Berlin, Gesellschaft

Wo Sie nicht burgern sollten – White Trash

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Aus der Reihe »Wo Sie nicht hingehen sollten«

Bevor Sie ins White Trash gehen, lassen Sie sich das letztere der beiden Worte am besten noch einmal auf der Zunge zergehen. Früher war diese Location an der Schönhauser Allee und wurde ziemlich gehyped. Freilich, die Burger waren sicher besser als bei Burger King und McDonald’s, richtig wohl gefühlt habe ich mich die paar Mal, die ich im White Trash war, jedoch nie. Immerhin war es damals akzeptabel, als es noch nicht so viel Burger-Lokale in Berlin gab.

Vor einiger Zeit ist das White Trash von der Schönhauser Allee an den Flutgraben gezogen, an das Ende der Schlesischen Straße, in ein Ex-Autohaus. Im Sommer werden die Burger auch in einem ziemlich gammeligen Außenbereich serviert, so wie es dort im hintersten Kreuzberg an der Grenze zu Treptow im Moment zum allgemeinen Standard gehört. Nicht mein Stil, aber für junges Szene-Publikum und Provinzler, die den Kreuzberg-Hype mögen, vielleicht ganz erträglich. Wenn der Laden sonst stimmen würde, wäre das alles im grünen Bereich. Leider stimmt es dort ganz und gar nicht. Wer nur Burger essen möchte, zahlt erst einmal einen Euro Eintritt für die DJ-Beschallung in der Musikkneipe im White Trash, auch wenn man dort gar nicht hinein möchte. Zu späterer Stunde sind dann fünf Euro fällig, für eine Lifeband-Beschallung. Das wäre irgendwie auch noch ok.

Ärgerlich ist es dagegen, dass ein simpler halber Liter Bier fünf Euro kostet, was bei dem Standard des Lokals sicher überteuert ist. Ein kleines Bier gibt es erst gar nicht. Ärgerlicher ist es, dass die Burger nach dem Umzug sehr viel schlechter geworden sind. So war es zumindest am letzten Samstag Abend. So gar nichts besonderes hat dieses White Trash also zu bieten. Lokal und Angebot muten eher wie Touristennepp mit Klappstühlen, überhöhten Preisen und unterdurchschnittlicher Qualität an. Alles das ist an sich ein Grund, das White Trash zu meiden. Bessere Burger gibt es in Berlin an vielen anderen Orten.

Noch ärgerlicher wurde unser Besuch am Samstag jedoch zum Ende hin. Wir waren in einer größeren Gruppe dort. Ein Blog’n’Burger-Treffen. Normalerweise wird in solch großen Gruppen einzeln gezahlt. Nicht jedoch im White Trash. Dort empfindet man das als zu aufwändig und stellt nur eine komplette Rechnung für die gesamte Gruppe. Wir sammelten also im Glas. Der Organisator des Blog’n’Burger, Chris, der mit dem White Trash die Reservierung vereinbart hatte, zählte noch einmal nach. Die Summe war einige 100 € groß und im Glas war zudem noch einiges an Trinkgeld. Das Personal bekam das Geld und alles ist fein – dachten wir zumindest.

Kurze Zeit später kam jemand vom White Trash an den Tisch und sagte, es wären 10 % Trinkgeld vereinbart gewesen. Er forderte diese 10 % auch nachdrücklich ein. Sie wären »vertraglich vereinbart« gewesen. Freilich, so etwas geht rechtlich gar nicht. Natürlich erfüllten wir diesen frech-dreisten Anspruch auch nicht. Nach einigem Hin und Her hieß es patzig, wir könnten dort nie wieder reservieren. Gut, dass muss die Blog’n’Burger-Crew im White Trash mit seinen Klappstühlen, der Burger-Qualität und seinen Bierpreisen auch sicher nicht mehr. Frech ist es ja ohnehin schon, in eine Reservierungsbestätigung zu schreiben, man erwarte 10 % Trinkgeld. In solche Lokale muss man doch nicht gehen.

Alles in allem ist es sicherlich eine gute Empfehllung, nicht im White Trash einzukehren.

Sterne: null von fünf möglichen.

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Results for week beginning 2014-12-08 | Iron Blogger Berlin

  2. Aaaah, Blog ’n‘ Burger wollte ich mich eigentlich auch schon längst angeschlossen haben… habe bisher auch noch nichts Gutes vom White Trash gehört und jetzt noch weniger vor, dorthin zu gehen!

  3. Schön, dann sehen wir uns bestimmt nächstes Jahr beim Burger.
    Und da wir in Berlin sind und es hier bessere Burger galore gibt, können wir alle einen Bogen um das White Trash machen.

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