammelt. Inzwischen ist das iPad – neben einer mobilen Festplatte, die als Foto-Archiv dient und natürlich der Apple-Time-Machine – zu meiner zentralen Foto-Sammelstation geworden. Auf dem iPad sammle ich zuerst alle Fotos, bevor ich die weniger interessanten oder doppelten später wieder lösche, nachdem ich alle Bilder auf die Archiv-Festplatte, also quasi ins Archiv geschickt habe. Der Grund für das zentrale Sammeln auf dem iPad liegt darin, dass ich 95% aller Bilder dort kurz nachbearbeite und nicht mehr mit dem MacMacBook oder Desktop-PC. (Die restlichen 5 % sind dann die »schweren Fälle«, die umfassendere Korrekturen benötigen oder aufwändige Composings aus mehreren Bildelementen.)

Fotos mache ich entweder mit meiner digitalen Spiegelreflexkamera oder mit meinen Smartphones (iPhone und außerdem noch ein Samsung Galaxy Note), manchmal auch mit dem iPad selbst. Also müssen die Bilder aus der Spiegelreflexkamera und vom iPhone und Android-Smartphone möglichst schnell auf das iPad und manchmal auch auf ein MacBook übertragen werden. Aus der Spiegelreflexkamera übertrage ich sie direkt per Adapter zum iPad, in den die SD-Speicherkarte eingesteckt wird. Eine WLAN-Übertragung wäre freilich schön, funktioniert mit meiner alten Nikon D90 aber leider nicht. Für den Transfer vom iPhone und vom Samsung Galaxy nutze ich inzwischen die Photo Transfer App. Mit dieser App kann man schnell Fotos zwischen iOS- und Android- Geräten hin- und herübertragen oder vom iOS- oder Android-Gerät zum bzw. vom Notebook oder PC. Für den Transfer muss auf beiden Geräten die Photo Transfer App vorhanden und gestartet sein, und schon kann die Übertragung starten. Die App gibt es folglich als iOS- und als Android-Version. Für die Übertragung von oder zum Notebook oder PC wird dort eine spezielle URL eingegeben, über die sich der Computer mit der App verbindet. Der Transfer ist unkompliziert, Voraussetzung ist jedoch, dass beide Geräte im gleichen WLAN sind.

Insgesamt ist die Photo Transfer App eine ziemlich komfortable Lösung, mit der man Fotos unterwegs schnell vom Smartphone aus auf ein anderes Gerät bekommt, vor allem, wenn man Fotos zwischen den verschiedenen Betriebssystem-Welten (iOS, Android, MacOS, Windows) übertragen möchte und nicht einfach nur platt alle Fotos synchronisieren möchte.

Bevor ich mein Samsung Galaxy mit Android bekam, hatte ich nur iOS-Geräte im Einsatz und habe für den Foto-Transfer die Image Transfer App verwendet, die es jedoch nur für iOS gibt. Wenn die Übertragung zu Android-Devices kein Thema ist, ist es eine Alternative zur hier vorgestellten App. Freilich kann man zwischen iOS Geräten die Fotos auch über die Fotomediathek synchronisieren, jedoch gefiel mir das nie, da ich gerne selbst bestimmen möchte, welche Fotos auf meinen Geräten sind und welche eben nicht.

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Stürzende und krumme Linien …

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Über Digitalfotos, ein paar Regeln zum Fotografieren und eine App zur Bildkorrektur

Mit den immer besser werdenden Kameras in Smartphones – sprich Handy-Kameras – ergeben sich freilich immer bessere Möglichkeiten, Fotos zu machen. Das Genre der digitalen Kompaktkamera hat zwar weiterhin seine Berechtigung, jedoch nur, wenn es wirklich gute – und damit meist teure – Kameras sind, mit denen man viele Einstellungen manuell vornehmen kann. Ich wechsele daher nur zwischen digitaler Spiegelreflex und Smartphone-Kameras. Letztere haben natürlich den Vorteil des Immer-dabei-seins, während ich die SLR schon gezielt mitnehmen muss.

Bei guten, gut gemeinten oder eben wirklich guten Digitalfotos stellt sich immer wieder die Frage: Was macht man mit den tausenden Fotos? Mir fällt dazu nur ein: Ab und zu mal ein interessantes Foto ausdrucken lassen, rahmen und an die Wand hängen, eventuell auch verschenken. Von ein paar weiteren interessanten Fotos Postkarten anfertigen. Den nicht Facebook-affinen Mitmenschen meist komplette Fotostrecken in Form einer Slideshow zu präsentieren, heute nicht mehr mit dem Diaprojektor, sondern mit iPad und Beamer. Oder doch ganz einfach die Fotos in Social-Media-Portalen – Instagram, Facebook, Twitter, Fotocommunity – teilen und liken. Andere Möglichkeitennatürlich noch die Teilnahme an Amateur-Fotowettbewerben oder das Einstellen und Verkaufen bei Fotoportalen wie Fotolia.

Die Wohnung hier hat nur begrenzte Wandflächen, und ich mag zudem ganz gerne weiße Wände, statt mit Fotos gefüllte Bilderrahmen. Andere Menschen oder mich selbst dem Printmedium Postkarte zu beglücken, ist zwar recht schön, jedoch die Herstellung der Karten nicht gerade unaufwendig (dafür sollte es schon hochwertig gedruckt und eine kleine Kollektion sein – vielleicht mache ich das bald sogar). Schwanzvergleicher-Fotoportale und -Wettbewerbe habe ich hinter mir und brauche ich nicht mehr. Bleibt also Share und Like in den Social-Media-Portalen. Genau, das ist eher meins.

Fotos können heute dank Retina-Displays schnell und überall in einer Qualität gezeigt werden, von der früher manches glasgerahmte Kleinbild-Dia nicht zu träumen gewagt hätte. Sehr kommod kommt hinzu, dass die digitalen Bilder mit allerlei Bildbearbeitungs-Apps direkt mit dem Smartphone oder Tablet bearbeitet werden können. Einerseits, um ihnen eine künstlerische, artifizielle oder wie auch immer Note zu verpassen, andererseits, um den Bildern etwas technischen Schliff zu geben und damit einem Bild mit an sich gelungener Bildkomposition quasi über die Schwelle vom Schnappschuss zum Foto zu helfen.

In den Strudel der Diskussion, was nun ein gutes Foto ist, möchte ich mich nicht hinein begeben. »Fotografen sind wir alle.«, sage ich oft, was abwertend klingt, aber eine Reaktion auf die zahlreichen Fotografen hier in der Hauptstadt ist. Für den Fall jedoch, dass Sie etwas ambitioniert sind und Ihr nächster Job oder – besser – Ihr nächstes Hobby auch »Fotograf« ist, möchte ich Ihnen eine App vorstellen, auf die ich durch Zufall aufmerksam geworden bin und vorweg einige Grundregeln, die weder komplett noch in Stein gemeißelt sind, die ganz sicher auch für jedes Smartphone-Foto ganz hilfreich sind.

Also zuerst die Regeln:

Nummer null: Was man hat, das hat man. – Und muss man sich nicht erst durch Bildkorrekturen und Retouchen erschaffen. Eigentlich eine Binsenweisheit. Dazu gehört unter anderem, das Bildmotiv so zu wählen und herzurichten, dass keine störend anmutenden Gegenstände oder Personen darauf sind, keine vermeidbaren Refexionen, etc. – Was hindert also daran den ein oder anderen Gegenstand einfach weg zu räumen oder zu warten bis störende Personen aus dem Bild sind? Oder einen Vorhang zuzuziehen, das Motiv richtig zu beleuchten oder eben abzuschatten? Oder so zu fotografieren, dass stürzende Linien leicht korrigiert werden können? Oder ein Papierdokument gleich mit einer Scanner-App zu fotografieren, statt schwach beleuchtet im schrägen Winkel mit der einfachen Kamera-App? Gar nichts hindert daran. Der minimale Mehraufwand lohnt in jedem Fall.

Nummer eins: Der Horizont ist horizontal, waagerecht. Wasseroberflächen sind immer horizontal. Geländelinien müssen hingegen nicht horizontal sein (es gibt schließlich Hügel und Täler). Vertikale Linien sind vertikal, wenn sie nicht perspektivisch abgebildet sind. Hochhäuser, Funktürme, etc. sind in aller Regel nicht schief gebaut, sondern ihre Mittellinie ist vertikal – und bitte auch auf dem Foto. Gegebenenfalls wird das Foto leicht gedreht; das geht sogar mit den elementaren Funktionen der Instagram-App. Bitte, wer will einen schiefen Fernsehturm sehen?

Nummer zwei: Stürzende Linien werden in der Architekturfotografie gerade gar nicht erst aufgenommen, sondern vorher durch Tilt-Shift-Objektive korrigiert. Die Möglichkeit gibt es für Amateure nicht. Man kann aber versuchen, stürzende Linien gar nicht erst, oder zumindest leicht korrigierbar, aufzunehmen. Dazu wird die Kamera so ausgerichtet, dass sie möglichst nicht erst entstehen. Das kann erfolgen, indem man den eigentlichen Bildausschnitt im Querformat in den oberen Bereich des Hochformats der Smartphone-Kamera legt, denn ein Beschneiden des Bildes ist immer sehr einfach möglich. Lassen sich stürzende Linien nicht vermeiden, werden sie am besten so aufgenommen, dass sie rechts und links die gleiche Neigung haben, denn ein symmetrischer Trapezausgleich ist recht einfach und auch schon mit der Instagram-App möglich (oder mit der unten beschriebenen App). Zur Korrektur: Bitte nur so korrigieren, dass das Ergebnis nicht unnatürlich anmutet. Ein klein wenig Perspektive muss ggf. bleiben.

Nummmer drei: Horizontale und vertikale Linien sind Linien, auch im Foto. Linien sind gerade und nicht gebogen bzw. gekrümmt. Ein Rechteck ist rechteckig und hat nicht die Form einer Uralt-Fernsehröhre mit ballig gekrümmten Kanten. Verzeichnungen heißen diese Verkrümmungen. Sie sind bedingt durch das Kameraobjektiv und treten im Weitwinkelbereich auf. Das bedeutet: Motive nicht unnötig mit Weitwinkelobjektiv bzw. im Weitwinkelbereich des Zoomobjektivs fotografieren, wenn sie auch – ohne gekrümmte Linien – fotografiert werden könnten, indem man sie einfach mit etwas mehr Abstand fotografiert. Und schon ist das Flachdach des Bungalows waagerecht und mehr ballig krumm. Bei Smartphone-Kameras ist das unbedeutend, da sie keinen optischen Zoom haben. Gleichwohl bilden nicht alle Linien auch als Linien ab.

Nummer vier: Bei Motiven, die mit relativer Sicherheit noch nachbearbeitet werden müssen (leichte Bilddrehung, Ausgleich von stürzenden Linien, Entzerrung von Objektivverzeichnung) bitte immer so fotografieren, dass genug Raum um das eigentliche Motiv vorhanden ist. D.h., das Motiv wird nicht so nah fotografiert, wie es für das Foto eigentlich beabsichtigt ist. Durch drehen und Trapezausgleich stürzender Linien geht etwas Raum verloren und das Bild wird nach der Bearbeitung ohnehin zugeschnitten. Beachtet man dieses nicht, kann es sein, dass das Motiv nachher zu nah ist, mit zu wenig Raum drumherum. Manchmal ist dieser Raum auch wichtig, wenn das Bild randabfallend gedruckt werden soll und man eine Beschnittzugabe braucht.

Außerdem: Wenn möglich, von jedem Motiv  immer mindestens eine Aufnahme machen, die entsprechend mehr Raum um das Motiv hat und mindestens eine Aufnahme, bei der das Bildmotiv exakt an der richtigen, gewünschten, Position ist und der Bildausschnitt bereits ohne nachfolgendes Beschneiden passt, d.h. wie gewünscht ist. Wer vorher schon weiß, dass er Fotos im 4:3 oder 3:2 oder im quadratischen Format braucht, stellt das in der Kamera ein und fotografiert immer mindestens ein Bild in diesem später benötigten Format. D.h. auch, wer auf Fotos auf Instagramm veröffentlichen will, fotografiert dafür gleich quadratisch.

Nummer fünf: Jedes Foto hat einen räumlichen Bereich, in dem Objekte scharf abgebildet werden (Tiefenschärfe). Entweder sind alle Objekte vor und hinter diesem Bereich unscharf, oder der Bereich ist so groß, dass alle Objekte scharf dargestellt sind (wie meist bei Smartphone-Kameras). Den Effekt des kleineren Schärfebereichs (geringe Tiefenschärfe) mit Fokus auf ein bestimmtes Objekt kann man digital imitieren, jedoch nur in Grenzen. In jedem Fall sollte der Fokus beabsichtigt gesetzt sein.

Nummer sechs: Fotos müssen passend belichtet sein. Man kann zwar Bilder aufhellen und helle Bereiche noch heller und dunkler Bereiche noch dunkler machen (d.h. Kontrast erhöhen) oder nur bestimmte Helligkeitsbereiche aufhellen oder abdunkeln. Aber: Ein zu dunkles Bild mit großen schwarze Flächen bekommt in diesen Bereichen keine Details, wenn man es aufhellt. Ebenso bekommt ein zu helles Bild mit großen weißen Flächen in diesen Bereichen keine Details mehr, wenn man es abdunkelt. Bei großen komplett hellen (weißen) Bildbereichen ist zudem der Bildrand nicht mehr zu erkennen, wenn diese Bereiche am Bildrand sind. Stark über- und unterbelichtete Fotos können daher kaum akzeptabel nachbearbeitet werden. In schwierigen Lichtsituationen können HDR-Kamera-Apps manchmal von Nutzen sein.

Nummer sieben: Papierdokumente müssen heute nicht mehr gescannt werden, sondern können mit einer guten Smartphone-Kamera abfotografiert werden. In jedem Fall ist der Einsatz einer Scanner-App sinnvoll (zum Beispiel dieser). Das erspart viel Nacharbeit und man erhält akzeptable Scans, die auch schnell per Email versendet werden können. Die Scanner-App erkennt automatisch die Blattränder und führt die Trapez-Entzerrung automatisch aus sowie noch einige Bildkorrekturen, die speziell beim Dokumenten-Scan sinnvoll sind. Das Ergebnis ist oft um ein Vielfaches besser, als wenn man das Dokument einfach nur mit der Smartphone-Kamera abfotografiert.

Das sind acht Regeln, die Sie bestimmt schon kennen, die ich jedoch noch einmal aufgeschrieben habe, weil mir diese Dinge vor allem an vielen Smartphone-Fotos aufstoßen und mit minimalem Aufwand wirklich nicht sein müssen.

Die SKRWT-App

Es ist eine App für das iPhone, die jedoch im iPhone-Modus auch auf dem iPad funktioniert, und so verwende ich sie auch. Zwei Dinge kann man mit dieser App auf recht einfache Art lösen: die Korrektur von stürzenden Linien und – und das ist etwas interessanter, weil in den meisten Bildbearbeitungs-Apps nicht enthalten – die Entzerrung von Objektiv-Verzeichnungen.

Für Letzteres habe ich diese App gekauft, da ich manchmal meine alten Fotos aus der Spiegelreflexkamera auf dem iPad weiter bearbeite und ein Foto schnell bearbeiten wollte, dessen Linien doch recht gekrümmt waren. Das Ergebnis der SKRWT-App überzeugte mich, hätte ich doch sonst erst MacBook und Photoshop starten müssen. Diese App ist damit wieder ein kleiner Baustein, der Digitalfotos besser und professioneller macht. Prädikat: empfehlenswert. Die 1,99 € sind gut angelegt, hier, im iOS-App-Store. SKRWT soll übrigens »screw it« ausgesprochen werden, womit sich die Bedeutung der Abkürzung erklärt.

Nicht alle, aber die schlimmsten stürzenden Linien und Objektiv-Verzeichnungen können gut und schnell beseitigt werden, immer vorausgesetzt natürlich, dass das Motiv noch genug Rand drumherum hat und  dass das Foto ausreichend Pixel hat, aber das ist in Zeiten von zwölf oder 16 Millionen Picture Elements – sprich Pixeln – eher ein nachrangiger Aspekt.