Gesellschaft

Crowdsourcing

Gestern erzählte jemand während eines Smalltalks, es gäbe ja soo viele Hilfsbereite und Hilfswillige im Internet, die einem in diversesten Internet-Foren bei variabelsten Problemen und Fragestellungen helfen – freiwillig, offenherzig und natürlich kostenlos, nur aus eigenem Interesse und mit dem guten Gefühl, helfen zu können, oder vielleicht auch vor dem Hintergrund, als graue Maus mit ihrem Superspezialwissen Beachtung zu finden. Und diese wertvollen Informationen müsse man doch nur businessmäßig zusammentragen.

Crowdsourcing heißt diese Art, freiwillige Heimarbeiter und klamme – wenngleich zweifellos nicht unintelligente – Kellerkinder und graue Mäuse in ihrer Freizeit Dienstleistungen erbringen zu lassen, die gewerbliche Dienstleister nur für deutlich mehr Entgelt leisten können. Nein, ich stoße jetzt nicht in das Horn, dass Crowdsourcing die Preise in der Grafik- und Medienlandschaft kaputt macht und frage nicht, wen die Lohnfortzahlung trifft, wenn die Hilfswilligen von ihrem Crowdsourcing-Job eine Sehnenscheidenentzündung davontragen, frage auch nicht, wer deren Krankenkassenkassenbeiträge zahlt, und äußere mich nicht über wechselnde Qualitäten von Leistungen, die via Croudsourcing erbracht wurden. Bildet Euch selbst eine Meinung zum Crowdsourcing. Zum Beipiel über die Internetportale 12designer und designenlassen, über die ich gerade durch die AGD-Website gestolpert bin. Das Thema wurde übrigens schon mal recht intensiv in Jürgen Sieberts Fontblog diskutiert: Schließlich entstand das Logo des potentiellen Kanzlerkandidaten der Peter-Hartz-Partei durch Crowdsourcing.

Lange Zeit hatte ich ja my-hammer zu meinem Kampfportal erklärt und war als Produzent von Kleinauflagen im Digitaldruck und von Website-Produzent auf die Welle aufgesprungen, mich über den Preisverfall in der Druck- und Medienbranche aufzuregen. Aufregen bringt jedoch nur Wutventilation und hohen Blutdruck, sonst nichts. Ich überlege gerade, wie man – natürlich ich selbst, und Ihr auch – davon profitieren kann. Auftrag einstellen, die Hilfswilligen machen lassen, günstig kaufen, schön präsentiert und mit Marge weiterverkaufen. Ich sitz dann derweil in der Sonne.

Einige Links zum Thema:

http://de.wikipedia.org/wiki/Crowdsourcing

http://www.fontblog.de/crowdsourcing-vs-designbuero-ein-interview

http://www.fontblog.de/frank-walter-steinmeier-tappt-in-crowdsourcing-falle

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