Gesellschaft

Die Welt reagiert schnell

Geklaut wird immer und überall. Plagiieren ist nicht erst seit Guttenberg üblich und allgegenwärtig. Mir ist vor einigen Jahren die Idee für eine Cover-Gestaltung geklaut worden. Damals hatte ich die Anfrage, eine Broschüre für ein Sozial-Projekt zu gestalten und präsentierte ein Coverlayout. Einen Ausdruck ließ ich nicht da. Meine Ansprechpartnerin war nicht vom Fach, in Ihrer Selbstanschauung jedoch die bessere, alleskönnende, native Gestalterin, die im Gespräch betonte, solcherart Covergestaltung habe sie schon selbst mit Word gemacht. Aus dem Auftrag wurde nichts. Ein Jahr später recherchierte ich, ob die Publikation realisiert wurde – und fand sie im Internet; das Cover mit dem nahezu identischen Konzept, wie ich es vorgestellt hatte. Nur alles etwas laienhaft. Ok, so unique war mein Entwurf nicht. Ich habe es auf sich beruhen lassen.

Ärgerlich, jedoch Peanuts gegenüber dem Text-Klau, den sich eine Redakteurin der Welt erlaubt hat. Lesen Sie ►hier. Das geht nur gar nicht. Dass so ein Klau geistigen Eigentums ein absolutes NoGo ist, das muss nicht nur jeder Journalist und Redakteur verinnerlicht haben. Das muss schon jeder Abiturient wissen. Schön, dass man damit wenigstens schnell erwischt wird, Lügen haben kurze Beine.

Immerhin hat die Welt gestern sehr schnell reagiert. Die Redaktion hat den Fehler sofort zugegeben und die sofortige Einstellung der Kolumne der plagiierenden Redakteurin verkündet. Heute wurde der Bloggerin, deren Text kopiert wurde, diese Kolumne ►angeboten.

Pefektes Krisenmanagement mit Happy End. Für den Einzelfall stimmt das sicherlich. Ein schaler Nachgeschmack bleibt trotzdem, denn jedes journalistische Informationsangebot ist nur so gut, wie die schwächsten Journalisten und Redakteure, die daran mitwirken.

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