Gesellschaft

mieten, kaufen, wohnen.

Ganz klar: Kaufen. Oder bauen.
Denn auf eigenem Boden steht es sich besser!

Gesellschaftskritik

In diesem Text geht es nicht nur darum, die Vorzüge des selbst genutzten Wohneigentums hervorzuheben. Es ist auch eine gute Portion Gesellschaftskritik und Kapitalismuskritik dabei. Karl Marx und andere haben vor langer Zeit schon ähnliches formuliert. Ich wollte es Ihnen nur noch mal aufschreiben und möchte Sie in all Ihrem Tun ein klein wenig zum Nachdenken bringen. Also:  Weiterlesen

Gesellschaft

Bewertungen im Internet

Seit Etablierung des Web 2.0 – damals auch als Mitmach-Internet propagiert – sind Bewertungen im Internet zu einer festen Größe geworden. Inzwischen gibt es zahlreiche Internetportale, Verzeichnisse und Verkaufsplattformen, wo eine Bewertung von Firmen, Produkten und Dienstleistungen ein zentraler Bestandteil ist. Beispiele sind neben Google und Amazon unter anderem Yelp, Booking, Kununu und Jameda. Außerdem noch eine ganze Reihe weitere, darunter auch Nischenanbieter, z.B. zur Bewertung von Rehakliniken, etc.

Allen diesen Orten der Bewertung im Internet ist gemein, dass man dort Weiterlesen

Gesellschaft

Im Vortrag in der ersten Reihe …

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8 Gründe, im Vortragsraum vorn zu sitzen.

Letztens besuchte ich eine Veranstaltung mit mehreren Vorträgen. Ich freute mich auf interessante Referenten und Themen, was eigentlich normal ist bei einer Veranstaltung, die ich intrinsisch motiviert aus Interesse besuche. Wir waren etwas zu früh. Im Vortragsraum saßen gerade mal eine Handvoll Menschen. Freie Platzwahl also. „In die erste oder in die zweite Reihe?”, sagte ich fragend zu meiner Begleitung. Nein, das wäre viel zu weit vorn. Nach einigem hin und her und nachdem ich erklärt hatte, dass es für mich gute Gründe gibt, vorn zu sitzen, zogen wir in die zweite Reihe.

Das Phänomen, dass sich Zuhörer möglichst weit weg vom Referenten hinsetzen, ist bekannt. Wirkliche Gründe dafür konnte ich in meiner kurzen Internet-Recherche zu diesem Thema nicht finden. Bemerkt und diskutiert wird es aber durchaus, zum Beispiel hier oder hier.

„Vorn sitzen die Streber”, heißt es in einem Thread des Internet-Portals gutefrage.net. Ist es ein Trauma der Schulzeit, das Menschen dazu bewegt, sich im Vortragsraum so hinzusetzen, dass sie weder optimal den Redner noch seine Präsentation wahrnehmen können. Das ist doch widersinnig. Oder verkriechen sie sich auf auf die hinteren Plätze, um den Vortragenden nicht abzulenken, ihm gegenüber gar nicht in Erscheinung zu treten und ihn in ein Loch reden zu lassen. Das ist genau so widersinnig, schließlich hält er den Vortrag für sein Publikum, freiwillig und mit Motivation (vom Vortrag stotternder Examenskandidaten einmal abgesehen). Was gibt es also für einen Grund, sich bewusst auf Abstand hinten hin zu setzen? Oder in die unscheinbare Mitte, dort, wo man später, wenn sich der Vortragsraum gefüllt hat, vielleicht von raumgreifenden Menschen umringt ist, die einem die Luft zum Atmen, mindestens aber die Sicht nehmen. Mein Platz ist dort nicht. Rational gibt es keinen Grund für dieses Dahintenhocken. Es sei denn, Sie wollen untertauchen. Nur, ein Vortrag ist kein guter Ort dafür. Ein dunkles Kino oder Theater wäre dafür doch der bessere Ort.

Habe ich die Platzwahl, ist die erste oder die zweite Reihe meine – und vielleicht demnächst auch Ihre, nachdem Sie meinen Text gelesen haben. Im Hörsaal mit einer tribünenartigen Bestuhlung wird es nicht die erste oder zweite sein, dort aber bevorzugt immer die Reihe, in der ich auf Augenhöhe mit dem Referenten sitze. Vorn ist mein Platz jedoch immer, denn dafür gibt es gute Gründe. Zusammengefasst:

1.

Wenn ich eine Veranstaltung freiwillig und aus Interesse besuche, möchte ich möglichst viel davon mitnehmen und dem Vortrag sowie der digitalen Präsentation optimal folgen können. Das funktioniert vorn besser.

2.

Sitzt man näher am Geschehen, bekommt man in der Regel mehr Details mit. Auf hinteren Plätzen ist das suboptimal. Kleine Schrift einer Präsentation kann manchmal nur schwer entziffert werden. Allgemein ist der Konzentrationsaufwand hinten höher, vor allem, wenn der Vortragsraum gut besetzt ist.

3.

Große Menschen, die vor mir sitzen, versperren mir die Sicht zum Redner und zu den Details am unteren Rand einer Bildschirmpräsentation, manchmal auch zu beidem.

4.

Störgeräusche (welcher Art auch immer: in der Tasche kramen, flüstern, hin- und herrutschen) sind erfahrungsgemäß im mittleren und hinteren Bereich eines Vortragsraums viel größer als vorn.

5.

Habe ich nach dem Vortrag eine Frage oder Anmerkung und möchte Kontakt mit dem Vortragenden aufnehmen, ist der Weg kürzer, wenn ich vorn sitze. Ich bin näher dran und schneller im inneren Kreis der Fragenden. – Oder ist das schon „Streber“? Egal, ich habe den Ehrgeiz, dem Vortrag gut folgen zu können und ggf. auch mit dem Referenten und anderen in Diskussion darüber zu treten.

6.

Auf Veranstaltungen, auf denen man sich in irgendeiner Weise, vielleicht auch nur vom Sehen, kennt, nimmt das Publikum sich natürlich gegenseitig war. Der Platz in der grauen Menge der Mitte oder in der vorletzten Reihe ist dann suboptimal.

7.

Verteilte Handouts erreichen die letzte Reihe manchmal gar nicht mehr. Entweder weil es nicht genug sind, oder weil sie vorher steckenbleiben. Griffmuster und Demo-Modelle kommen hinten erst an, wenn der Vortragende thematisch längst woanders ist.

8.

Du bist, wo du sitzt. Das gilt nicht nur im Meeting, sondern auch im Vortragsraum – und allgemein in jedem Publikum. Aus eigener Erfahrung: Setze ich mich in die erste oder zweite Reihe, werde ich viel eher als interessiert und dazugehörig wahrgenommen, wodurch sich positive Nebeneffekte ergeben. Der Kontakt zum Referenten ist schneller und besser, andere Zuhörer kommen eher und schneller auf mich zu, um sich zum Beispiel zu vernetzen oder nur ein paar Smalltalk-Worte zu wechseln. Ein Glas habe ich auch meist schneller in der Hand als Hinterbänkler, vermutlich, weil ich von den Damen mit den Sekt-und-Saft-Tabletts schneller und deutlicher wahrgenommen werde.

Acht gute Gründe also, nicht nur bei ARD und ZDF vorn zu sitzen, sondern auch im Vortragsraum.

Quelle und Urheber des Bildes:
Blick in den Vortragsraum der Stiftung Demokratie Saarland Architektur & Interior Design: Wolfgang Rost, Dipl.-Ing.

Berlin · Gesellschaft

Eckkneipe

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Eckkneipen waren früher etwas typisch städtisches und vor allem deutsches. Gab es auf den Dörfern Krüge, oft mit Pferdeausspannen, Gaststätten und Erbgerichte oder später, für die früh motorisierte Mittelschicht,  Ausflugsgaststätten, so fand man in den größeren Städten die im proletarischen Umfeld entstandenen Eckkneipen fast an jeder Straßenkreuzung. Dort, wo Menschen sich nach der Arbeit trafen und aufgrund beengter Wohnverhältnisse der eigenen Kurzweil und Kommunikation wegen den geringen Arbeitslohn gleich umsetzten.

In meinen urbanen Stationen, Bielefeld (… doch, gibt es schon), Hannover und Hamburg gab es zwar schon jede Menge an Studenten- und linken Szenekneipen, aber sie waren noch da, diese Eckkneipen. Zu meiner Zeit in der Hamburger Schanze war Büdels Bierdeckel quasi nebenan und Hellas Biereck nicht weit. Nun, das Biereck ist längst weggentrifiziert, der Bierdeckel zog um, und ob es ihn heute noch gibt, weiß ich nicht. Meine Kneipen waren es nie, ich fand sie als Institution jedoch  interessant.

In Berlin gab diese Eckkneipen natürlich auch. Der ganze Prenzlauer Berg und Wedding war voll von diesen proletarischen Treffpunkten der späten  Industrialisierung. Vor vielen Jahrzehnten, vor Weltkrieg, Sozialismus und Wende.

Sozialismus, Gentrifizierung und Hipstertum haben jedoch ihre Spuren hinterlassen. Die klassische Eckkneipe, mit dem Eingang an der Hausecke, dem  rotbraunen, an einer Messingstange im Halbrund gleitenden Wollvorhang direkt hinter der Tür, der oft wie eine schwerlich durchdringbare Schleuse anmutet, jedoch die Berliner Kälte gut abhält, diese Eckkneipen mit einem langem Tresen und der moderne Therapien ersetzenden Wirtin, mit unlackierten Tischen, für diejenigen, die intimer ihre Molle trinken möchten, diese Berliner Treffpunkte gibt es nahezu nicht mehr in den angesagten Vierteln der Gentrifizierung. Warum auch, die Zeiten haben sich geändert und wir, die wir dort wohnen, sind andere Menschen mit veganen oder sonstwie anderen Interessen.

Eine Eckkneipe, deren Publikum gewiss auch nicht mehr viel mit der alten Eckkneipenkultur zu tun hat, deren Lage und Interieur mich jedoch immer sehr daran erinnern, ist das Hackbarth´s an der Ecke Auguststraße/Joachimstraße. Heute ist hier eine angenehme Raucherkneipe mit nicht allzu sehr hipsteresken, jedoch eben Berlin-Mitte-Publikum. Dafür ist das Interieur so, wie es schon vor 40, 60 oder 90 Jahren ausgesehen haben könnte. Nicht alt und gammlig, aber eben zeitlos Eckkneipe. Eine angenehme Mischung aus nicht allzu exaltiertem Publikum und traditioneller Eckkneipe. Mit ocker-braun gemalten Wänden, gelblichem Licht und natürlich dem beschriebenen Wollvorhang.

Ein nach innen, ins Haus gerichteter, gemütlicher Treffpunkt, der zumindest in der kalten Jahreszeit etwas Heimelichkeit ausstrahlt. So etwas typisch deutsches, befand meine italienische Freundin vor guten 25 Jahren und verwendete immer die Worte in una Kneipe, weil es eben diese Institution, in der man vorzugsweise abends gemütlich sitzt und trinkt, in Italien so nicht gäbe. Die italienische Bar sei nämlich etwas gaanz anderes. Nun, auch das mag sich im letzten Vierteljahrhundert geändert haben.

. · Design & Typo · Gesellschaft · Schreibgeräte & Kontor

Nerdkram-Unboxing

Wanderer Continental Reiseschreibmaschine mit Kursivschrift

Allerlei Gerätschaft befindet sich in meinem Fundus. Ab und zu finden ein paar Stücke neue Liebhaber und dafür kommt einiges hinzu. Glücklicherweise und zum Wohl von Miz Kitty sind es meidt recht kleine Gegenstände. Stifte, Schreibgeräte und alles, was mit Schrift zu tun hat.

Als jugendlicher Nerd hatte ich ein Faible für alte Radios, Fernseher und vor allem Spulentonbandgeräte. Wie ein Sammler habe ich sie freilich nicht gesammelt, sondern eher ausrangierte Geräte zusammengetragen. Dieses Interesse ließ spontan mit Anfang 20 durch ein Schlüsselerlebnis nach: Ich lernte einen Kommilitonen kennen, der das gleiche tat, nur professioneller. Er sammelte ausschließlich alte Radios und investierte ziemlich viel Geld ubd Zeit in dieses Hobby. Ab und zu fachsimpelten wir und eines Tages zeigte er mir seine Sammlung bei Mutti im Keller. Ein kleines Museum in mehreren Keller-Zimmern, den Röhrenradios sind ziemlich groß. Dieser Kommilitone wohnte freilich auch noch bei Mutti, zwei Etagen höher als seine Radios. Nein, so wollte ich nicht enden. Ich verschenkte meine zusammen getragenen Geräte.

Wenig später bekam Typo und Schrift in meinem Leben eine größere Bedeutung. Schreibgeräte sammelten sich an, andere habe ich tatsächlich gesammelt. Gut, dass sie klein sind und nicht groß wie Röhrenradios. 

Schreibmaschinen traten beruflich in mein Leben, gesammelt habe ich sie nicht. Der Größe wegen, sie kommen gleich hinter Röhrenradios … Dafür hatte ich drei IBM-Composer und setze (heute würde ich sagen: „geschrieben, nicht gesetzt“) damit noch gut, schnell und fehlerfrei, als Sie längst mit Ihrem Commodore 64 auf Nadeldrucker ausdruckten und ich längst auf meiner anderen Baustelle die ersten Postskripf-Drucker programmierte. 

Die IBM-Composer sind weg. Schade, sie waren mein Eintritt in die Druck- und Medienbranche, heute hätte ich sie vermutlich behalten. Damals waren sie einfach nur schwer, und zum Teil kaputt. 

Schreibmaschinen flogen mir in den letzen Jahrzehnten immer mal wieder zu. Sie haben schnell andere Liebhaber gefunden. Drei gibt es jedoch noch im Fundus. Der Schrift wegen, denn alle drei haben Schriften, die eben nicht Courier oder die übliche Schrift der mechanischen Schreibmaschine sind. Unbedeutende, aber eher seltene Exemplare.

Pardon, jetzt sind es vier. Vor ein paar Tagen sprang mich eine gut erhaltene Wanderer Continental Reiseschreibmaschine im weltgrößten Internet-Auktionshaus an. Kein besonderes Modell und auf Flohmärkten immer wieder anzutreffen. Aber: mit Kursivschrift. Das ist schon besonders, denn Schreibmaschinen mit Kursivschrift gab es nicht oft. Gekauft. Zum Preis eines Super-Budget-Tablets.

Nerdkram Unboxing
Allerlei Gerätschaft befindet sich in meinem Fundus. Ab und zu finden ein paar Stücke neue Liebhaber und dafür kommt einiges hinzu. Nun, glücklicherweise und zum Wohl von Miz Kitty sind es alles in allem recht kleine Gegenstände. Stifte, Schreibgeräte und alles, was mit Schrift zu tun hat gibt es in meinem Fundus.
Als jugendlicher Nerd hatte ich ein Faible für alte Radios, Fernseher und vor allem Spulentonbandgeräte. Wie ein Sammler habe ich sie freilich nicht gesammelt, sondern eher ausrangierte Geräte zusammengetragen. Nun, das Interesse an diesen Geräten ließ spontan mit Anfang 20 nach. Durch ein Schlüsselerlebnis: Ich lernte einen Kommilitonen kennen, der das gleiche tat, nur professioneller. Er sammelte ausschließlich alte Radios und investierte ziemlich viel Geld in dieses Hobby. Ab und zu fachsimpelten wir und eines Tages hat er mir seine Sammlung gezeigt, bei Mutti im Keller. Ein kleines Museum in mehreren Zimmern, Röhrenradios sind ja ziemlich groß. Dieser Kommilitone wohnte freilich auch noch bei Mutti, zwei Etagen höher als seine Radios. Nein, so wollte ich nicht enden. Ich verschenkte meine zusammen getragenen Geräte.
Wenig später kam Typo und Schrift in meinem Leben einer Bedeutung zu. Schreibgeräte sammelten sich an, andere habe ich tatsächlich gesammelt. Gut, dass sie klein sind und nicht groß wie Röhrenradios. 
Schreibmaschinen traten beruflich in mein Leben, gesammelt habe ich sie nicht. Der Größe wegen, sie kommen gleich hinter Röhrenradios, Sie wissen schon …
Dafür hatte ich drei IBM-Composer und setze damit noch gut, schnell, fehlerfrei, als Sie längst mit Commodore 64 auf Nadeldrucker ausdruckten und ich längst auf anderer Baustelle die ersten Postskripf-Drucker programmierte. Die IBM-Composer sind weg. Schade, heute hätte ich sie vermutlich behalten. Damals waren sie einfach nur schwer, und zum Teil kaputt.
Schreibmaschinen flogen mir immer mal wieder zu. Sie haben schnell andere Liebhaber gefunden. Drei gibt es noch im Fundus. Der Schrift wegen, denn alle drei haben Schriften, die eben nicht Courier oder die übliche Schrift der mechanischen Schreibmaschine sind. Unbedeutende, aber eher seltene Exemplare.
Pardon, jetzt sind es vier. Vor ein paar Tagen sprang mich eine gut erhaltene Wanderer Continental Reiseschreibmaschine im weltgrößten Internet-Auktionshaus an. Kein besonderes Modell und auf Flohmärkten immer wieder anzutreffen. Aber: mit Kursivschrift. Das ist besonders. Schreibmaschinen mit Kursivschrift gab es nicht oft. Gekauft. Zum Preis eines Super-Budget-Tablets.
Heute klingelte der Nachbar. Er hätte ein Paket. Es war die Schreibmaschine.
Freudiges Nerd-Unboxing an Sonntagmittag.
Nur, schreiben konnte man damit nicht. Irgendetwas hatte sich verklemmt. Eigentlich wollte ich einen Sonntagsspaziergang im Schnee machen, statt dessen wurde der Sonntagnachmittag jetzt mit einer vierstündigen Schreibmaschinenreparatur verbracht. An Ende war alles gut. Vielleicht blogge ich demnächst damit. So richtig wie früher. Mit der Maschine schreiben, abfotografieren und veröffentlichen. Liebhaber und dafür kommt einiges hinzu. Nun, glücklicherweise und zum Wohl von Miz Kitty sind es alles in allem recht kleine Gegenstände. Stifte, Schreibgeräte und alles, was mit Schrift zu tun hat gibt es in meinem Fundus.
Als jugendlicher Nerd hatte ich ein Faible für alte Radios, Fernseher und vor allem Spulentonbandgeräte. Wie ein Sammler habe ich sie freilich nicht gesammelt, sondern eher ausrangierte Geräte zusammengetragen. Nun, das Interesse an diesen Geräten ließ spontan mit Anfang 20 nach. Durch ein Schlüsselerlebnis: Ich lernte einen Kommilitonen kennen, der das gleiche tat, nur professioneller. Er sammelte ausschließlich alte Radios und investierte ziemlich viel Geld in dieses Hobby. Ab und zu fachsimpelten wir und eines Tages hat er mir seine Sammlung gezeigt, bei Mutti im Keller. Ein kleines Museum in mehreren Zimmern, Röhrenradios sind ja ziemlich groß. Dieser Kommilitone wohnte freilich auch noch bei Mutti, zwei Etagen höher als seine Radios. Nein, so wollte ich nicht enden. Ich verschenkte meine zusammen getragenen Geräte.
Wenig später kam Typo und Schrift in meinem Leben einer Bedeutung zu. Schreibgeräte sammelten sich an, andere habe ich tatsächlich gesammelt. Gut, dass sie klein sind und nicht groß wie Röhrenradios. 
Schreibmaschinen traten beruflich in mein Leben, gesammelt habe ich sie nicht. Der Größe wegen, sie kommen gleich hinter Röhrenradios, Sie wissen schon …
Dafür hatte ich drei IBM-Composer und setze damit noch gut, schnell, fehlerfrei, als Sie längst mit Commodore 64 auf Nadeldrucker ausdruckten und ich längst auf anderer Baustelle die ersten Postskripf-Drucker programmierte. Die IBM-Composer sind weg. Schade, heute hätte ich sie vermutlich behalten. Damals waren sie einfach nur schwer, und zum Teil kaputt.
Schreibmaschinen flogen mir immer mal wieder zu. Sie haben schnell andere Liebhaber gefunden. Drei gibt es noch im Fundus. Der Schrift wegen, denn alle drei haben Schriften, die eben nicht Courier oder die übliche Schrift der mechanischen Schreibmaschine sind. Unbedeutende, aber eher seltene Exemplare.
Pardon, jetzt sind es vier. Vor ein paar Tagen sprang mich eine gut erhaltene Wanderer Continental Reiseschreibmaschine im weltgrößten Internet-Auktionshaus an. Kein besonderes Modell und auf Flohmärkten immer wieder anzutreffen. Aber: mit Kursivschrift. Das ist besonders. Schreibmaschinen mit Kursivschrift gab es nicht oft. Gekauft. Zum Preis eines Super-Budget-Tablets.
Heute klingelte der Nachbar. Er hätte ein Paket. Es war die Schreibmaschine.
Freudiges Nerd-Unboxing an Sonntagmittag.
Nur, schreiben konnte man damit nicht. Irgendetwas hatte sich verklemmt. Eigentlich wollte ich einen Sonntagsspaziergang im Schnee machen, statt dessen wurde der Sonntagnachmittag jetzt mit einer vierstündigen Schreibmaschinenreparatur verbracht. An Ende war alles gut. Vielleicht blogge ich demnächst damit. So richtig wie früher. Mit der Maschine schreiben, abfotografieren und veröffentlichen.Fundus. Ab und zu finden ein paar Stücke neue Liebhaber und dafür kommt einiges hinzu. Nun, glücklicherweise und zum Wohl von Miz Kitty sind es alles in allem recht kleine Gegenstände. Stifte, Schreibgeräte und alles, was mit Schrift zu tun hat gibt es in meinem Fundus.
Als jugendlicher Nerd hatte ich ein Faible für alte Radios, Fernseher und vor allem Spulentonbandgeräte. Wie ein Sammler habe ich sie freilich nicht gesammelt, sondern eher ausrangierte Geräte zusammengetragen. Nun, das Interesse an diesen Geräten ließ spontan mit Anfang 20 nach. Durch ein Schlüsselerlebnis: Ich lernte einen Kommilitonen kennen, der das gleiche tat, nur professioneller. Er sammelte ausschließlich alte Radios und investierte ziemlich viel Geld in dieses Hobby. Ab und zu fachsimpelten wir und eines Tages hat er mir seine Sammlung gezeigt, bei Mutti im Keller. Ein kleines Museum in mehreren Zimmern, Röhrenradios sind ja ziemlich groß. Dieser Kommilitone wohnte freilich auch noch bei Mutti, zwei Etagen höher als seine Radios. Nein, so wollte ich nicht enden. Ich verschenkte meine zusammen getragenen Geräte.
Wenig später kam Typo und Schrift in meinem Leben einer Bedeutung zu. Schreibgeräte sammelten sich an, andere habe ich tatsächlich gesammelt. Gut, dass sie klein sind und nicht groß wie Röhrenradios. 
Schreibmaschinen traten beruflich in mein Leben, gesammelt habe ich sie nicht. Der Größe wegen, sie kommen gleich hinter Röhrenradios, Sie wissen schon …
Dafür hatte ich drei IBM-Composer und setze damit noch gut, schnell, fehlerfrei, als Sie längst mit Commodore 64 auf Nadeldrucker ausdruckten und ich längst auf anderer Baustelle die ersten Postskripf-Drucker programmierte. Die IBM-Composer sind weg. Schade, heute hätte ich sie vermutlich behalten. Damals waren sie einfach nur schwer, und zum Teil kaputt.
Schreibmaschinen flogen mir immer mal wieder zu. Sie haben schnell andere Liebhaber gefunden. Drei gibt es noch im Fundus. Der Schrift wegen, denn alle drei haben Schriften, die eben nicht Courier oder die übliche Schrift der mechanischen Schreibmaschine sind. Unbedeutende, aber eher seltene Exemplare.
Pardon, jetzt sind es vier. Vor ein paar Tagen sprang mich eine gut erhaltene Wanderer Continental Reiseschreibmaschine im weltgrößten Internet-Auktionshaus an. Kein besonderes Modell und auf Flohmärkten immer wieder anzutreffen. Aber: mit Kursivschrift. Das ist besonders. Schreibmaschinen mit Kursivschrift gab es nicht oft. Gekauft. Zum Preis eines Super-Budget-Tablets.
Heute klingelte der Nachbar. Er hätte ein Paket. Es war die Schreibmaschine.
Freudiges Nerd-Unboxing an Sonntagmittag.
Nur, schreiben konnte man damit nicht. Irgendetwas hatte sich verklemmt. Eigentlich wollte ich einen Sonntagsspaziergang im Schnee machen, statt dessen wurde der Sonntagnachmittag jetzt mit einer vierstündigen Schreibmaschinenreparatur verbracht. An Ende war alles gut. Vielleicht blogge ich demnächst damit. So richtig wie früher. Mit der Maschine schreiben, abfotografieren und veröffentlichen.

  

Heute klingelte der Nachbar. Er hätte ein Paket. Es war die Schreibmaschine.

Freudiges Nerd-Unboxing an Sonntagmittag.

Nur, schreiben konnte man mit dem jahrzehnte alten Gerät nicht. Irgendetwas hatte sich verklemmt. 

Eigentlich wollte ich einen Sonntagsspaziergang im Schnee machen. So wurde der Sonntagnachmittag jetzt mit einer vierstündigen Schreibmaschinenreparatur verbracht. An Ende war alles gut. 

Vielleicht blogge ich demnächst damit. So richtig wie früher. Mit der Maschine schreiben, abfotografieren und veröffentlichen. 

Und, ganz bestimmt ist sie langlebiger – mit Modewort ausgedrückt „nachhaltiger“ – als jedes  iPad. 

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Scripted Show mit Pseudo-Contest

Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?

Fernsehserien schaue ich schon ziemlich lange nicht mehr regelmäßig. Allenfalls läuft hier ab und zu ein Computer mit DVBT-Empfänger zur akustischen Raumberieselung. Zu diesem Zweck schalte ich jedoch keine Quizsendungen oder Wettbewerbe wie „Deutschland sucht den Super-, Mega-, besten … irgendwas!“ ein. Längst weiß ich, dass diese Wettbewerbe eher eine scripted Show sind. Wenn ich, um Einschaltquoten besorgt, ein TV-Programm zusammenstellen müsste, würde ich vermutlich ähnliche Formate entwickeln. Nur, ich sitze auf der andern Seite (vor dem TV), und hat man einmal erkannt, dass dort eben vieles scripted, arrangiert und unecht ist, nervt es, diese Pseudo-Realität anzuschauen – vermutlich nicht nur mich, sondern vielleicht auch Sie.

Dieses „mehr Show als Wettbewerb“ der „Wer ist der Beste“-Contests beginnt bereits mit der Auswahl der Kandidaten. Freilich werden nicht Bewerber ausgesucht, die am besten kochen, backen, nähen, singen oder sonst etwas im Vergleich zu Bewertendes können, sondern Charaktere, mit denen man über ein paar Folgen die Zielgruppe gut unterhalten kann – und so möglichst hohe Einschaltquoten erzielt.

Dabei treten die Protagonisten der Sendung, die Kandidaten, oft nicht als sie selbst auf. Der besseren Show wegen hat man ihnen einen Typ, eine Rolle zugewiesen, scriptet etwas drumherum, schneidet das aufgenommene Material passend zusammen und kommentiert es aus dem Off, so dass die TV-Zuseher den Kandidaten auch wie geplant in seiner Rolle wahrnehmen. Die reale Person, das eigentliche Können, das Beherrschen der Sache im Wettbewerb, kochen, backen, singen, was auch immer, das alles erscheint zweitrangig. „Fake“ oder „Pseudo“ könnte man die ganze Geschichte manchmal auch bezeichnen.

Nun, was interessieren mich diese TV-Formate, wo ich offensichtlich – das merken Sie schon an meiner Einleitung – nicht zur Zielgruppe gehöre? Ich beschäftige mich momentan etwas intensiver damit und ganz speziell mit der eingangs genannten Sendung „Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?“, die zur Zeit auf VOX gesendet wird.

Miz Kitty gehört seit einiger Zeit zu den bloggenden Nähnerds und des Nähen interessiert mich – doch etwas ungewöhnlich für einen Hetero-Mann – duchaus. Meine Großmutter war Damenschneiderin, und ich versuche mich gelegentlich an Beuteln und Taschen. Miz Kitty hat sich schon im einem Blogpost geoutet, dass sie auch beim Kandidaten-Casting für diese TV-Sendung dabei war. Glücklicherweise (retrospektiv von uns beiden so gesehen) wurde nichts daraus. Freilich interessiert es uns jetzt, was aus der Sendung geworden ist. Außerdem sind zwei sehr bekannte Nähbloggerinnen zwischen den Kandidaten. Also sitzen wir jeden Dienstag Abend um 20.15 vor dem TV, schauen VOX und machen uns ein Bild von dieser Sendung – ich mehr als Miz Kitty, denn für mich sind viele konzeptionelle Überlegungen, die in so einem TV-Format stecken, relativ neu. Miz Kitty hingegen kennt vieles, weil sie viele Jahre zum Film-TV-Kino-Business dazugehörte.

Weil Sie vermutlich auch nicht zur engeren Zielgruppe einer Nähwettbewerb-Show gehören, kurz zur Seldung selbst. VOX schreibt: »Im neuen Nähwettbewerb „Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?“ macht sich der sympathische Star-Designer Guido Maria Kretschmer auf die Suche nach dem talentiertesten Hobbynäher Deutschlands.« (Quelle: www.vox.de).

Es geht also um Hobbyisten, Hobbynäher und Hobbynäherinnen, die gegeneinander antreten. In jeder Folge nähen die Kandidaten zwei Kleidungsstücke nach Vorgabe, eines als Technikaufgabe und ein weiteres als Kreativaufgabe. Die Stücke werden von einer Jury aus Guido-Maria Kretschmer, der Designerin Anke Müller und Inge Szoltysik-Sparrer, Maßschneidermeisterin und Bundesvorsitzende des Maßschneiderhandwerks, kommentiert und bewertet. Ein Ranking wird aufgestellt, und in jeder Folge scheidet ein Kandidat aus. Begonnen hat die Sendung mit acht Kandidaten, fünf Frauen und drei Männer. Das TV-Format orientiert sich an der britischen Fernsehsendung „Great Britisch Sewing Bee“, die von der BBC gesendet wird. Wer Zeit und Muße hat und Fernsehnachmittage mag, kann beide Sendungen vergleichen. Es gibt feine, aber wesentliche Unterscheide.

Da ich von diesen TV-Sendungen gedanklich und vom grundsätzlichen Interresse ziemlich weit entfernt nin, ist es nicht verwunderlich, dass ich einiges an diesem TV-Format und an der Sendung im Speziellen problematisch finde. Also nacheinander:

( 1 ) Zu wenig ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema.

Stattdessen Klamauk, eine scripted Show und eine Kandidatenauswahl, die niemals die Nähkompetenz der oberen Hobbyisten-Liga repräsentiert; die Kandidaten sind zum Teil grottenschlecht, und ich habe den Eindruck, man hat einige nur der Einschaltquote und des Storytellings wegen in die Sendung aufgenommen. Das kann sogar ich als Laie beurteilen. Um der Sache willen, der Arbeit des Nähens, ist das schade. So schwingt nämlich mit, dass die von den Kandidaten genähten Stücke typische Hobbyisten-Ergebnisse sind. Da habe ich einen deutlich besseren Eindruck von dem, was ich im Nähbereich schon von Hobbyisten gesehen habe. Diese Sendung lässt jedoch den Eindruck zu, das selbst nähen – warum auch immer, aus Spaß, Freude am Handwerklichen, dem Erschaffen eines Produktes, aus finanziellen Erwägungen, oder weil Konfektionskleidung einfach nicht zur eigenen Körperform passt – eine Beschäftigung ist, deren Ergebnisse nur knapp und selten an industriell hergestellte Kleidungsstücke herankommen, von Hobbyisten erstellt, die falsch zusammen genähte Teile lieber in den Mülleimer werfen, statt etwas aufzutrennen, und die Ösen mit dem Hammer auf dem Nähtisch in das erstellte Stück hämmern, dazu noch falsch. Schade, diese Show nimmt die Chance, DIY einmal ernsthafter und mit Anspruch vorzustellen. Stattdessen bleibt DIY, Selbermachen, egal ob es nun Selbsttischlern, Selbstbauen oder Selbstnähen ist, dort stehen, wo es immer wieder gerne hingerückt wird, als Hobby, das eben – wie es bei einem Hobby so ist – oft Ergebnisse hervorbringt, die hausgemacht, von Laien hergestellt, anmuten und dem professionell hergestellten Produkt nachstehen.

( 2 ) Die unglückliche Manifestierung der Gleichung:
DIY = Hobby, Hobbyisten, Halblaien = zweitklassige Ergebnisse = wenig ernst zu nehmen, eben weil Hobby = wenig Anspruch/Ehrgeiz der DIY’ler, weil es nur ein Hobby ist.

Eine Gleichung mit unglücklichem Ergebnis. Dass sie nicht stimmen muss, bestätigen Hobbyisten mit hohem Ehrgeiz und Perfektionsanspruch, die es auch unter den Kandidaten gibt. Leider stimmt die Gleichnung jedoch oft. Was Menschen in ihrer Freizeit erschaffen, wird selten als ernsthaft wahrgenommen, wenn es nicht gerade Oldtimer-Restaurierung ist, sondern sich im handwerklich-kreirenden Bereich abspielt (und vielleicht dazu noch von Frauen ausgeübt wird). Kochen, nähen, singen, tischlern, renovieren. Business-Frauen sollen doch lieber arbeiten und vom gut verdienten Geld gute Summen für von anderen Menschem mit anderem Business produzierte und verkaufte Kleidung anlegen. Diese Meinung gibt es zumindest nicht selten. Damit der Ehrgeiz, etwas mit hohem Anspruch selbst zu fertigen, erst gar nicht oder mindestens erst spät aufkommt, schiebt man dem Hobbyisten-Bereich immer schön diese Eingeschränktheit und Zweitklassigkeit zu. Sonst wären die Hobbyisten auch eine ernstzunehmende Herausforderung für Industrie und Handel.

Aus diesen Gründen finde ich reine Hobbyisten-Vergleiche und -Wettbewerbe immer fragwürdig. „Ist ja nur Hobby, sind ja Menschen, die das nur mit Enthusiasmus oder aus anderen Gründen machen und es eben nicht gelernt haben. Da kann man ja nicht großen Anspruch an das Ergebnis haben.“ Doch, man kann. Nur ist die landläufige Meinung oft eine andere. Und reine Hobbyisten-Vergleiche kultivieren diese Denkweisen, so auch die benannte TV-Sendung mit ihrer Auswahl einzelner dilettierender Kandidaten, die alle Klischees des ungeschickten Hobbyisten bedienen. Schade. Da wird ein Publikum gewiss dort abgeholt, wo es steht, aber auch wieder nur genau dort stehen gelassen.

Dieser Aspekt von Anspruch und Ehrgeiz, (nicht nur bzgl. Genauigkeit und Perfektion, sondern auch bzgl. Materialqualität sowie Lern- und Investitionsbereitschaft), das mag Ihnen alles etwas krude erscheinen im Zusammenhang mit Hobby und Hobbyisten. – Dann kann ich auch nur die Rüsselsheimer Automarke zitieren: Umparken im Kopf.

( 3 ) Etikettenschwindel

Im letzten Abschnitt schrieb ich, dass ich reine Hobbyisten-Wettbewerbe wenig angemessen finde, da sie immer einen Abstand zum zu den berufsmäßig mit diesen Dingen befassten Menschen suggerieren. Wenn man jedoch einen Hobbyisten-Wettbewerb ausruft und dieses sogar betont, dann sollten es selbstverständlich auch nur Hobbyisten sein. Wie oben zitiert schreibt VOX von der „Suche nach dem talentiertesten Hobbynäher“.

Gut, warum sollte man erwarten, dass in einer TV-Sendung das eingehalten wird, was der Sender in seiner Ankündigung verspricht? Es geht ja um Einschaltquoten. Da gibt es einen Florian unter den Kandidaten, der Kleider im Stil der 50er näht und in seinem eigenem Online-Shop anbietet. Der zweite junge Mann unter den Kandidaten, Tobias, betreibt sein eigenes Handtaschen-Label TMParis. Ganz klar, beide sind keine Hobbyisten mehr, das verraten ihre Internet-Darstellungen schnell, und wie etwas Recherche hergibt, haben sie nicht erst in der Zeit zwischen den Drehtagen und der TV-Ausstrahlung ihr Hobby zum Beruf gemacht. Auch wenn mir beide in den ersten drei Folgen nicht durch höheres Können aufgefallen sind, als es ein guter Hobbyist hat, ist die von VOX gewählte Bezeichnung „Hobbynäher“ für sie nicht mehr zutreffend.  Worte wie Etikettenschwindel, Fake oder Pseudo-Wettbewerb fallen mir ein. Stellen Sie sich einmal vor, der Florian mit seinen Petticoat-Kleidern oder der Handtaschen-Designer Tobias, dessen Taschen bereits in den Lifestyle-Shop von Schloss Elmau eingezogen sind (nach Angaben auf seiner Internetseite), einer dieser beiden würde der Sieger des Wettbewerbs …

Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten? Videoberieselung für ein Konsumentenpublikum. Bunte Bilder, scripted Show und ein Pseudo-Wettbewerb. Schön. Oder auch nicht. All das tut dem Ansehen und der Entwicklung der DIY-Idee allgemein sowie dem Selbstnähen nicht nachhaltig gut.

 

Guido-Maria Kretschmer ist freilich ein guter Moderator und ein integrativer Mensch, dem man seine bei Licht betrachtet manchmal grenzwitzigen Anmerkungen auch noch freundlich abnimmt. Da passt die Besetzung schon. Einer Ernsthaftigkeit des Wettbewerbs steht jedoch das Konzept von Moderator und Jurymitglied in Personalunion entgegen. So bleibt vieles scripted Show.

Bei aller Kritik an der TV-Sendung gibt es ein richtiges Highlight: Inge Szoltysik-Sparrer, Maßschneidermeisterin mit eigenem Atelier und Bundesvorsitzende des Maßschneiderhandwerks. Pingel-Inge wird sie in Nähforen genannt, was auf eine Pingeligkeit hinweisen soll. Genau das ist es, was ich an ihr schätze. Sie hat einen hohen Anspruch an Genauigkeit, Detail und Perfektion. Das nicht verwunderlich, sie ist Maßchneidermeisterin. Außerdem ist sie die mit Abstand am besten gekleidete Person in dieser TV-Sendung. Und, so Sie jetzt neugierig geworden sind und sich die Sendung einmal anschauen, hören Sie ihr zu. Wie sie Schwachstellen, Fehler, Unzulänglichkeiten aber auch Positives sehr präzise auf den Punkt bringt und sogleich Verbesserungsvorschlag oder Alternativen parat hat. Ganz sicher ist sie die Perle dieser Show. Manch Hobbynäher/in oder Hobbyschneider/in könnte von ihrem Anspruch profitieren, anstatt Dinge einfach schnell zu tun und manchmal nicht wirklich vollendet zu lassen, weil wenig Ehrgeiz da ist, „alles ja nur Hobby ist“, Spaß machen soll und schlecht verarbeitete konfektionierte Kleidung als Referenz für das eigene Tun betrachtet wird.

Welchen Platz Anke Müller, dritte im Dreigestirn der Moderaroren-Jury, hat, kann ich nicht nachvollziehen. Außer ihrem bunten Outfit und Allgemeinaussagen zu den von den Kandidaten hergestellten Kleidungsstücken habe ich in den ersten drei Folgen nichts von ihr wahrgenommen. Schade.

Einschalten oder nicht einschalten?

Einschalten, wenn Sie neugierig geworden sind und sich ihren eigenen Eindruck schaffen wollen.

Nicht einschalten, wenn sie Pseudo-Contest-Shows à la Supa-dupa-mega-giga-Talent oder Deutschland-sucht-den-besten-längsten-…-irgendwas nicht mögen oder längst hinter sich gelassen haben.

 

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Design-Ärgernis

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Hervorstehende Kamera

Nach wie vor ärgert mich am iPhone 6 —  im speziellen an meinem neuen iPhone 6S — die hervorstehende Kamera. Im Gegensatz zum iPhone 5 liegt das Gerät nicht plan auf dem Tisch und das Kameraglas ist praktisch dafür prädestiniert, schnell Schaden zu nehmen, wenn das Gerät auf dem Tisch oder auf einer anderen Oberfläche hin- und herrutscht und das ggf. auch mal auf einer rauhen Oberfläche erfolgt. Bitte, wer macht so ein Produktdesign? „Unter Steve Jobs wäre das nicht passiert!“, sagt gerade ein Gesprächspartner dazu. Müßig, darüber zu spekulieren. Faktisch funktioniert dieses Gerätedesign nur mit einer Hülle, die eine Öffnung für die Kamera hat und deren Dicke das Hervorstehen ausgleicht. Die Hülle habe ich längst, freilich ein Original-Apple-Produkt. Sie schützt das Gerät, macht es jedoch dick und nimmt ihm Design und Smartheit. Zudem  verwende ich schon lange keine Smartphonehüllen mehr. Zwei Jahre hält ein Gerät auch ohne durch, ohne dass ich es schone. Ein paar Schrammen bekommt es in dieser Zeit, und dann gibt es ohnehin ein neues. Eine defekte Scheibe kalkuliere ich in zwei Jahren ein (da hilft auch kaum eine Hülle), mag aber kein defektes Kameraglas akzeptieren. Ärgerlich, diese hervorstehende Kamera.

Allerdings: Ein Komplettwechsel ins Androidsystem kommt im Moment nicht in Frage.

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