Stories & Places

20130201-220715.jpgMiz Kitty hat es in ihrem Blog ja schon geschrieben. Unser Pro­jekt Sto­ries & Places ist sehr gut ange­laufen. Das freut mich natür­lich. Mit einer so großen Reso­nanz hatten wir beide nie gerechnet. Vielen Dank an alle, die mit­ge­macht haben und die weiter mitmachen.

WORUM GEHT ES BEI STORIES & PLACES?

Bei Sto­ries & Places geht es darum, Orte, die in Blog-Texten eine zen­trale Rolle spielen, auf einer inter­ak­tiven Land­karte ein­zu­tragen. Ein roter Pin mit jeweils einem Link zum Blog­text. Es ent­steht ein vir­tu­eller Rei­se­be­gleiter mit indi­vi­du­ellen Erleb­nissen, oft eben so ganz anders als in kom­mer­zi­ellen und rein an Fakten ori­en­tierten Rei­se­füh­rern. Jeder Blogger kann selbst Orte und die Links zu den Blog-Artikeln eintragen.

KREATIV BEIM WIENER SCHNITZEL

Die Idee ent­stand im Restau­rant Alt-Wien im Ber­liner Bötzow-Kiez beim Wiener Schnitzel, das übri­gens eines der besten der Haupt­stadt ist. Miz Kitty und ich kehren hier öfter ein, vor­zugs­weise Sonn­tags. Wir spra­chen über die Stadt­teil­ge­schichten, in denen Blogger über ihre Stadt­teile schreiben. Eröffnet wurde diese Aktion im November 2012 durch Maxi­mi­lian Bud­den­bohm. Zahl­reiche Bei­träge über Ham­burg, Mün­chen, das Ruhr­ge­biet und den Rest der Welt kamen in kurzer Zeit zusammen. Sehr unter­schied­liche Texte von ebenso unter­schied­li­chen Leuten. Oft per­sön­lich, sub­jektiv, inter­es­sant zu lesen.

»Gibt es eigent­lich eine Mög­lich­keit, im Internet Blo­g­ar­tikel auf einer inter­ak­tiven Land­karte geo­gra­phisch zu ver­orten?«, fragte ich. Wo es doch im internet hun­dert­tau­send Ver­zeich­nisse für alles Mög­liche gibt. Wenn man so etwas hätte, dann könnte man schnell erfahren, wer alles schon über den eigenen Kiez geschrieben hat. Oder über einen Ort, an dem man sich gerade auf­hält. Man hätte also einen vir­tu­ellen Rei­se­be­gleiter und würde über die Orte neue Blogs und Blogger kennen lernen. Miz Kitty hatte gleich einen Namen für diese Annä­he­rung an Blog­texte über Orte parat: Sto­ries and Places.

OK, gibt es nicht, noch nicht. Ist viel­leicht zu kom­pli­ziert. Wir recher­chieren mal, ob das nicht doch schon jemand gemacht hat. Es hatte noch keiner gemacht.

Also, mal schauen, wie auf­wendig es ist, das selbst zu machen. Schnell stand fest: Die Tools dazu gibt es schon. Wir ver­su­chen, das zu rea­li­sieren. Es soll ein kleines, ein­fa­ches Pro­jekt sein. ohne Com­mu­ni­ty­cha­rakter, smart und ein­fach, machbar neben unserer Arbeit. Ein Pro­jekt von Blog­gern für Blogger. Just for fun. Erlös­mo­dell: kein mone­täres. Statt dessen: Spaß, Freude, Ver­net­zung, vir­tu­elle Reisebegleitung.

Ich schaute also, was mög­lich ist, welche open-source- und Gratis-Tools es gibt und wie man sie zusam­men­bringen kann. Schubste Pixel, tex­tete, änderte. Zusammen tes­teten wir dann, tex­teten nochmal, kor­ri­gierten Texte. In der Nacht vom letzten Freitag auf Samstag war Sto­ries & Places dann soweit fertig, dass es an den Start gehen konnte.

AN DEN START

So richtig hatten wir uns dar­über noch keine Gedanken gemacht. Über Twitter auf Sto­ries & Places hin­weisen, nochmal hin­weisen, um Ret­weets bitten. Dazu stellt Miz Kitty das Pro­jekt in ihrem Blog vor. Sie hat eine große Leser­schaft, blogt schon lange und ist in vielen RSS-Readern gelistet. Dazu dann noch eine Email an aus­ge­wählte Blogger, mit der Bitte um Beteiligung.

FRAGEN ÜBER FRAGEN

Selbst wenn Sto­ries & Places nur ein kleines, nicht­kom­mer­zi­elles Just-For-Fun-Projekt ist, ist so ein Release eines Internet-Angebots, das davon lebt, dass sich viele betei­ligen, immer etwas mit Stress und Unwohl­sein ver­bunden.
Wie wird die Akzep­tanz sein? Wird das Pro­jekt wahr­ge­nommen, und betei­ligen sich die, die es wahr­ge­nommen haben? Oder heißt es: Sehr schönes Pro­jekt, betei­lige ich mich auch mal, später.
Steht man Mit­tags um 12 mit weißem Bild­schirm da, weil man trotz allen Tests ein tech­ni­sches Pro­blem über­sehen hat? Was, wenn Neider, Trolle, SEO-Spammer auf­tau­chen? Was, wenn da schlep­pend jeden Tag 2 Orte ein­ge­tragen werden und man immer wieder anfeuern muss? Und ist das Ein­tragen von Orten wirk­lich so ein­fach, wie wir das emp­finden, oder schei­tern die User rei­hen­weise dabei?

Ziem­lich die glei­chen Fragen, die beim Release von jedem Online-Angebot und jeder App auf­kommen, egal wel­cher Pro­jekt­größe. Bei einem Just-For-Fun-Projekt eigent­lich egal. Trotzdem kratzt es ganz schön an der Eitel­keit, wenn irgendwas ganz und gar nicht läuft, wenn wohl­mei­nende Unter­stützer berech­tigt ärger­lich sind. Wer möchte das schon. Wenn man es nicht gut und mit Erfolg machen möchte, kann man es doch gleich sein lassen. Kin­der­krank­heiten und Kol­la­te­ral­schäden, die nimmt man mit, die sind nicht schlimm, die stärken.

POTENTIELLE UNTERSTÜTZER

Wir haben dann 51 Blogger ange­schrieben, die Stadt­teil­ge­schichten geschrieben hatten, mit der Bitte, den Link ihres Bei­trags bei Sto­ries & Places einzutragen.

DIENSTAG, ONLINE

Mor­gens habe ich die 51 Emails ver­schickt. Die ersten posi­tiven Reak­tionen ließen nicht lange auf sich warten. Schön, alles läuft gut an. Da fällt einem der erste Stein vom Herzen.
Da ich am Dienstag einige Ter­mine hatte und auch nicht ständig online sein konnte, hat Miz Kitty das Pro­jekt über­wacht und erste Emails beantwortet.

Großer Zuspruch von vielen Seiten. Krib­beln mischt sich mit posi­tivem Stress. Alles läuft richtig gut an, die User kommen mit dem System klar. Keine Aus­fälle, mit Aus­nahme eines kleinen tech­ni­schen Feh­lers, der die Land­kar­ten­dar­stel­lung in einer ganz bestimmten Situa­tion zum Absturz brachte. Wir haben das jedoch zweimal sehr schnell bemerkt, so dass es keinen nen­nens­werten Aus­fall gab. Kin­der­krank­heit eben, in der nächsten Nacht behoben. Seit dem läuft alles fein und muss auch nur noch spo­ra­disch über­wacht werden. Wenn das große IT-Dienstleister mal so vor­ein­ander bekämen.

Cremant mit Miz Kitty auf den guten Pro­jekt­start getrunken. Mischung aus Freude, Stress, Müdig­keit. Abends dann Treffen mit Blogmich-Urgesteinen, natür­lich nicht ohne iPad, um not­falls schnell admi­nis­trieren zu können. Noch ist Sto­ries & Places keine 24 Stunden alt.

ÜBERWÄLTIGT

Gerechnet hatten wir damit, dass in der ersten Woche viel­leicht 60 bis 70 Pins auf der Land­karte gesetzt werden und danach viel­leicht immer mal wieder 10 dazu kommen. Daher sind wir über­glück­lich, dass Sto­ries & Places eine so große Akzep­tanz fand. Wir haben jetzt am vierten Tag bereits 570 Pins auf der Land­karte. Offen­sicht­lich haben wir mit Sto­ries & Places etwas den Nerv der Blogger getroffen. Das freut uns sehr.

DANKE AN ALLE, DIE BEI STORIES & PLACES MITMACHEN.

AUSBLICK, AUSBAU, PLÄNE

Durch diesen großen Zuspruch machen wir uns natür­lich Gedanken, wie wir Sto­ries & Places erwei­tern, aus­bauen und opti­mieren können. Natür­lich gibt's da Visionen. Eines ist natür­lich klar: Sto­ries & Places ist nicht­kom­mer­ziell, und das soll auf jeden Fall auch so bleiben.
Eben von Blog­gern für Blogger.

STORIES & PLACES AUF DER RE:PUBLICA 13 ?

Wir möchten Sto­ries & Places gerne auf der re:publica 13 vor­stellen und haben dazu ein Kon­zept ein­ge­reicht. Einer­seits erreicht Sto­ries & Places dadurch eine noch grö­ßere Öffent­lich­keit, ande­rer­seits ist die geo­gra­phi­sche Ver­or­tung von Blog-Texten auf einer Land­karte ja nicht nur ein tech­ni­sches Gim­mick, son­dern eine andere, für Blogger eher unge­wöhn­liche Art, Infor­ma­tionen zu stru­krurieren und sichtbar zu machen. Das passt auch ganz gut zum dies­jäh­rigen Motto der re:publica IN/SIDE/OUT.

flattr this!

 



6 comments

  1. Vielen Dank für die groß­ar­tige Idee und die tolle Umsetzung!

  2. Danke für das Lob, das freut mich sehr.

  3. ein wun­der­bares Pro­jekt, vielen Dank!
    Dass da noch keiner drauf­ge­kommen ist.
    Ich muss zugeben, die ersten Tage dachte ich auch, pah, ein paar Blog­ein­träge aus Berlin. Aber ich bin fas­zi­niert, mit jedem Tag mehr. So muss es sein.

  4. Gelun­gene Idee, gelun­genes Pro­jekt. Kompliment.

  5. Wirk­lich ein tolles und gelun­genes Pro­jekt. Wir haben uns auch schon brav beteiligt.

    lg
    Max

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