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Hirn → Bamboo → iPad → Text

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Gedanken fließen durch den Stift

Aufgewachsen bin ich ja in der Zeit von Stift und Schreibmaschine. Erst im Abiturjahrgang habe ich ernsthaft mit Computern zu tun gehabt – nein, das sind noch keine 30 Jahre her. Mit der Schreibmaschine zu schreiben war zu meiner Schulzeit nichts für Gymnasiasten und Akademiker. Schreibmaschine, das war ein Gerät, mit dem Büro-Worker arbeiteten. Akademiker hatten meist Schreibkräfte, Sekretärinnen. Selbst die Diplomarbeiten und Dissertationen der Generationen vor mir wurden oft nicht selbst mit der Schreibmaschine geschrieben. Zumindest nicht final, oft mit dem positiven Nebeneffekt eines Lektorats durch die Schreibkraft.

All das waren Gründe, warum im meiner Teenager-Zeit keine Notwendigkeit gesehen wurde, uns das zehnfingrige Schreiben auf einer qwerty-Tastatur näher zu bringen. Wie viele meiner Generation habe ich in den Folgejahren mein eigenes, relativ perfektes 2- bis 3-Finger-System entwickelt und schreibe so ziemlich schnell und relativ fehlerfrei. Ok, mit 8 bis 10 Fingern hab‘ ich’s versucht: Geht schneller, jedoch mit der anschließenden Korrekturphase dauert’s länger als mein bewährtes 2-Finger-System. Wenn ich denn überhaupt die Tastatur zum Schreiben eines Textes benutze. Gedanken in Form von Kombinationen alphanumerischer Zeichen auf eine Fläche zu bringen, das gelingt mir immer noch am besten mit einem Stift. Die Gedanken fließen quasi durch den Stift. Mit einem Stift in der Computer zu schreiben, das wär’s. Gibt’s doch, kalter Kaffee, werden Sie sagen. Sie haben recht, das gibt’s schon lange.

Einer der ersten Tablet PCs – heute würde man wohl von Convertible sprechen – der ►Compaq TC1000 war also meiner. Schreiben und Zeichnen mit Stift funktionierte so irgendwie, nach Windows-Update dann besser. Der Tablet-PC – wieder vom Typ Convertible – folgte ebenfalls, lange vor der iPad- und Tablet-Welle.

Heute besteht meine Arbeitsumgebung aus ►iPad, ►Bamboo Stylus (einem Stift von Wacom) und einer iPad-App namens ►WritePad. Dazu noch ein ►Apple Wireless Keyboard, das sich problemlos mit dem iPad koppeln lässt.

Via Bamboo Stylus fließen meine Gedanken dann schnell vom Hirn ins iPad. Mit der Funk-Tastatur wird der Text danach noch mal durchgescrollt, Fehler werden verbessert und manchmal Inhaltliches korrigiert. Die Vorteile des iPad möchte ich hier nicht missen: kein Zwischenspeichern notwendig, Akku galore, d.h. kein Netzteil, kein Suchen nach irgendwelchen Steckdosen, und natürlich automatisches iCloud-Backup.

Auch so arbeiten? Das empfehle ich gerne. Sie sollten es jedoch nur tun, wenn Sie ’stifterfahren‘ sind und ihre Gedanken wirklich durch den Stift fließen – und, wenn Sie eine ganz gute Handschrift haben. Falls nicht, dann versuchen Sie es besser mit Spracherkennungs-Software. Vielleicht fließen Ihre Gedanken ja durch’s Mikrofon.

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