Reisen

Łagów in der Neumark

Miz Kitty reist mit dem Grafen – Tag 1

Wir machen da weiter, wo wir letztes Jahr aufgehört haben. Wieder geht es nach Polen und wieder hoppen wir im Ein- bis Drei-Tages-Rhytmus zwischen Schlössern, Rittergütern und Herrenhäusern. Schlosshotels sind ja Orte, in denen man ganz gut als mittelaltes Paar – Kitty und ich – unterkommen kann, ohne dem grölenden Mob partymachender Teens und Twens oder Familien mit unerzogenen Kindern zu begegnen. Beides nicht unsere Vorstellungen von Urlaub und Erholung. Außerdem gibt es in Polen noch einiges zu erkunden, bevor dort die EU-Standardisierung in allen Bereichen finalisiert ist. Die Preise sind dort zur Zeit noch recht moderat, und die Anfahrt ist von Berlin aus konkurrenzlos schnell, verglichen mit dem Rest von Europa.

Unsere erste Station ist Lagow. Hier gibt es ein Schloss, das aus einer Burg des Johanniter-Ordens hervorgegangen ist und heute ein Hotel ist. Lagow ist nur ca. 50 km vor der deutschen Ostgrenze und dem »Oderkaff« entfernt, in dem die Miz Kitty aufwuchs. Nur eben auf der anderen Oderseite und deshalb mental ziemlich weit weg.

Inklusive Tanken und Autowäsche haben wir den Ort in guten zwei Stunden Autofahrt erreicht. Gebucht hatte ich via booking.com ein Appartment, nach Fotos und Beschreibungen aus zwei Zimmern bestehend, mit Kamin und natürlich WiFi. Angekommen, erhielten wir den Schlüssel für unser Appartment oben im Seitentrakt. Ganz ok, Sessel, Sofa, Kamin, ruhiger Seitentrakt, die Besucher-Rille gewöhnungsbedürftig – von Ritze mag ich hier nicht sprechen, da mal eben so gute 15 cm breit. Aber: No WiFi. Schon klar, dass man bei diesen Wänden in jedem Zimmer einen Access-Point braucht. Da es nun weder einen ruhigen Flur mit Sofa oder eine Lounge gab, in der wir uns hätten hinsetzen, um relaxt zu bloggen, zu twittern oder im Netz die Geschichte der Burg und des Ortes zu erkunden, gab es dann nur die Möglichkeit, das Zimmer ziemlich downzugraden, damit des WiFi auch tatsächlich funktioniert. Geld gespart, aber trotzdem ärgerlich. Damit war allerdings auch sofort klar, dass wir hier keine weitere Nacht vebringen und schon am nächsten Tag weiterziehen.

Das Schloss (was allerdings eher den Charakter einer Burg hat) liegt direkt zwischen zwei Seen. Wir sind am späten Nachmittag noch einen guten Kilometer geschwommen und haben auf einem Steg im Sonnenuntergang Picknick gemacht. Sehr schön.

Lagow ist insgesamt ein Ort mit schönen Möglichkeiten zum Wassersport, u.a. ist direkt hinter dem Schloss ein Tauchclub. Schwimmen, Kanu- und Tretbootfahren geht ja sowieso. Wenn nicht gerade Sommer-Hauptsaison ist – und die fängt ist im Momemt wohl gerade erst an – kann man sich hier wohl ganz gut erholen.

In der Hauptsaison ist es dagegen wohl ein typischer polnischer Urlaubsort, an dem der Bär steppt und sich Teens und Twens sowie Familien mit Kindern treffen. Verliebte und nicht nicht mehr so ganz junge Paare gehören denn auch nicht zum üblichen Publikum dieser Orte. Auch im Schloss merkte man dieses. Vieles ist auf typisches Ferienpublikum ausgerichtet – und hat auch genau den Chic dafür. Für mich war das Schloss mit seinem burgähnlichen Charakter, Rittersaal und groben Gewölben ohnehin nicht lieblich genug. Die Gediegenheit barocker oder klassizistischer Gebäude ist ja eher meins.

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