Reisen

Mercure Hotel Art
Leipziger Allerlei #2

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Bunte Bilder und farbige Sofas

In Leipzig haben wir  im →Mercure Hotel Art übernachtet. Es liegt in der Nähe des Bahnhofs und ist mit 105 Euro für die Nacht im Doppelzimmer einigermaßen erschwinglich. Die Bahnhofsnähe war mir dieses Mal wichtig, denn ein vom Bahnhof weiter entfernt liegendes Hotel hätte  mit Anzug im Kleidersack und Reisetasche zwei zusätzliche Taxifahrten bedeutet und sechs Taxifahrten in 48 Stunden (Wohnung–Bahnhof, Bahnhof–Hotel, Hotel–Party und jeweils retour) waren mir zu viel. Da summiert sich dann Euro für Euro und man hat zum Schluss ziemlich viel für Quick und Quack ausgegeben, wie meine Großmutter immer sagte. Also musste es ein Hotel in Bahnhofsnähe sein, und da erschien mir das Mercure Hotel Art am wenigsten Quick und Quack zu sein, ohne gleich auf den Komfortlevel eines Hostels abzusteigen.

Vom Hotel lässt sich der Bahnhof und die Innenstadt bequem erreichen, und im Internet sah alles ganz gut aus. Ein direkter Fehlgriff war es nicht, ich würde es jedoch nur mit Einschränkung weiterempfehlen. Kleine Zimmer – ok, das sieht man schon auf den Fotos bei Booking.com oder HRS.de. Enge Flure, Dusch- und kein Wannenbad, ein paar bunte Sessel und Sofas und dazu bunte Bilder in den engen Fluren und Treppenhäusern. Im Zimmer ein Doppelbett mit durchgehender Matratze und ein großer Flachbild-TV davor. Über dem Bett noch ein Spruch von Aristoteles. Ach ja, nicht zu vergessen der etwas kunstvolle Fenstergriff (der natürlich nichts rausreißt). Das war’s dann schon mit Art und Design. Dass sich mir als Typograph bei den übergroßen Zimmernummern in schmal verzerrter Arial-Schrift der Magen umdreht, ist wohl verständlich. Vieles gewollt und wenig gekonnt in diesem Haus. Einen Innenarchitekten braucht man für dieses magere Art-Ergebnis in Berlin zumindest nicht. Das könnte hier fast jeder aus der Kreativszene so einrichten. Interessant zudem, dass wir einchecken und unser Zimmer ist ungelüftet und 24 Grad warm, bei deutlich geringerer Außentemperatur. Freilich, die Temperaturregelung per Fenster oder Klimaanlage ist immerhin möglich.

Eine Nacht ließ es sich ganz passabel aushalten, das Doppelbett und der TV machen es für ein Liebespaar wie wir angenehm. Trotzdem werde ich dieses 90er-Jahre-Haus nicht mehr buchen. In der Kategorie plusminus 100 Euro pro Nacht und Doppelzimmer kann man in Bahnhofsnähe auch woanders unterkommen. Ob es dann besser ist, weiß ich zwar nicht, aber Versuch macht bekanntlich klug.

Kommentare (5) Schreibe einen Kommentar

  1. Meine Sippe war anlässlich eines Familientreffens in Leipzig 2011 mal ein Wochenende im Galerie Hotel Leipzig abgestiegen. Es war nur zwei oder drei Straßenbahnhaltestellen vom Hauptbahnhof entfernt. Die Zimmer waren sehr unterschiedlich, mein kleines Einzelzimmer war OK, das Doppelzimmer, in dem meine ältere Schwester mit ihrem Ehemann nächtigte, ebenfalls, aber meine jüngere Schwester und deren Mann hatten Pech – in deren Nichtraucherzimmer hatte doch jemand geraucht und das roch man auch noch. Und eine Cousine landete mit ihre Fammilie in einem Zimmer, das ebenso wie das Bad dringend renoviert werden musste. Mag sein, dass das inzwischen geschehen ist, es war wie gesagt vor zwei Jahren.

    http://www.leipziger-hof.de (die Website könnte optisch mal überarbeitet werden)

    Im Innenhof saß man ganz hübsch und das Personal war auch sehr freundlich.

  2. Vielen Dank für den Kommentar. Den Leipziger Hof hatte ich auch auf dem Schirm, wusste aber auch nicht so recht, was ich davon halten sollte und hatte mich dann doch für ein Kettenhotel entschieden, nach dem Motto „da weiß man, was einen erwartet, denn es sieht immer gleich stromlinienförmig aus.“ Die Beschreibung des Leipziger Hofs klingt ja etwas gewöhnungsbedürftig, mit den ungleichen Zimmern, irgendwie so ganz zum Stil der Website passend.

  3. Das sollte natürlich Familie mit nur einem „m“ heißen.

    Wie gesagt, die meisten Zimmer waren völlig in Ordnung. Dass andere Gäste sich Nichtraucherzimmer buchen und dann doch heimlich darin rauchen, kann einem überall passieren. Dass unrenovierte Zimmer haben die vermutlich belegt, weil wir eine große Sippe waren und viele Zimmer benötigten.

  4. Wenn wir wieder in Leipzig sind und nicht privat unterkommen, werde ich mir den Leipziger Hof auf jeden Fall einmal anschauen. Diese – oft ja ganz angenehmen bis romantischen – Hotels im Altbau buche ich lieber vor Ort, da es die Bausubstanz es meist bedingt, dass die Zimmer in Größe und Ausstattung recht unterschiedlich ausfallen. Vielleicht gibt es dann ja ein schönes Eckzimmer im dritten oder vierten OG für uns.

  5. vielen Dank für diese ausführliche Beschreibung eines Hotels, in das ich wahrscheinlich nicht einchecken werde, weil mich das viele geld reuen würde. mein mann und ich waren vor ein paar jahren im februar in leipzig und kamen in einem hostel gegenüber des hauptbahnhofs um, für 27 euro pro nacht und nase. das fand ich sehr günstig, zumal die zimmer sehr groß waren und mehr design hatten als das, was ich auf den fotos hier gesehen habe.

    sehr gut in erinnerung ist mir das wandbild in unserem zimmer: ein giftgrünes krokodil vor einem schreiend gelben hintergrund. aber geschlafen hatten wir trotz dieses kreischend bunten anblicks sehr gut.

    liebe grüße
    ulrike

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