. · Design & Typo · Gesellschaft · Schreibgeräte & Kontor

Nerdkram-Unboxing

Wanderer Continental Reiseschreibmaschine mit Kursivschrift

Allerlei Gerätschaft befindet sich in meinem Fundus. Ab und zu finden ein paar Stücke neue Liebhaber und dafür kommt einiges hinzu. Glücklicherweise und zum Wohl von Miz Kitty sind es meidt recht kleine Gegenstände. Stifte, Schreibgeräte und alles, was mit Schrift zu tun hat.

Als jugendlicher Nerd hatte ich ein Faible für alte Radios, Fernseher und vor allem Spulentonbandgeräte. Wie ein Sammler habe ich sie freilich nicht gesammelt, sondern eher ausrangierte Geräte zusammengetragen. Dieses Interesse ließ spontan mit Anfang 20 durch ein Schlüsselerlebnis nach: Ich lernte einen Kommilitonen kennen, der das gleiche tat, nur professioneller. Er sammelte ausschließlich alte Radios und investierte ziemlich viel Geld ubd Zeit in dieses Hobby. Ab und zu fachsimpelten wir und eines Tages zeigte er mir seine Sammlung bei Mutti im Keller. Ein kleines Museum in mehreren Keller-Zimmern, den Röhrenradios sind ziemlich groß. Dieser Kommilitone wohnte freilich auch noch bei Mutti, zwei Etagen höher als seine Radios. Nein, so wollte ich nicht enden. Ich verschenkte meine zusammen getragenen Geräte.

Wenig später bekam Typo und Schrift in meinem Leben eine größere Bedeutung. Schreibgeräte sammelten sich an, andere habe ich tatsächlich gesammelt. Gut, dass sie klein sind und nicht groß wie Röhrenradios. 

Schreibmaschinen traten beruflich in mein Leben, gesammelt habe ich sie nicht. Der Größe wegen, sie kommen gleich hinter Röhrenradios … Dafür hatte ich drei IBM-Composer und setze (heute würde ich sagen: „geschrieben, nicht gesetzt“) damit noch gut, schnell und fehlerfrei, als Sie längst mit Ihrem Commodore 64 auf Nadeldrucker ausdruckten und ich längst auf meiner anderen Baustelle die ersten Postskripf-Drucker programmierte. 

Die IBM-Composer sind weg. Schade, sie waren mein Eintritt in die Druck- und Medienbranche, heute hätte ich sie vermutlich behalten. Damals waren sie einfach nur schwer, und zum Teil kaputt. 

Schreibmaschinen flogen mir in den letzen Jahrzehnten immer mal wieder zu. Sie haben schnell andere Liebhaber gefunden. Drei gibt es jedoch noch im Fundus. Der Schrift wegen, denn alle drei haben Schriften, die eben nicht Courier oder die übliche Schrift der mechanischen Schreibmaschine sind. Unbedeutende, aber eher seltene Exemplare.

Pardon, jetzt sind es vier. Vor ein paar Tagen sprang mich eine gut erhaltene Wanderer Continental Reiseschreibmaschine im weltgrößten Internet-Auktionshaus an. Kein besonderes Modell und auf Flohmärkten immer wieder anzutreffen. Aber: mit Kursivschrift. Das ist schon besonders, denn Schreibmaschinen mit Kursivschrift gab es nicht oft. Gekauft. Zum Preis eines Super-Budget-Tablets.

Nerdkram Unboxing
Allerlei Gerätschaft befindet sich in meinem Fundus. Ab und zu finden ein paar Stücke neue Liebhaber und dafür kommt einiges hinzu. Nun, glücklicherweise und zum Wohl von Miz Kitty sind es alles in allem recht kleine Gegenstände. Stifte, Schreibgeräte und alles, was mit Schrift zu tun hat gibt es in meinem Fundus.
Als jugendlicher Nerd hatte ich ein Faible für alte Radios, Fernseher und vor allem Spulentonbandgeräte. Wie ein Sammler habe ich sie freilich nicht gesammelt, sondern eher ausrangierte Geräte zusammengetragen. Nun, das Interesse an diesen Geräten ließ spontan mit Anfang 20 nach. Durch ein Schlüsselerlebnis: Ich lernte einen Kommilitonen kennen, der das gleiche tat, nur professioneller. Er sammelte ausschließlich alte Radios und investierte ziemlich viel Geld in dieses Hobby. Ab und zu fachsimpelten wir und eines Tages hat er mir seine Sammlung gezeigt, bei Mutti im Keller. Ein kleines Museum in mehreren Zimmern, Röhrenradios sind ja ziemlich groß. Dieser Kommilitone wohnte freilich auch noch bei Mutti, zwei Etagen höher als seine Radios. Nein, so wollte ich nicht enden. Ich verschenkte meine zusammen getragenen Geräte.
Wenig später kam Typo und Schrift in meinem Leben einer Bedeutung zu. Schreibgeräte sammelten sich an, andere habe ich tatsächlich gesammelt. Gut, dass sie klein sind und nicht groß wie Röhrenradios. 
Schreibmaschinen traten beruflich in mein Leben, gesammelt habe ich sie nicht. Der Größe wegen, sie kommen gleich hinter Röhrenradios, Sie wissen schon …
Dafür hatte ich drei IBM-Composer und setze damit noch gut, schnell, fehlerfrei, als Sie längst mit Commodore 64 auf Nadeldrucker ausdruckten und ich längst auf anderer Baustelle die ersten Postskripf-Drucker programmierte. Die IBM-Composer sind weg. Schade, heute hätte ich sie vermutlich behalten. Damals waren sie einfach nur schwer, und zum Teil kaputt.
Schreibmaschinen flogen mir immer mal wieder zu. Sie haben schnell andere Liebhaber gefunden. Drei gibt es noch im Fundus. Der Schrift wegen, denn alle drei haben Schriften, die eben nicht Courier oder die übliche Schrift der mechanischen Schreibmaschine sind. Unbedeutende, aber eher seltene Exemplare.
Pardon, jetzt sind es vier. Vor ein paar Tagen sprang mich eine gut erhaltene Wanderer Continental Reiseschreibmaschine im weltgrößten Internet-Auktionshaus an. Kein besonderes Modell und auf Flohmärkten immer wieder anzutreffen. Aber: mit Kursivschrift. Das ist besonders. Schreibmaschinen mit Kursivschrift gab es nicht oft. Gekauft. Zum Preis eines Super-Budget-Tablets.
Heute klingelte der Nachbar. Er hätte ein Paket. Es war die Schreibmaschine.
Freudiges Nerd-Unboxing an Sonntagmittag.
Nur, schreiben konnte man damit nicht. Irgendetwas hatte sich verklemmt. Eigentlich wollte ich einen Sonntagsspaziergang im Schnee machen, statt dessen wurde der Sonntagnachmittag jetzt mit einer vierstündigen Schreibmaschinenreparatur verbracht. An Ende war alles gut. Vielleicht blogge ich demnächst damit. So richtig wie früher. Mit der Maschine schreiben, abfotografieren und veröffentlichen. Liebhaber und dafür kommt einiges hinzu. Nun, glücklicherweise und zum Wohl von Miz Kitty sind es alles in allem recht kleine Gegenstände. Stifte, Schreibgeräte und alles, was mit Schrift zu tun hat gibt es in meinem Fundus.
Als jugendlicher Nerd hatte ich ein Faible für alte Radios, Fernseher und vor allem Spulentonbandgeräte. Wie ein Sammler habe ich sie freilich nicht gesammelt, sondern eher ausrangierte Geräte zusammengetragen. Nun, das Interesse an diesen Geräten ließ spontan mit Anfang 20 nach. Durch ein Schlüsselerlebnis: Ich lernte einen Kommilitonen kennen, der das gleiche tat, nur professioneller. Er sammelte ausschließlich alte Radios und investierte ziemlich viel Geld in dieses Hobby. Ab und zu fachsimpelten wir und eines Tages hat er mir seine Sammlung gezeigt, bei Mutti im Keller. Ein kleines Museum in mehreren Zimmern, Röhrenradios sind ja ziemlich groß. Dieser Kommilitone wohnte freilich auch noch bei Mutti, zwei Etagen höher als seine Radios. Nein, so wollte ich nicht enden. Ich verschenkte meine zusammen getragenen Geräte.
Wenig später kam Typo und Schrift in meinem Leben einer Bedeutung zu. Schreibgeräte sammelten sich an, andere habe ich tatsächlich gesammelt. Gut, dass sie klein sind und nicht groß wie Röhrenradios. 
Schreibmaschinen traten beruflich in mein Leben, gesammelt habe ich sie nicht. Der Größe wegen, sie kommen gleich hinter Röhrenradios, Sie wissen schon …
Dafür hatte ich drei IBM-Composer und setze damit noch gut, schnell, fehlerfrei, als Sie längst mit Commodore 64 auf Nadeldrucker ausdruckten und ich längst auf anderer Baustelle die ersten Postskripf-Drucker programmierte. Die IBM-Composer sind weg. Schade, heute hätte ich sie vermutlich behalten. Damals waren sie einfach nur schwer, und zum Teil kaputt.
Schreibmaschinen flogen mir immer mal wieder zu. Sie haben schnell andere Liebhaber gefunden. Drei gibt es noch im Fundus. Der Schrift wegen, denn alle drei haben Schriften, die eben nicht Courier oder die übliche Schrift der mechanischen Schreibmaschine sind. Unbedeutende, aber eher seltene Exemplare.
Pardon, jetzt sind es vier. Vor ein paar Tagen sprang mich eine gut erhaltene Wanderer Continental Reiseschreibmaschine im weltgrößten Internet-Auktionshaus an. Kein besonderes Modell und auf Flohmärkten immer wieder anzutreffen. Aber: mit Kursivschrift. Das ist besonders. Schreibmaschinen mit Kursivschrift gab es nicht oft. Gekauft. Zum Preis eines Super-Budget-Tablets.
Heute klingelte der Nachbar. Er hätte ein Paket. Es war die Schreibmaschine.
Freudiges Nerd-Unboxing an Sonntagmittag.
Nur, schreiben konnte man damit nicht. Irgendetwas hatte sich verklemmt. Eigentlich wollte ich einen Sonntagsspaziergang im Schnee machen, statt dessen wurde der Sonntagnachmittag jetzt mit einer vierstündigen Schreibmaschinenreparatur verbracht. An Ende war alles gut. Vielleicht blogge ich demnächst damit. So richtig wie früher. Mit der Maschine schreiben, abfotografieren und veröffentlichen.Fundus. Ab und zu finden ein paar Stücke neue Liebhaber und dafür kommt einiges hinzu. Nun, glücklicherweise und zum Wohl von Miz Kitty sind es alles in allem recht kleine Gegenstände. Stifte, Schreibgeräte und alles, was mit Schrift zu tun hat gibt es in meinem Fundus.
Als jugendlicher Nerd hatte ich ein Faible für alte Radios, Fernseher und vor allem Spulentonbandgeräte. Wie ein Sammler habe ich sie freilich nicht gesammelt, sondern eher ausrangierte Geräte zusammengetragen. Nun, das Interesse an diesen Geräten ließ spontan mit Anfang 20 nach. Durch ein Schlüsselerlebnis: Ich lernte einen Kommilitonen kennen, der das gleiche tat, nur professioneller. Er sammelte ausschließlich alte Radios und investierte ziemlich viel Geld in dieses Hobby. Ab und zu fachsimpelten wir und eines Tages hat er mir seine Sammlung gezeigt, bei Mutti im Keller. Ein kleines Museum in mehreren Zimmern, Röhrenradios sind ja ziemlich groß. Dieser Kommilitone wohnte freilich auch noch bei Mutti, zwei Etagen höher als seine Radios. Nein, so wollte ich nicht enden. Ich verschenkte meine zusammen getragenen Geräte.
Wenig später kam Typo und Schrift in meinem Leben einer Bedeutung zu. Schreibgeräte sammelten sich an, andere habe ich tatsächlich gesammelt. Gut, dass sie klein sind und nicht groß wie Röhrenradios. 
Schreibmaschinen traten beruflich in mein Leben, gesammelt habe ich sie nicht. Der Größe wegen, sie kommen gleich hinter Röhrenradios, Sie wissen schon …
Dafür hatte ich drei IBM-Composer und setze damit noch gut, schnell, fehlerfrei, als Sie längst mit Commodore 64 auf Nadeldrucker ausdruckten und ich längst auf anderer Baustelle die ersten Postskripf-Drucker programmierte. Die IBM-Composer sind weg. Schade, heute hätte ich sie vermutlich behalten. Damals waren sie einfach nur schwer, und zum Teil kaputt.
Schreibmaschinen flogen mir immer mal wieder zu. Sie haben schnell andere Liebhaber gefunden. Drei gibt es noch im Fundus. Der Schrift wegen, denn alle drei haben Schriften, die eben nicht Courier oder die übliche Schrift der mechanischen Schreibmaschine sind. Unbedeutende, aber eher seltene Exemplare.
Pardon, jetzt sind es vier. Vor ein paar Tagen sprang mich eine gut erhaltene Wanderer Continental Reiseschreibmaschine im weltgrößten Internet-Auktionshaus an. Kein besonderes Modell und auf Flohmärkten immer wieder anzutreffen. Aber: mit Kursivschrift. Das ist besonders. Schreibmaschinen mit Kursivschrift gab es nicht oft. Gekauft. Zum Preis eines Super-Budget-Tablets.
Heute klingelte der Nachbar. Er hätte ein Paket. Es war die Schreibmaschine.
Freudiges Nerd-Unboxing an Sonntagmittag.
Nur, schreiben konnte man damit nicht. Irgendetwas hatte sich verklemmt. Eigentlich wollte ich einen Sonntagsspaziergang im Schnee machen, statt dessen wurde der Sonntagnachmittag jetzt mit einer vierstündigen Schreibmaschinenreparatur verbracht. An Ende war alles gut. Vielleicht blogge ich demnächst damit. So richtig wie früher. Mit der Maschine schreiben, abfotografieren und veröffentlichen.

  

Heute klingelte der Nachbar. Er hätte ein Paket. Es war die Schreibmaschine.

Freudiges Nerd-Unboxing an Sonntagmittag.

Nur, schreiben konnte man mit dem jahrzehnte alten Gerät nicht. Irgendetwas hatte sich verklemmt. 

Eigentlich wollte ich einen Sonntagsspaziergang im Schnee machen. So wurde der Sonntagnachmittag jetzt mit einer vierstündigen Schreibmaschinenreparatur verbracht. An Ende war alles gut. 

Vielleicht blogge ich demnächst damit. So richtig wie früher. Mit der Maschine schreiben, abfotografieren und veröffentlichen. 

Und, ganz bestimmt ist sie langlebiger – mit Modewort ausgedrückt „nachhaltiger“ – als jedes  iPad. 

. · Design & Typo · Schreibgeräte & Kontor

Stiftetui

Foto 05.12.15, 12 44 31

Seit vielen Jahren faszinieren mich hochwertige Schreibgeräte und je nach Geschmack und gefülltem Geldbeutel kaufe ich ab und zu ein wertiges Stück – und schreibe auch im Alltag damit. Diese Stifte brauchen freilich ein feines Etui. Mehrere Varianten habe ich über die Jahre verwendet, meist alle selbst entworfen. So stand jetzt bei Miz Kitty und mir die Idee im Raum, sich noch einmal eine bewährte Form vorzunehmen und etwas zu optimieren. Da es dieses Mal nicht aus Leder – das kann ich ganz gut mit Nadel, Ahle und Faden mit der Hand nähen – sondern aus hochwertigem Stoff sein sollte, haben wir es zusammen hergestellt.

Ein schönes Stiftetui aus edlem, schwarzen Japanstoff mit Seigaiha-Muster ist entstanden, in dema sich meine Stifte und dazu noch etwas Kleinkram wohl fühlen. Nun, die Freude daran möchten wir Ihnen gerne weitergeben. So Sie es haben möchten oder einen lieben Menschen damit beschenken möchten, in Miz Kittys Blog gibt es den Link zum dawanda-shop Schöne Klare Dinge. Dort kann man es kaufen.

Foto 05.12.15, 12 35 26

Foto 05.12.15, 12 44 12

Foto 05.12.15, 12 35 04

Das Wickelband gibt es in verschiedenen Farben.

. · Schreibgeräte & Kontor

Bindung mit lösbaren Blättern 

image

Wie man Blätter flexibel in eine Drahtkammbindung einfügen und wieder herauslösen kann.

Die Drahtkammbindung ist eine sehr praktische Art, Blätter zu einem Buch zusammen zu binden und wird gerne genommen, weil man sie in jedem Copyshop schnell anfertigen lassen kann oder sogar im eigenen Büro über ein Bindegerät dafür verfügt. Zudem gibt es für alle möglichen Dicken des zu bindenden Papierstapels unterschiedliche Ringdurchmesser.

Verglichen mit einem Hardcover-Buch ist diese Bindung zwar längst nicht so stabil, hat jedoch den großen Vorteil, dass die Blätter plan liegen und dass man die Blätter komplett umschlagen kann, was manchmal sehr platzsparend ist. Die Drahtkammbindung wird auch gern für Skizzenbücher aller Art verwendet, dann oft mit richtigen Pappdeckeln. Möchte man die so zusammen gebundenen Blätter umordnen oder einzelne Seiten einfügen, so ist das grundsätzlich einfach möglich. Man biegt die Drahtringe auf und lässt in Copyshop oder Buchbinderei einen neuen Drahtkamm einsetzen und zusammenbiegen. Relativ unbekannt ist es dagegen, wie man ohne die Bindung zu öffnen mit einfachen Mitteln eine Seite einfügen kann, zum Beispiel in ein Skizzenbuch, damit die Dinge in der passenden Reihenfolge schön geordnet sind.

Wie das geht, das möchte ich einmal hier erklären: Natürlich muss das Blatt, das eingefügt werden soll, zuerst gelocht werden – und zwar mit dem gleichen Lochabstand wie die Blätter des Buches, in die das Blatt eingefügt werden soll. Achtung, es gibt zwei Systeme mit unterschiedlichem Lochabstand und das hier beschriebene Einfügen von Blättern in eine bestehende Bindung eignet sich eher für das System mit dem größeren Lochabstand, das meist bei Ringen mit größerem Durchmesser verwendet wird. Zum Lochen der einzusetzenden Blätter muss man also doch einmal in den Copyshop gehen oder eben im eigenen Büro schauen.

So setzt man das gelochte Blatt nun in die bestehende Bindung hinein: Zuerst werden die Stege zwischen Blattrand und Löchern mit dem Cutter alle eingeschnitten. Das kann auch mit einer kleinen Schere erledigt werden. Mit dem Cutter können jedoch gleich ein ganzes Dutzend übereinander gelegte Blätter gleichzeitig geschnitten werden. Anschließend wird das Blatt vorsichtig in die Drahtbindung hinein gedrückt. Man kann dazu einen schmalen Stift, eine Stricknadel o.ä. zur Hilfe nehmen.

Tatsächlich, das Blatt hält relativ gut in der Bindung. Freilich können so eingesetzte Blätter auch einfach wieder herausgelöst werden, um sie danach an einer anderen Stelle wieder einzusetzen. Sehr flexibel, dieses System. Ein ganzes Buch könnte man sich herstellen aus Blättern mit diesen geschlitzten Lochrändern, zum flexiblen Umordnen oder Einfügen in ein anderes Buch.

Gesehen habe ich diese „Erweiterung“ der Drahtkammbindung noch nie, außer eben bei mir selbst. Vielleicht gibt es diese geschlitzten Lochränder längst, vielleicht schlummern sie als Patent oder Gebrauchsmuster in irgendeiner Schublade (wobei die Schöpfungshöhe ja nicht wirklich hoch ist). Auf die Idee kam ich durch die inzwischen schon legendäre Bindung der belgischen Firma Atoma die ähnlich funktioniert, nur eben nicht mit Drahtringen, sondern mit kleinen Aluminiumscheiben.

Die Drahtkammbindung heißt übrigens so, weil das Drahtgebilde, aus dem die Ringe entstehen, wie ein Kamm aussieht, wenn es flach auseinander gebogen wird. Manchmal wird diese Bindung auch als „Wire-O“ bezeichnet, was jedoch nur ein Firmenname ist und so ähnlich ist, als wenn man einen Filzschreiber allgemein nur Edding nennt. Eine Spiralbindung ist dagegen etwas komplett anderes, die gibt es bei einfachen Collegeblöcken und dort ist der Draht tatsächlich eine Spirale.

Und noch eine letzte Bemerkung: Wenn Sie sich selbst daran machen, eine Drahtkammbindung zu herzustellen, achten Sie darauf, die Blätter so auf das Drahtgebilde aufzufädeln, dass die zwei Drahtenden später zwischen der letzten Seite des Buchblocks und dem hinteren Deckel liegen. Außerdem sollten die Ringe nicht schief zusammengedrückt werden, was etwas Übung erfordert, aber so wird die Drahtkammbindung professionell.

image
image
image
image
image
image
image

. · Design & Typo · Schreibgeräte & Kontor · Tools & Technik

Visualisierung

 Visualisierung ist inzwischen in nahezu alle Kommunikationsbereiche eingezogen, sei es nun in Form von Fotos, Videos oder als Icons, Piktogramme oder Cliparts. Manchmal hilft man sich mit kleinen Zeichnungen mit Figuren, die trockene oder problematische Sachverhalte etwas auflockern sollen. So kennen Sie bestimmt alle noch Karl Klammer, die lustige, animierte Kunstfigur des Hilfeassistenten von Microsoft-Office in Form einer Büroklammer. Ganz bestimmt kennen Sie auch die Screen Beans, auch Screen Bean Characters genannt, die man zur Illustration in PowerPoint-Präsentationen verwendete oder auch in so manchem Word-Dokument. Von dem Fakt abgesehen, dass diese Figuren durch übermäßigen Gebrauch visuell abgenutzt sind, erfüllen Sie ihre Funktion durchaus ganz gut.

Nun, PowerPoint und Mind-Map-Software sind inzwischen auch überbenutzt und in fast jeden Besprechungsraum gibt es Flipchart und Pinwand, auf denen ganz gerne ToDo-Listen, Szenarios und Abläufe grafisch festgehalten werden. Freihand, mit dickem Filzstift, neudeutsch Flipchart-Marker genannt. Hier stellt sich wieder oft die Frage nach einer einprägsamen Visualisierung. Einfach mit Copy und Paste eine lustige Screen-Bean-Figur einzufügen geht natürlich nicht, wenn man mit Filzstift auf den großen Papierbogen zeichnet. Und wenn es dann noch um die Visualising von so abstrakten Begriffen wie Konferenz oder Verhandlung geht, dann wird die treffende Visualisierung schnellum Problem. Vor allem, wenn man nicht ein begnadeter Zeichner ist.

Ich selbst bin ja ein Mann der Buchstaben und kann selbige ganz gut skizzieren und zeichnen, Freihand-Illustrationen sind jedoch nicht meins. Daher habe ich vor kurzem einige teure Bücher zu Moderationstechniken durchgeblättert und mir gezielt die Kapitel zur einfachen Freihandvisualisierung von Personen angesehen. Einfach mit dem Ziel, das eine oder andere Flipchart aufzupeppen. Bei meinen Recherchen bin ich dann unter anderem auf die kostenlose Web-App der Designerin Sandra Schulze gestoßen, die ich inzwischen auf allen Homescreens meiner digital Devices habe. Die Web-App kann man unter diesem Link aufrufen und wie alle guten Web-Apps ist sie so programmiert, dass sie den Application Cache des Browsers nutzt und somitt auf dem Smartphone auch ohne Internetzugang funktioniert. 

Viele Begriffe sind in dieser Web-App gesammelt, die alle leicht nachgezeichnet werden können. Vielleicht ist das ja auch etwas für Sie, wenn Sie ihre Flipcharts und Metaplan-Karten etwas pimpen möchten. Mein Dank geht natürlich an die Designerin, die uns kostenlos die Web-App und die Grafiken zum Abzeichnen zur Verfügung stellt.

. · Design & Typo · Schreibgeräte & Kontor

Der perfekte Bleistift

IMG_2278.JPG

Schön, aber nicht perfekt.

Dass ich ihn gerne hätte, hatte ich bereits geschrieben, als ich von den grünen Faber-Castell-Bleistiften berichtete, die Herr Schneck mir geschenkt hat. Nun besitze ich ihn, den perfekten Bleistiftverlängerer mit integriertem Spitzer. Nicht in Sterling-Silber, wie es meinem Geschmack am nächsten kommt, sondern in der günstigeren platinierten Ausführung.

Im Internet habe ich den Bleistift-Aufsatz recht günstig erstanden, quasi als kleines Adventskalender-Geschenk für die vorweihnachtliche Stimmungsaufhellung. Ein ganz billiger Spaß war es trotzdem nicht. Ich habe den Preis für zwei gute Essen dafür gegeben, und so Sie den perfekten Bleistift-Verlängerer beim Schreibwarenhändler Ihres Vertrauens kaufen, zahlen Sie deutlich mehr. Für Ausführung in Sterling-Silber ist dann noch einmal ein guter grüner Schein fällig.

Wie ist dieser Bleistift-Aufsatz aus Metall mit integriertem Spitzer nun? Schön, zumindest schön anzuschauen. Die klassische Form erfreut, der federnde Clip ebenso. Wie fast alle Schreibgeräte aus der Graf-von-Faber-Castell-Serie macht sich der perfekte Bleistift in der Hemdentasche und versprüht etwas Understatement. Mit einem Holzbleistift schreibe und skizziere ich gern und verwende seit langem die einfachen Bleistiftverlängerer in der grünen Kunststoffausführung. Sie haben auch einen integrierten Spitzer. Mehrere dieser Budget-Artikel habe ich in Gebrauch, und bei ihnen ist es mir reichlich egal, wenn sie sich abnutzen oder verloren gehen. Diese Aufsätze bzw. Verlängerungen schützen die Spitze und sorgen gerade bei kurzen Bleistiften für eine angenehmere Haptik. Wenn sie etwas besser spitzen als ein Cuttermesser, dann haben sie ihren Zweck erfüllt.

In der Preisklasse der Edel-Variante erwartet man jedoch perfekte Funktionalität, mindestens wenn ein Produkt vom Hersteller selbst als perfekt bezeichnet wird. Die Schönheit der klassischen Form ist sicher gegeben, der Spitzer dagegen enttäuscht mich etwas. Er spitzt kaum besser als die Spitzer in der beschriebenen grünen Kunststoffausführung. Schade. Ok, das Messer kann man mit einem Mini Schraubendreher auswechseln, sofern es denn gelingt, ein neues zu bestellen. Das Spitz-Bild des angespitzten Bleistiftes ist hingegen bei vielen Bleistiftspitzern unter zehn Euro besser (was Konus, Span und Form der Spitze betrifft).

Ein weiteres Manko hat der Edel-Bleistiftverlängerer zudem. Richtig perfekt passen nämlich nur die kannelierten Holzbleistifte, die mitgeliefert werden, und die man freilich auch nachkaufen kann. Diese sind etwas dicker als die sechseckigen Standard-Bleistifte, z.B. aus der 9000er-Serie von Faber-Castell oder von anderen Marken wie Derwent oder Staedtler. Kurz, ich mag die Kannelierten nicht besonders. Ich besitze viele Marken-Bleistifte, zum Teil aus alten Zeiten, die ich gerne in den kommenden Jahrzehnten aufbrauchen möchte. Sie passen alle in den perfekten Bleistift-Aufsatz hinein, der auch stabil darauf sitzt. Leider passen sie eben nur hinein, nicht jedoch perfekt. Die Öffnung ist für die sechseckigen etwas zu groß. Darüber das wurde schon in einem Forum diskutiert. Etwas besser passen runde Bleistifte hinein. Zur Zeit brauche ich alte, runde Stenobleistifte auf und damit macht der Bleistift-Aufsatz eine ganz gute Figur. Trotzdem frage ich mich, was sich Designer und Produktentwickler dabei gedacht haben, diese Bleistiftverlängerung so zu konstruieren, dass sie nur mit den mitgelieferten Bleistiften perfekt funktioniert.

Soll das Stück mehr als ein Besserverdienenden-Geschenk sein, das ein paarmal verwendet wird und dann in der Ecke oder im Internet-Auktionshaus landet, dann müssten doch diejenigen im Mittelpunkt stehen, die tatsächlich Holzbleistifte verwenden. Viele Künstler, Architekten, Grafiker und Autoren sind das. Zu diesem Kreis der Holzbleistiftnutzer gehöre ich auch. Wir haben unsere favorisierten Bleistifte, mit denen wir besonders gut schreiben und skizzieren können. Manchmal Budget, manchmal Marke, manchmal exotische Härtegrade, die es nur von bestimmten Herstellern gibt. Das werden ganz selten diese kannelierten sein. Schade, dass nimmt dem Bleistift-Aufsatz seine perfekte Alltagstauglichkeit. Sicher funktioniert das Stück mit fast allen Bleistiften, nur sitzen diese eben nicht perfekt darin – wie man es preisklassenadäquat erwarten könnte.

. · Schreibgeräte & Kontor

Kreditkarten-Upcycling

Kreditkarten-Upcycling

Diesen Beitrag lesen Sie am besten nur weiter, wenn Sie das sogenannte »Kreativ-, Bastel, und DIY-Gen« haben, Papier also nicht nur mit Computer und Laserdrucker beschreiben und Ihnen Bleistift und Buntstift nicht fremd sind.

Vor einem Monat lief meine alte Kreditkarte ab. Selbstverständlich bekam ich rechtzeitig eine neue zugeschickt. Eigentlich soll man die alte Karte sofort zerschneiden, damit sie nicht noch irgendwie missbräuchlich verwendet wird. Oft hebe ich diese Plastikkarten jedoch auf, eignen sich sie doch hervorragend als flexible Flachspachtel, egal ob man damit Leim auf einer Oberfläche verteilt oder kleine Fugen und Risse mit Spachtelmasse verschließt.

Vorhin hatte ich jedoch eine andere Idee, da auf der Kreditkarte neben der Nummer auch mein Name richtig eingeprägt ist. Hochprägung nennt man das im Kreditkarten-Jargon. Früher™, als es noch keine elektronischen Lesegeräte gab, war diese Hochprägung unbedingt erforderlich. Mit einem Imprinter, vulgo Ritsch-Ratsch-Gerät, wurde die geprägte Kartennummer in ein Durchschreibepapier übertragen. Heute gibt es diese Imprinter nur noch selten. Trotzdem – oder eben für den seltenen Fall – haben nach wie vor alle Kreditkarten die Hochprägung. Bevor ich die Karte entsorge, so dachte ich, müsste sich damit doch mein Name in ein Blatt Papier einprägen lassen, z.B. für ein Exlibris in einem Buch. Freilich möchte ich jedoch nur meinen Namen damit einprägen und nicht meine Kreditkarten-Nummer. Deswegen muss zuerst die Kartennummer und das Ablaufdatum verschwinden. Schnell ist beides mit dem Cuttermesser entfernt. Etwas Fingerfertigkeit ist dafür schon erforderlich, schneiden Sie sich also nicht in die Finger, der Kunststoff der Kreditkarte ist ziemlich hart. Wer mit dem Cutter umgehen kann, hat es jedoch in fünf Minuten erledigt. Damit keine erhabenen Rückstände übrig bleiben, kann man ggf. noch etwas mit feinem Schleifpapier nacharbeiten. So drücken sich garantiert keine Reste mehr ins Papier. Aufpassen muss man, dass man den Namen nicht gleich mit abschneidet. Und wenn, ist es auch egal, die Karte hätten Sie ohne diesen Blogpost sowieso weggeworfen?

Ist nur noch der Name vorhanden, stellt sich die Frage, wie man diesen in ein Blatt Papier gedrückt bzw. geprägt bekommt. Den weichen Handballen, eine Gummisohle oder ein größeres Radiergummi dafür zu verwenden, ist naheliegend, jedoch keine gute Idee. Bekanntlich ist Druck ja Kraft pro Fläche. Ist die Fläche klein, braucht man nicht viel Kraft, um großen Druck ausüben zu können. Das kennen Sie alle von der Stecknadel, die an der Spitze eine so kleine Fläche hat, dass man mit recht wenig Kraft in festes Material eindringen und es durchstechen kann. Legt man die Karte also unter ein Blatt Papier und drückt mit einem Radiergummi oder einer Gummisohle von oben auf das Papier, so ist das Ergebnis der Prägung nur mäßig. Die Fläche, mit der der Druck ausgeübt wird, ist zu groß. Man bräuchte die Kraft einer richtigen Presse. Besser geht es wie abgebildet mit einem Bleistift-Radiergummi. Es hat eine viel kleinere Fläche. Natürlich muss man damit mehrmals pressen. So gelingt es jedoch, nacheinander jeweils ein bis zwei Buchstaben schön ins Papier zu übertragen. Etwas Probieren ist freilich immer dabei, bis man einen schönen Bleistift gefunden hat, dessen Radiergummi sich gut für diesen Zweck eignet. Wer DIY mag, der probiert ja sowieso oft gern. Das Papier ein wenig anzufeuchten, ist eine Variante, die Erfolg verspricht, wobei man aufpassen muss, dass es sich nicht wellt, wenn es wieder getrocknet ist oder die Oberfläche beschädigt ist. Bei meinem Test habe ich es nicht feucht gemacht und ein gutes Ergebnis erzielt (siehe Fotos).

Die feinen Strukturen, die man mit einer Prägezange oder einem Prägegerät erreicht, bekommt man mit diesem Kreditkarten-Upycling nicht hin. Falls Sie also Ihren Namen makellos in der Schrift Ihrer Wahl prägen möchten oder ohnehin eine Bastelphobie haben, dann führt Ihr Weg zum örtlichen Stempel- und Gravuren-Hersteller oder vielleicht zu Manufactum. Was jedoch mit der upgecycleten Kreditkarte im Gegensatz zum Prägegerät möglich ist, ist das Sichtbarmachen der Buchstaben, indem man das Papier vorsichtig mit dem unlackierten Holzbleistiftende (wie bei Ikea-Bleistiften), mit Wachsmalkreide oder behelfsweise auch mit einem lackierten Bleistiftende frottageartig abreibt. Das Ergebnis wird immer etwas rough sein, aber das ist gerade der Reiz dieses Kreditkarten-Upcycling. Makellos-clean können Sie Ihren Namen mit dem Laserdrucker oder mit dem Gummistempel für ein paar Euro stempeln.

. · Schreibgeräte & Kontor

Können Sie knicken

IMG_0642.JPG

Wozu leere Kugelschreiberminen gut sind.

Die Mine meines Kugelschreibers quittierte vor einiger Zeit ihren Dienst. Längst habe ich eine neue eingesetzt und habe bei der alten etwas nachgeholfen, damit sie wirklich leer ist. Ich habe sie sozusagen restentleert, so dass die winzige Kugel garantiert keine Tinte mehr hinausbefördert. Es gibt nämlich noch einen Verwendungszweck für diese leere Mine. Damit lässt sich »richtig gut knicken«. Genauer gesagt geht es darum, stärkeres Papier oder Karton so vorzubereiten, dass es sich problemlos knicken, falten, oder wie Menschen aus der Medienbranche richtig sagen, falzen lässt.

Damit der Falz bei stärkerem Papier und Karton schön wird, muss dort vorher eine kleine Rille eingedrückt werden. Dafür kann man ein Falzbein benutzen. Dieses Knochenwerkzeug ist in vielen Haushalten mit bastelaffinen Menschen vorhanden, kostet es doch nur ein paar Euro. Mancher drückt diese »Rille vor dem Knicken« auch mit einem Brieföffner in Papier oder Karton. Das funktioniert manchmal ganz gut, denn viele Brieföffner haben durchaus Falzbeinqualitäten, d.h. eine gerundete, stumpfe Spitze, die das Papier beim Drüberziehen nicht beschädigt. Aber Achtung: Ist die Spitze spitz schmal oder gar scharf, dann wird die Papieroberfläche beschädigt und die Falzkante sieht unschön und laienhaft aus.

Was hat das jetzt mit der Kugelschreibermine zu tun? Die gibt es vermutlich in falzbeinlosen Haushalten eher. Damit lässt sich hervorragend eine schmale Rille ins Papier pressen, zieht man sie mit etwas Druck am Lineal entlang. Anders als bei Falzbein und Brieföffner reibt die Mine nicht über das Papier, sondern die Miniaturkugel rollt locker über die Oberfläche (ohne Tinte herauszubefördern, wie beim Schreiben). Das ist schön, denn dadurch wird die Papieroberfläche viel weniger beschädigt, als wenn ein Werkzeug darüber reibt.

IMG_0643.JPG

Mit jeder leeren Mine eines Billigkugelschreibers funktioniert das natürlich nicht, wohl aber mit gut entleerten Metall-Kugelschreiberminen, besonders mit Minen der Strichstärke B, bei denen die Miniaturkugel etwas größer ist. Leere Minen der der Strichstärke F eignen sich daher nur bedingt. Falls Sie also nicht im Besitz eines Falzbeins sind, werfen Sie die leere Kugelschreibermine nicht weg. Damit können Sie ganz gut knicken. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Mine wirklich leer ist und nicht plötzlich Tinte austritt, während man gerade am Lineal entlang die Rille ins Papier zieht.

Und sonst… kann man mit der leeren Mine, im Kugelschreiber eingesetzt, ziemlich gut »blind« schreiben, d.h. ohne Tinte, wohl aber mit gutem Druck. Vieleicht eine Alternative für den nächsten Liebesbrief oder die nächste Widmung in einem Buch.

Richtige »Profi-Rillen«, wie sie in der Buchbinderei oder Druckerei entstehen, bekommt man mit Falzbein, Brieföffner oder Kugelschreibermine natürlich nicht hin. Wie das geht, und was man bei gelieferten Druckprodukten beachten sollte, das schreibe ich im nächsten Beitrag.

IMG_0645.JPG

IMG_0644.JPG

IMG_0646.JPG

IMG_0647.JPG

Zu den beiden unteren Bildern: Breitere und schönere Rillen lassen sich mit Hilfsmitteln erzielen, die Rillen enthalten, und quasi eine Matritze bilden, wie z.B. das Aluminium-Lineal. 

. · Schreibgeräte & Kontor

Richtige Rillen

IMG_0651.JPG

Die leere Kugelschreibermine aus meinem letzten Beitrag hilft vielleicht, wenn man schnell eine persönliche Klapp-Karte aus einem Stück Karton erstellt. Für Kinder und Enkelkinder ist das sicher ein hilfreicher Tipp, um selbst gemachte Karten zu Weihnachten »etwas schöner zu knicken«. In Druckerei oder Buchbinderei wird die Rille freilich professionell hergestellt. Alle möglichen Klappkarten, Klapp-Visitenkarten, Bonus- und Mitgliedskarten haben diese Rillen, die man so nicht mit Lineal und Falzbein machen kann – erst recht nicht bei dickerem Karton, d.h. größeren Grammaturen wie z.B. 300 oder 400 g/m². Rillen ist daher nicht nur die Mehrzahl von Rille, sondern beschreibt eine buchbinderische Ausrüstarbeit.

Für Einzelstücke und Kleinauflagen gibt es Rillgeräte (früher sagte man auch Rillapparat), in denen mittels Rillbalken und Rillmesser die Rille in den Karton gepresst wird. Die Rillnut als Matritze gibt der Rille eine schöne Form. Rillmesser und Rillnut müssen in ihrer Dicke/Breite natürlich zum Karton passen der gerillt werden soll. Sonst entsteht keine schöne Rille. Eines muss man nämlich wissen. Falzt man einen dickeren Karton, so ist beim zusammengeklappten Produkt die äußere Länge länger als die innere Länge. Außen wird das Material also gedehnt, innen gestaucht. Dieses Stauchen des Materials würde eine unansehnliche Kante im Falz ergeben. Das läßt sich durch eine von der richtigen Seite hineingepresste Rille vermeiden. Die Rille muss dazu von der Seite in den Karton gepresst werden, die beim geschlossenen Produkt die Außenseite ist. Genau umgekehrt, als man es ohne weiteres Nachdenken machen würde. Nur so ergibt sich zusammengeklappt innen und außen eine schöne Kante.

Manchmal sieht man leider Druckprodukte, die von der falschen Seite gerillt sind. Dafür mag es Gründe geben (z.B. für den Verwendungszweck ungünstiges Material). Oft ist es hingegen pure Nachlässigkeit, Unkenntnis oder Arbeitsvereinfachung, wenn die falsche Seite gerillt wird. Viele Kunden wissen es nicht und sind mit der falschen Rille und dem nicht so schönen Falz zufrieden.

Neben der bewährten Technologie, die Rille mit dem Rillbalken ins Papier zu pressen, gibt es das rotative Rillen, das jedoch oft nicht so schöne Ergebnisse gibt. Der Karton läuft hier zwischen zwei rotierenden Rundwerkzeugen durch (vgl. Abbildung).
Diese Einrichtung gibt es schon lange in Druckmaschinen und kommt außerdem in Weiterverarbeitungsmaschinen zum Einsatz. Prinzipiell funktioniert das schon. Dass das Ergebnis manchmal zweitklassig ist, ist sicher auch dem Effekt geschuldet, dass die Rilleinrichtung manchmal miserabel eingerichtet wird. Von der Rille auf der faschen Seite im Endprodukt bis hin zum Einsatz eines Werkzeugs mit für das Material viel zu großer Nut ist die Streubreite der Fehler groß.

Wenn Sie Ihr nächstes Druckprodukt geliefert bekommen, achten Sie auf den Falz — und jetzt ziehen Sie am besten gleich einen Aktenordner aus Ihrem Büroregal. Schauen Sie sich an, wie die Scharniere zwischen Rücken und den beiden Deckeln gefertigt sind. Ganz einfach, mit jeweils einer superdicken Rille. Hier eben nicht in Visitenkarten-Karton gepresst, sondern um ein vielfaches breiter in 3 mm dicke Pappe. So schön wie die Innenseiten, so soll’s bei jeder Klappkarte im Falz aussehen, nur viel kleiner.

Vielleicht kennen Sie diesen Vorgang des Rillens schon lange und nennen es Nuten. Das sagen viele, wodurch die Bezeichnung fachlich nicht richtiger wird. Ganz einfach: beim Nuten wird Material abgetragen, beim Rillen nicht. Dass man bei einer Klappkarte mit 300-g/m2-Karton kein Material abtragen muss, damit sich ein schöner Falz ergibt, das weiß jeder. Geschenkt, der falsche Begriff. Verwenden Sie meinethalben Nuten statt Rillen. Sonst würden wir uns gar nicht verstehen.

IMG_0648.JPG

IMG_0649.JPG

IMG_0650.JPG

IMG_0674.JPG

Seite 1 von 41234