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An der Kante entlang ziehen

Warum nicht einmal die Kaffeetasse oder den Frühstückstisch aus der Froschperstektive filmen, so wie ihn ein Spatz sehen würde, der auf der Tischkante sitzt. Und vielleicht zusätzlich noch eine Kamerafahrt simulieren. Der Spatz läuft … Wie das geht, seht ihr in diesem 6-Sekunden-Video. Erforderlich ist nur eine übliche Stativhalterung, die vielleicht schon vorhanden ist und nicht unbedingt so wie die abgebildete aussehen muss. Die improvisierte Lösung besteht aus einem Holzklotz (z.B. aus dem Kinderbaukasten) und einem kräftigen Gummiband, mit dem der Klotz am Smartphone befestigt wird und so seine stabile Anlage bildet, mit der das Smartphone ähnlich wie mit der Stativhalterung verwackelungsfrei über die Tischkante geführt werden kann.

Probiert es aus und filmt euren Burger einmal in der Perspektive eines Spatzes — oder Frosches.

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Kabeltausch

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MagSave-Kabel eines Apple-MacBook-Netzteils austauschen

Mein MacBook Pro von 2010 kommt gewiss langsam in die Jahre. Trotzdem ist es immer noch mein liebstes Notebook. Allein der Stecker des Netzteils machte es irgendwann im letzten Jahr nicht mehr, weswegen ich ihn erst mal funktional einwandfrei, optisch jedoch notdürftig repariert hatte. Eigentlich plante ich, ein neues Netzteil zu kaufen, das es ja im Internet günstig zu kaufen gibt. Während der Suche traf ich jedoch auf ein Ersatzkabel, zu einem Preis, zu dem man hier in Berlin-Mitte keine zwei Latte Macchiato bekommt. Also bestellt. Wenn es nicht funktioniert, trinke ich zwei Kaffee weniger und kaufe ein neues Netzteil.

Am Freitag Nachmittag dann die Bastelstunde. Ich habe ein Video daraus gemacht, was freilich nicht das einzige zu diesem Thema „MagSave-Kabeltausch des MacBooks-Netzteils“ ist, sondern ein weiteres. Mit etwas kontrolliert roher Gewalt, einem Lötkolben und Sekundenkleber ist der Kabeltausch schnell erledigt. Wie genau, das sehen Sie im Video:

Hier zum Video!

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Papiertüte falten

klotzbodenbeutel

Hier möchte ich ein Video-Tutorial vorstellen, in dem ich zeige, wie man eine Papier-Tragetasche, vulgo Papiertüte, falten kann.

Diese Tüten nennt man auch Klotzbodenbeutel, und viele haben sich schon über diesen Begriff gewundert, steht er doch bei bestimmten Supermärkten auf dem Kassenzettel, wenn man sich für ein paar Cent eine ganz normale, braune Papiertüte zum Transport des Einkaufs geben lässt.

Tüten basteln ist nun nicht wirklich mein Metier, aber ich kenne – wie das im grafischen Gewerbe so ist – die üblichen Vepackungen ganz gut. So auch den Klotzbodenbeutel. Bitte mit einem L nach dem K schreiben! Vor ein paar Tagen besuchte ich eine Veranstaltung, auf der jemand zeigte, wie man mit ein paar Knicken schnell einen Bogen Papier in eine professionell anmutende Papiertüte, einen Klotzbodenbeutel, verwandelt. Gut, das kannte ich schon. Ich habe es vor vielen Jahren gelernt. Jetzt habe ich ein Video dazu erstellt, weil in diesem Blog – man würde es nie vermuten – der Beitrag über Tischaufsteller, der am meisten aufgerufene ist. Warum so viele Menschen nach Tischaufstellern suchen und Tischtaufsteller basteln wollen? Ich weiß es nicht. Aber vielleicht wollen sie auch Tüten herstellen?

→Zur Anleitung auf Youtube

Die Tüte kann aus jeder Art von Papier gefaltet werden. Aus alten Plakaten werden so schnell individuelle Geschenkverpackungen. Genauso gut kann man zum Beispiel alte Druckbögen, Kalenderblätter, Tapetenreste oder einfach nur buntes Papier verwenden. Viel Spaß beim Tüten falten.

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Gestickt

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Heimtypo mag ich nicht wirklich, das schrieb ich Ihnen bereits hier. Ausnahmen gibt es natürlich, zum Beispiel bestickte Handtücher. So habe ich am letzten Wochenende wieder etwas Typo in ein Handtuch gestickt. Die Bicolor-Schrift, die ich verwendet habe, ist zumindest nicht alltäglich. Man kann heute in DTP-Zeiten zwar schnell jede Computerschrift in Pfade umwandeln, die einzelnen Buchstaben zerschneiden und in unterschiedlichen Farben sticken. Könnte ich. Mache ich vielleicht später, dann jedoch mit einer komplett handgezeichneten Schrift.

Viel einfacher und ohne den Aufwand des Zerschneidens vektorisierter Buchstaben ist die zweifarbige Wortmarke @graftypo entstanden. Es handelt sich um die Schrift Zebra. Sie wurde vom Schriftgestalter Karlgeorg Höfer entworfen und später vom Schriftenlabel P22 digitalisiert. Diese Schrift funktioniert so, dass es neben einer allgemeinen, einfarbigen Version zwei Schriftschnitte (bzw. Schriftdateien) Zebra A und Zebra B gibt. Beide enthalten von jedem Buchstaben nur einen Teil. Platziert man über ein in Zebra A gesetztes Wort dasselbe Wort in Zebra B, so ergänzen sich die Buchstabenteile und es ergeben sich Buchstaben, die aus zwei unterschiedlichen Farben bestehen – so wie meine @graftypo-Wortmarke.

Karlgeorg Höfer hat die Schrift Zebra vor mehr als 50 Jahren entworfen und 1965 wurde sie von der Schriftgießerei D. Stempel AG als Bleilettern für den Buchdruck produziert. Die Bicolor-Anmutung wurde erreicht, indem Teile der Buchstaben als feine Linien schraffiert wurden. Gedruckt ergibt sich so ein Wechselspiel aus  dunklen und hellen Buchstabenteilen. Daher der Name der Schrift: Zebra. (Siehe auch die Notiz zu Zebra bei typografe.info)

Die Schrift Zebra kenne ich schon sehr lange. Auch Karlgeorg Höfer ist mir ein Begriff als einer der Altmeister der Schriftgestaltung und Kalligrafie. Zudem sehen Sie alle, werte Leser, täglich und immer eine von ihm entworfene Schrift, auf den Kfz-Kennzeichen der bundesdeutschen Autos. Diese uns damals als fälschungssicher präsentierte hat er nämlich auch entworfen.

Dass ich nun gerade für mein Handtuch auf Zebra kam, hat folgenden Hintergrund:  Vor einer guten Woche traf ich eine Berufskollegin, die im Bereich Kalligrafie, Schrift und Druchgrafik unterwegs ist. Sie hatte mit dem Kalligrafenpinsel eine schnelle Notiz geschrieben. Ich schaute hin, und – Gehirnratter, Synapsenverknüpfung – ich sah …, na klar, ein klein wenig von Zebra. Vielleicht auch nur, weil die Kollegin mir früher einmal erzählt hatte, sie hätte vor vielen Jahren an der Werkkunstschule Offenbach bei Karlgeorg Höfer studiert und er wäre einer ihrer Impulsgeber für die Beschäftigung mit Schrift und Kalligrafie gewesen.

So habe ich nach langer Zeit wieder einmal Berührung mit Zebra gehabt. Gedacht, gestickt, … Vermutlich ist es die einfachste Möglichkeit, eine Bicolor-Schrift zu sticken.

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Hier wache ich!

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Gigaset elements reloaded

Im Sommer 2014 hatte ich das Starterkit von Gigaset elements vorgestellt und einen recht ausführlichen Text darüber geschrieben. Damals kam ich zu dem Schluss, dass Gigaset elements eine tragfähige Lösung für technikaffine Menschen ist, die gerne in die Smart-Home-Technologie einsteigen möchten oder einfach nur eine günstige Alarmanlage in ihrer Etagenwohnung nachrüsten möchten. Zudem hatte ich einen Ausblick gegeben, was ich mir von Gigaset noch wünsche und einige Aspekte zu Datensicherheit sowie Raum- und Personenbewachung zusammengetragen. Wenn Sie an Smart Home und Wohnungüberwachung interessiert sind, empfehle ich, meinen Beitrag von 2014 zuerst zu lesen (hier entlang), bevor Sie weiter lesen.

Vor kurzem, eineinhalb Jahre später, wurde ich von Gigaset gefragt, ob ich weitere Komponenten des Gigaset elements Systems testen möchte. Also bekam ich die Gigaset Camera und die Aktoren Siren, Plug und Button zur Verfügung gestellt.

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Insgesamt besteht das Gigaset-System in unserer Wohnung jetzt aus:

  • der Basisstation Base (gehört zum Starter Kit)
  • einem Bewegungssensor Motion (gehört zum Starter Kit)
  • einem Tür-Sensor Door (gehört zum Starter Kit)
  • einem Fenster-Sensor Window

und seit kurzem zusätzlich aus:

  • einer Überwachungskamera Camera
  • einer fernsteuerbaren Steckdose Plug
  • einem Schalter zur Steuerung des Gigaset-Systems Button

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Gigaset Camera

Die Gigaset Camera wird mit einem Halter zum Anbohren an der Wand oder an der Zimmerdecke geliefert. Dieser Halter hat ein einstellbares Kugelgelenk, so dass die Kamera so geschwenkt und positioniert werden kann, dass der Bereich, der überwacht werden soll, optimal abgebildet wird. Da die Kamera auf der Rückseite ein 1/4-Zoll-Einschraubgewinde hat, wie es auch bei Fotostativen üblich ist, könnte sie auch auf ein beliebiges Stativ oder auf einen anderen Halter geschraubt werden.

Die Installation und Anmeldung am Gigaset-System ist – aus Perspektive des technikbegabten Menschen – recht einfach. Via mitgeliefertem LAN-Kabel wird die Kamera mit der Basisstation verbunden und dann mit der Gigaset-Smartphone-App, die ich in meinem ersten Test schon beschrieben habe, dem System hinzugefügt. Danach ist das LAN-Kabel überflüssig und die Kamera funktioniert per WLAN.

Die Kamera braucht eine Stromversorgung über ein mitgeliefertes Steckernetzteil. Da sie in der Regel weit oben aufgehängt wird (z.B. an der Zimmerdecke) und in diesem Bereich keine Steckdosen sind, ist für das Netzteilkabel eine separate Verlängerung beigelegt. Insgesamt vier Meter Netzkabel hat man so zur Verfügung. In unserer Altbauwohnung ist es trotzdem zu wenig, da ich das Kabel nicht frei beweglich diagonal durch den Raum spannen möchte (so nerdig ist es hier dann doch nicht ;)

Der von der Kamera gesendete Videostream kann über die Gigaset-Smartphone-App oder das Gigaset-Web-Interface in Echtzeit abgerufen werden. Die Bildqualität ist gut, sowohl im normalen Modus als auch im Nachtmodus. Gedacht ist die Kamera zum Betrieb in Innenräumen. Schützt man sie vor Schnee und Regen, ist meines Erachtens auch der Einsatz im Aussenbereich möglich, z.B. unter einem Vordach.

In der einfachsten (kostenlosen) Betriebsmöglichkeit kann man nur den Echtzeit-Livestream abrufen und kurze Aufzeichnungen erstellen. Mehr Funktionen (z.B. Videoaufzeichnung bei Bewegung, etc.) erhält man per In-App-Kauf (siehe hier).

Gigaset Siren

Der Name sagt es schon. Bei Gigaset elements siren handelt sich um eine Alarmsirene, die ein akustisches Signal abgibt, wenn z.B. der Door-Sensor einen Alarm (also eine gewaltsame Türöffnung) meldet. Eine sehr praktische Komponente, die einfach in eine 230-Volt-Netzsteckdose gesteckt wird (und nur einmal am System angemeldet werden muss).

Gigaset Plug

Mindestens genauso praktisch ist die schaltbare Funk-Steckdose Gigaset elements plug. Es handelt sich um einen etwas größeren Stecker, der in eine 230-V-Netzsteckdose gesteckt wird, und der auf der Oberseite eine eigene 230-V-Netzsteckdose besitzt, in die das Gerät eingesteckt wird, das mit dem Plug geschaltet werden soll. Es ist also eine Art Zwischenstecker, in dem sich der fernsteuerbare Schalter bedfindet. Geräte können so per Gigaset-Smartphone-App ferngeschaltet werden. Und sei es nur die Stehlampe am anderen Ende der Wohnung oder ein Radiator im tiefen Winter, den man fern-einschaltet, wenn man den Heimweg von der Arbeit antritt, damit es kuschelig warm ist, wenn man heimkommt.

Gigaset Button

Der Gigaset elements Button ist ein Funk-Tastschalter im quadratischen Design der Gigaset-Sensoren. Diese Komponente hat lediglich eine große Taste, jedoch können damit vier verschiedene Aktionen ausgeführt werden, was durch  vier verschiedene Tastfolgen (kurz, mittellang, sehr lang, zweimal kurz) realisiert wird. Das Button-Modul soll im Gigaset-System teilweise die Bedienung per App oder per Web-Interface ersetzen, damit auch Kinder und andere Familienmitglieder die Alarmanlage einschalten oder z.B. Geräte über das Plug-Steckdosenmodul ein- und ausschalten können, ohne dass sie dafür den Zugang zur Gigaset-Smartphone-App oder zum Gigaset-Web-Interface brauchen. Das ist sicher gut gemeint, nur frage ich mich, warum man nicht einfach vier Tasten für die vier Aktionen nebeneinander platziert. Dieses Konzept mit einer Taste und kurzem, mittellangem, etc. Drücken ist mir zu kompliziert, denn irgendwie war mein Tasten oft verkehrt (zu kurz, d.h. ohne Auslösung, oder eben gleich zu lang; es wurde oft die falsche Aktion ausgelöst).

Und sonst so …

Das, was ich in meinem ersten Test zur Überwachung von Personen schrieb, gilt nach wie vor. Übrigens hatte ich letztens in der Liste der Google-Suchbegriffe, die zu den netznotizen führen, die Wortkette Wie kann ich meine Putzfrau am besten überwachen?, deren Suche dann zum Beitrag mit meinem ersten Test von Gigaset führte. – Ja, mit Gigaset elements geht das, mit der Camera sogar richtig gut. Tun sollten Sie es trotzdem nicht.

Empfehlenswert

Gern für Nerds und technikbegabte Menschen, die Computerinstallationen mögen und können und nach einer Budget-Lösung suchen.
Weniger für Apple-Gewöhnte oder Menschen, die auf schön anmutende Produkte Wert legen.

 

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Advents- und Weihnachtslieder App

Weihnachtslieder App

Bereits vor zwei Jahren hatte ich die Idee, Noten und Texte von Advents- und Weihnachtsliedern als App zu veröffentlichen, zeichete sich doch ab, dass Smartphones immer größer wurden und das Phablet-Format im kommen war. Warum also nicht Inhalte, für die man vorher Fotokopien und Bücher brauchte, direkt aufs Smartphone bringen? Das hatte sich nämlich längst von einem digitalen Guckloch mit 4-mal-6cm-Display zum komfortablen Gerät entwickelt. Also entwickelte ich eine Web-App (die schon in ihrer ersten Version im  Application-Cache des Smartphone-Browsers gespeichert wurde und daher auch offline, ohne dass sich das Smartphone im Internet befindet, nutzbar war).

Jetzt gibt es ein Relaunch dieser App, mit mehr Liedern und an die Breite von heutigen Smartphones angepassten Notenzeilen. Natürlich ist die App wieder kostenlos und frei verwendbar. Basis ist die Sammlung des Vereins Musikpiraten e.V. (PDF „Singen im Advent“) mit gemeinfreien Liedern, die auch öffentlich gesungen werden dürfen. So muss keiner die GEMA oder Ansprüche der Erben lange verstorbener Urheber fürchten, und ein spontanes Handyauspacken und Singen auf der Weihnachtsfeier oder während des Adventsspaziergangs ist möglich.

Für Android habe ich eine native App im GooglePlay eingestellt:
→ Hier entlang !

Oder einfach mit dem Android-Smartphone diesen QR-Code fotografieren und die App installieren:

qrcode(2)

Für iOS (iPhone) habe ich eine Web-App erstellt. Diese wird mit dem Safari-Browser des iPhones aufgerufen:
→ http://weihnachtslieder.kuratiert.com/

Oder alternativ über folgenden QR-Code:

qrcode(3)

Legt man die Web-App auf dem Home-Bildschirm des iPhones ab (im Safari über das Symbol [↑] und dann via „[+] Zum Home-Bildschirm“), kann sie vom Home-Bildschirm aus wie jede andere App über ein Icon gestartet werden. Nach dem ersten Aufruf werden alle Daten lokal auf dem iPhone im Application-Cache-Speicher gesichert, so dass die App auch funktioniert, wenn das iPhone keinen Internetzugriff hat (z.B. im Flugmodus, draußen im Gelände, auf der internetfreien Weihnachtsfeier, etc.).

Dann kann jetzt nichts mehr schiefgehen …

Wie auch immer, ob Sie nun musizierende Familienmenschen oder Smartphone-addicted Nerds sind oder einfach nur Eltern und Erbtante unter dem Weihnachtsbaum beeindrucken möchten: Mit der Weihnachtslieder-App sind Sie text- und notensicher.

Und ja, nachher lächeln Sie, denn „Singen macht Lächeln“.

Viel Spaß!

 

PS: Wer Smartphones nicht mag, Fotokopien vorzieht, lieber mit Taschenlampe „vom Blatt“ singt oder ein iPad bzw. ein großes Android-Tablet benutzt, verwendet am besten gleich das Original-PDF des Vereins Musikpiraten e.V. !

 

 

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iOS oder Android? – 8 Erkenntnisse

ios-oder-android

Ein iPhone oder ein Smartphone mit Abdroid-OS? Oder doch besser ein Windows Phone?

Fragen, die ziemlich unsexy sind und oft zu Glaubensfragen werden. Manchmal ergibt die Diskussion darüber einen richtigen Lagerkampf. So war es gestern Abend am Tresen der Lieblingskneipe, weshalb es heute diesen Beitrag gibt. Tests und Beiträge zu dieser Frage gibt es in Computerzeitschriften genug. Ich benutze beide Systeme und verwende die Geräte parallel, u.a., zum Test von Apps, Web Apps und eBooks. Daher kann ich die Unterschiede ganz gut beurteilen. Weiterhin sind die jungen Menschen aus meinen Kursen eine gute Stichprobe dafür, wer welches Handy besitzt und was Modellwahl, Nutzung, etc. angeht. Smartphones mit Windows-Phone-Betriebssystem lasse ich in meinem Vergleich einmal außen vor, denn der Marktanteil ist im Moment nicht wirklich relevant. Seit langem bin ich schon Apple-Nutzer und habe bisher nur das iPhone 4 ausgelassen. Mein Samsung Galaxy Note 3 habe ich jedoch inzwischen zu schätzen gelernt. Es besitzt einige Funktionen, die gerade für mich interessant sind. Zum Beispiel die Bedienung mit einem Stift.

Im Folgenden habe ich einige subjektiv gesicherte Erkenntnisse zur iOS-Android-Frage zusammen gestellt:

Erkenntnis #1

Wer angesagt sein will, das Kleingeld hat oder einfach nur E-Mail-Googler ist, braucht ein iPhone.

Obwohl Samsung, HTC und andere bis zur Quasi-Kopie nachziehen, ist das Design der Apple-Geräte im Vergleich oft ansprechender, auch wenn die hervorstehende Kamera beim iPhone 6 eigentlich ein No Go ist. Im Vergleich ist das Gerätedesign jedoch angenehm neutral und fällt nicht negativ auf. Dazu ist der Apfel auf der Rückseite nach wie vor Kult. Wer angesagt sein möchte, zu einer angesagten Peergroup dazu gehören möchte oder einfach nur auf Stil wert legt, kauft ein iPhone und hält vermutlich auch gar nichts von Samsung und Android.

E-Mail Googler – also Menschen, deren Computeraktivität aus E-Mail-Versand und -Empfang, aus dem Nachschlagen von Informationen bei Google, Wikipedia oder in Apps besteht und die ihr Smartphone eher zum Telefonieren sowie für ein paar Handy-Fotos benutzen – sind mit einem iPhone besser bedient. Auf diesem Niveau funktioniert es nämlich wirklich sorgenfrei und wartungsfrei. Zudem kann man bei Problemen schnell jemand fragen, wie es funktioniert, ohne dass erst aufwändig geklärt werden muss, welches Modell, welche Version, etc.

Erkenntnis #2

Abgeschlossenes iOS versus offenes Android

Mal eben den Akku tauschen, weil man zu vergessen (vulgo schlampig) war, dass Smartphone rechtzeitig aufzuladen, eine SD-Card einsetzen, um unterwegs die Fotos einer Digicam im Smartphone zwischenzuspeichern, damit wieder Platz auf der Karte ist, ein aus dem Internet aufs Smartphone geladenes PDF zu Hause schnell auf den Computer zu ziehen? Alles kein Problem mit dem Android-Smartphone, Fehlanzeige beim iPhone.

Wer diese Funktionalitäten schätzt und nicht missen möchte, braucht wohl ein Android-Gerät. Freilich ist es bei allen offenen System so, dass sie nicht ganz dicht sind. Das gilt auch für Android-Smartphones, die ähnlich wie Windows-PCs ab und zu doch nicht Plug and play sind, sondern etwas Wartung benötigen, bis hin zum digitalen Stopfen von Sicherheitslücken und dem Entfernen von unabsichtlich aus dem Netz geladenen Viren. Wer sein Online-Banking über so ein Gerät abwickelt und ganz sorglos ganze Sammlungen von Apps geladen hat sowie genauso sorglos im Internet unterwegs war, sollte um diese Sicherheitsproblematik zumindest wissen.

Erkenntnis #3

Wer voll und ganz die Kontrolle über sein Smartphone haben möchte, Dateien von Apps, etc.  verschieben  möchte, etc., braucht ein Android-Phone. Die Kontrolle ist jedoch nur eine scheinbare.

Sie kennen bestimmt die Jungs, die ihren Zylinderkopf ohne Not auseinandernehmen, hier und dort etwas reparieren, was eigentlich in Ordnung ist und alles dieses tun, weil sie mit jeder Schraube per Du sein möchten und das Gefühl genießen, technisch alles im Griff und die Kontrolle darüber zu haben.

Diese Bastler gibt es auch im IT-Bereich. Menschen, die jeden Mausklick kennen (möchten) und stolz darauf sind, ihr System scheinbar maximal beeinflussen zu können. Diejenigen, die ein nagelneues iPhone ohne Notwendigkeit jailbreaken, nur um es besser kontrollieren zu können. Gehören Sie zu dieser Spezies, dann besitzen sie vermutlich längst ein Android-Gerät und sind von Apple ohnehin abgegessen. Aber Achtung: Die absolute Kontrolle ist oft nur eine scheinbare. Und man verwendet viel Zeit für diese Wartungs- und Adminitrationsprozesse. Ok, andere bauen ihr Auto auseinander und wieder zusammen.

Erkenntnis #4

Jeder hat das Smartphone seiner Peergroup. Oder mindestens das Smartphone der Gruppe, der er sich zugehörig fühlt.

Ganz klar, die Berliner U-Bahn-Linie U8 ist Samsung-dominiert. In der U2 fahren andere soziale Milieus. Man sieht dort weniger Android-Smartphones, dafür mehr iPhones. Das Durchschnittseinkommen des U8-Fahrgastes ist geringer als das des U2-Fahrgastes. Der U8-Fahrgast scheint eher ein Konsument zu sein, jedenfalls nicht ein Kreateur (siehe Erkenntnis #6).

Erkenntnis #5

Für Android gibt es mehr Apps, für iOS die besseren.

Für Standardzwecke, d.h. Informationsbeschaffung (Verkehrsverbindungen, Maps, Wetter, Presse, etc.), Social Media (Facebook, WhatsApp, Twitter, Instagram, etc.) oder Fotobearbeitung gibt es sowohl für iOS als auch für Android meist die gleichen Apps. Für spezielle Zwecke wird es oft schwierig bei Android. Zwar gibt es zehn hundertausende Android-Apps, oft gratis oder für weniger als den Apfel und das Ei.

Ein Wald mit Bäumen. Viele Apps mit fast gleichen Funktionen. Für mich endete die Suche oft im Probieren und noch mal Probieren, Deinstallieren und anschließendem Löschen des Datenmülls der deinstallierten Apps. Vertane Zeit, bis die richtige App gefunden ist. Ernsthafte Pendants zu meinen Leib-und-Magen-iOS-Apps wie zum Beispiel iThoughts oder SKRWT habe ich bisher leider nicht gefunden.

Gerade zum Erstellen eigener Inhalte scheint es mir, dass es für iOS mehr und bessere Apps gibt. Anders sieht es vielleicht für Spiele und Apps zu zum reinen Konsumieren und für den Zeitvertreib aus. Beides ist nicht mein Interessensgebiet (mindestens nicht aus Konsumentensicht aus Produzentensicht schon eher).

Dieser Wald mit Bäumen, die alle gleich sind, ist sicher ein Ergebnis der Tatsache, dass jeder schnell und ungeprüft eine App in den Google Playstore bringen kann. Schwierig, dort die Perlen zu finden, die es bestimmt gibt.

Erkenntnis #6

Kreateure brauchen eher ein iOS-Gerät, Konsumenten ein Android Gerät

Wer Inhalte mit dem Smartphone oder Tablet ernsthaft sortieren, arrangieren oder erstellen möchte, ist meines Erachtens nach mit einem iOS-Gerät besser bedient als mit Android. Wer eher konsumiert, – sei es nun, indem man in der Bahn einfache Spiele spielt, eBooks oder Podcasts konsumiert oder die Facebook-Timeline liest – für den ist Android die gute günstige Wahl.

Erkenntnis #7

Publishing für Android ist einfach, Publishing für iOS aufwändiger

Was der Vorteil für den Endkunden ist, ist oft der Nachteil für die Produzenten der Inhalte, hier eben die von Apps.

Wer etwas Kenntnisse in der Progammierung allgemein hat, kann für beide Systeme mit den Entwicklungsumgebungen schnell akzeptable App-Ergebnisse erzielen. Bei Android können diese Apps schnell zwischen die hunderttausend anderen in den Google Playstore eingereiht werden, quasi für lau. Bei Apple ist es deutlich aufwändiger und nicht selten wird die App, die längst im Google Playstore verfügbar ist, erst einmal abgelehnt (und der Produzent braucht einen Plan B, wie er sie doch noch in den iOS-Store bekommt – oder eben auch nicht).

Erkenntnis #8

Social-Media- und Standard-Apps funktionieren auf beiden System gleich gut.

Die bereits genannten Facebook-, Instagram-, Twitter- & Co-Apps, sowie alle möglichen Apps zur Informationsbeschaffung von Verkehrsverbindungen, Maps, etc. funktionieren auf beiden Systemen gleich gut. Wer sowieson nur eine Handvoll dieser Standard-Apps verwendet, kommt sicher mit jedem Smartphone gut klar, egal ob iOS oder Android.

Android oder iOS?

Mit diesen Erkenntnissen lässt sich die Smartphone-Frage doch schnell und individuell beantworten.

Und mein persönlicher Smartphonefavorit?

Im Moment (November 2015) ist es das iPhone 6s Plus. Falls es nicht in die Hosentasche, dann eben das normale iPhone 6S. Wobei, das größere Display macht das iPhone erst richtig kommod.

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Foto-Transfer zwischen verschiedenen Betriebssystemen

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Bilder zwischen den Apple, Android und Windows übertragen. 

Heute stelle ich eine App vor, mit der man schnell und unkompliziert Fotos zwischen Geräten mit iOS-, Android-, MacOS- und Windows-Geräten übertragen kann.

Zehntausende von Digitalfotos haben sich in den letzten Jahren bei mir angesammelt. Inzwischen ist das iPad – neben einer mobilen Festplatte, die als Foto-Archiv dient und natürlich der Apple-Time-Machine – zu meiner zentralen Foto-Sammelstation geworden. Auf dem iPad sammle ich zuerst alle Fotos, bevor ich die weniger interessanten oder doppelten später wieder lösche, nachdem ich alle Bilder auf die Archiv-Festplatte, also quasi ins Archiv geschickt habe. Der Grund für das zentrale Sammeln auf dem iPad liegt darin, dass ich 95% aller Bilder dort kurz nachbearbeite und nicht mehr mit dem MacMacBook oder Desktop-PC. (Die restlichen 5 % sind dann die »schweren Fälle«, die umfassendere Korrekturen benötigen oder aufwändige Composings aus mehreren Bildelementen.)

Fotos mache ich entweder mit meiner digitalen Spiegelreflexkamera oder mit meinen Smartphones (iPhone und außerdem noch ein Samsung Galaxy Note), manchmal auch mit dem iPad selbst. Also müssen die Bilder aus der Spiegelreflexkamera und vom iPhone und Android-Smartphone möglichst schnell auf das iPad und manchmal auch auf ein MacBook übertragen werden. Aus der Spiegelreflexkamera übertrage ich sie direkt per Adapter zum iPad, in den die SD-Speicherkarte eingesteckt wird. Eine WLAN-Übertragung wäre freilich schön, funktioniert mit meiner alten Nikon D90 aber leider nicht. Für den Transfer vom iPhone und vom Samsung Galaxy nutze ich inzwischen die Photo Transfer App. Mit dieser App kann man schnell Fotos zwischen iOS- und Android- Geräten hin- und herübertragen oder vom iOS- oder Android-Gerät zum bzw. vom Notebook oder PC. Für den Transfer muss auf beiden Geräten die Photo Transfer App vorhanden und gestartet sein, und schon kann die Übertragung starten. Die App gibt es folglich als iOS- und als Android-Version. Für die Übertragung von oder zum Notebook oder PC wird dort eine spezielle URL eingegeben, über die sich der Computer mit der App verbindet. Der Transfer ist unkompliziert, Voraussetzung ist jedoch, dass beide Geräte im gleichen WLAN sind.

Insgesamt ist die Photo Transfer App eine ziemlich komfortable Lösung, mit der man Fotos unterwegs schnell vom Smartphone aus auf ein anderes Gerät bekommt, vor allem, wenn man Fotos zwischen den verschiedenen Betriebssystem-Welten (iOS, Android, MacOS, Windows) übertragen möchte und nicht einfach nur platt alle Fotos synchronisieren möchte.

Bevor ich mein Samsung Galaxy mit Android bekam, hatte ich nur iOS-Geräte im Einsatz und habe für den Foto-Transfer die Image Transfer App verwendet, die es jedoch nur für iOS gibt. Wenn die Übertragung zu Android-Devices kein Thema ist, ist es eine Alternative zur hier vorgestellten App. Freilich kann man zwischen iOS Geräten die Fotos auch über die Fotomediathek synchronisieren, jedoch gefiel mir das nie, da ich gerne selbst bestimmen möchte, welche Fotos auf meinen Geräten sind und welche eben nicht.

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